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leer Anon


Länge Unterhaltung Spannung Action Musik Erotik Anspruch Eindruck Gesamt
***** ** **** ** *** *** **** **** 77%
 

 
Ist es ein Systemfehler oder ein Hackerangriff? Cop Sal Frieland (Clive Owen) sieht eine junge Frau (Amanda Seyfried), die von der Bilderkennung nicht erfasst wird, kurz bevor er am Tatort eines Mordes eintrifft, bei dem die Vollüberwachung versagt hat. Stilsichere Umsetzung einer gruseligen Zukunftsvision in vielen Facetten von Grau, die doch irgendwie ein klassischer Cop-Thriller ist und auch genauso funktioniert.

Anon (mit Clive Owen)


Sal Frieland (Clive Owen) arbeitet bei der Polizeibehörde. Er hat eine erstaunliche Aufklärungsquote bei seinen Fällen. Kein Wunder. Schließlich kann er auf die optischen Daten der Augen von Tätern und Opfern gleichermaßen zugreifen und sich so die Wahrheit anschauen. Doch dieses System der Totalüberwachung kommt manchmal an seine Grenzen. Dann erscheinen unbekannte User in der Bilderkennung. Oder es wird gar die ganze Aufzeichnung manipuliert. Wie bei Frielands aktuellem Fall, bei dem das Opfer offenbar einen unliebsamen Beweis mit Hilfe einer Hackerin verschwinden lassen wollte, die jene unbekannte Frau (Amanda Seyfried) sein könnte, die nur wenig später auch aus seiner persönlichen Datei verschwunden ist.

Schnell wird der Plan einer Undercover-Aktion gefasst. Sal Frieland verpasst sich eine andere Identität und eine Freundin und engagiert dann eine Edel-Prostituierte. Ein Fehltritt, der natürlich danach für immer und ewig in seiner Erinnerungsdatei erhalten bleibt. Folgerichtig sucht er nach einem Hacker für eine Reinigungsaktion. Es dauert auch nicht lange und die junge Frau beißt an und es gelingt ihm, ihr Vertrauen zu gewinnen. Schnell wird klar, dass alle ihre letzten Kunden das zeitliche gesegnet haben. Und auch Sals Plan läuft nicht ganz so glatt wie gedacht und plötzlich steht er selbst auf der Abschussliste seiner eigenen Organisation.

Anon (mit Clive Owen)


Es sind Grautöne, Betonoptik und eine seltsame Mischung aus antiquierten Möbeln und Autos sowie hochmoderner Bilderkennung direkt im Sichtfeld des Betrachters, an der uns Regisseur und Drehbuchautor Andrew Niccol mit Bild-in-Bild-Technik immer wieder teilhaben lässt. Mittendrin agieren Clive Owen und Amanda Seyfried sehr souverän im Stil eines klassischen Cop-Thrillers, der an vielen Stellen ins Unerwartete abbiegt und am Ende eine Auflösung wie aus dem Lehrbuch bietet.

Die Philosophie der totalen Überwachung und die Konsequenzen daraus werden allerdings in weiten Teilen nur angekratzt. Klar, ähnlich wie in „Eagle Eye“ wird die Hauptfigur zeitweise von außen kontrolliert und analog „Minority Report“ kann man mit Verbrechen nicht mehr so einfach davonkommen. Aber gerade die in der Eingangssequenz und auch im weiteren Filmverlauf mehrfach gezeigte Echtzeit-Personenerkennung hätte soviel mehr Möglichkeiten eröffnet, von denen im Film kaum Gebrauch gemacht wird. Dafür kommt die Manipulation der Augen voll zur Geltung. Die U-Bahn-Szene wird dadurch zum heimlichen Höhepunkt des Films.

Anon (mit Clive Owen)

Alles in allem gefällt „Anon“ vor allem aufgrund seines Hauptdarstellers, der es schafft, die Selbstverständlichkeit, mit der die Gesellschaft die totale Überwachung toleriert, sehr glaubhaft zu vermitteln, und der damit dem Ende des Films zu seiner vollen Geltung verhilft.

Anon (mit Clive Owen)

Anon (mit Clive Owen)

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Fakten
Originaltitel:
Anon
 
auf DVD/Blu-ray/VoD ab:
25.10.2018
 
Genre:
Thriller / Science-Fiction
 
Regie:
Andrew Niccol
 
Dieser Film wurde bewertet von:
RS(77%)
 
Texte:
RS
 
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