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leer Scherbentanz


Länge Unterhaltung Spannung Action Musik Erotik Anspruch Eindruck Gesamt
**** * ** * * * **** *** 56%
 

 
Das Leben von Mutter und Sohn steht gleichsam in Scherben. Der Tanz kann Margit Christensen und Jürgen Vogel verbinden, entzweien, zu Erklärungen führen oder Rätsel aufgeben...

Scherbentanz


Jesko (Jürgen Vogel) ist ein komischer Kauz: Gekleidet mit Schottenrock wird er von seinem Bruder Ansgar (Peter Davor) an einem Bahnübergang abgeholt. Gleich darauf streiten sie im strömenden Regen, weil Jeskos Mutter ihn zuhause erwartet. Wenig später wird verständlich warum sich Jesko so fürchtet; seine Mutter ist verrückt, geistesgestört, schreit und tritt um sich, will nichts mit Jeskos Vater (Dietrich Hollinderbäumer) zu tun haben. Schnell werden die Mutter und der offenbar krebskranke Jesko in ein altes Gebäude, was außerhalb des eigentlichen Hauses liegt, ausquartiert. Seine Mutter scheint die Person zu sein, die durch eine Knochenmarkspende Jeskos Leben retten kann, doch das wollen zunächst beide nicht. Die einzige, die völlig ohne Vorurteile und mit aller Professionalität einer Krankenschwester auf die beiden zugeht und diese versorgt, ist Ansgars Freundin Zitrone (Nadja Uhl). Nach und nach taut Jeskos Mutter (Margit Christensen) in der ihr vertrauten Umgebung auf – und nach und nach ist auch Jesko wieder bereit, mit einem Menschen über die längst vergangenen Ereignisse zu reden, die die Familie zerstörten.

In einem ständigen Auf und Ab der Emotionen steht es am Ende trotz allem schlecht um Jeskos Leben. Dass dieser auch noch Besuch von seiner Tochter bekommt, erleichtert ihm die Situation nicht gerade. Doch gerade dieser Umstand ist es wohl, der in der alten Frau, die plötzlich Oma geworden ist, den eisernen Willen auslöst, das Familiendrama, das über eine Generation lang andauerte, endlich zu beenden. Mit einem Schlag könnte sie ihren Sohn Jesko retten und beweisen, dass sie nicht die verrückte und böse Frau ist, für die alle sie halten...

Scherbentanz
In ihrer Fantasie ist Margit Christensen eine große Schatzsucherin...


Scherbentanz ist ein Film, der schwer im Magen liegt. Zunächst hat man es nicht leicht, mit den eigensinnigen Charakteren eine Identifikation aufzubauen. Dann macht der Film durch seine gleichsam vorwärts und rückwärts laufende Erzählweise den Einstieg in die Geschichte ungemein schwierig.

Dreh- und Angelpunkt ist aber auf jeden Fall Margit Christensen. Sie hat ohne Zweifel sehr schwache Momente – wie der gesamte Film –, kann aber streckenweise auch sehr gut überzeugen. Gerade das Ende ihres Auftritts stellt einen dieser Höhepunkte dar. Jürgen Vogel gefällt als Antiheld, wirkt aber als Familienvater irgendwie unglaubwürdig, fast künstlich. Ebenso Zitrone, die neben ihrer Rolle als Krankenschwester unbedingt auch noch sexsüchtig sein musste. Manchmal geht der Film mit seiner Tragik und seinen zerstörten Charakteren etwas zu weit.

Scherbentanz
Im Krankenhaus wird über Leben und Tod entschieden.

Höhepunkte des „Scherbentanzes“ sind hingegen die vielen kleinen Szenen, die verdeutlichen, wie schwer es ist, aus der tragischen Verkettung von Ereignissen wieder auszubrechen, wenn diese einmal in Gang ist. Es ist schon pure Hilflosigkeit, die in den Gesichtern geschrieben steht, wenn Jeskos Mutter, die in ihrer Fantasie eine große Schatzsucherin ist, einen Kerzenständer findet, den sie ihrem Mann selbst vor Jahren geschenkt hat, und diesen dann auch noch erkennt.

Dass der ganze Film am Ende zu einem Abschluss kommt und dass sich die tragische Schuld, die auf der Familie lastete, schließlich auflöst, sorgt für ein einigermaßen zufriedenes Gefühl nach Filmende. Trotz allem dauert es noch einige Zeit, die der Film nachwirkt, bis alle Emotionen und Darstellungen verarbeitet sind...

ScherbentanzScherbentanz
(1) Jeskos Mutter (Margit Christensen) ist vom Alter und vom Leid gezeichnet.
(2) Jesko (Jürgen Vogel) fragt sich beim Blick in den Spiegel, wie lange er noch zu leben hat - und ob er das jetzt wirklich durchstehen muss.

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Fakten
Originaltitel:
Scherbentanz
 
deutscher Kinostart am:
31.10.2002
 
Genre:
Drama
 
Regie:
Chris Kraus
 
Länge:
ca. 95 Minuten
 
Kinoverleih:
Movienet
 
Dieser Film wurde bewertet von:
RS(56%)
 
Texte:
RS
 
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TV-Termine

DatumUhrzeitSender
04.02.2009 23:40 BR
²) Sendezeiten bis 05:00 Uhr sind in der Nacht zum Folgetag.
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