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leer Wonder Wheel


Länge Unterhaltung Spannung Action Musik Erotik Anspruch Eindruck Gesamt
***** **** *** * *** ** *** **** 77%
 

 
Gute 72 Minuten Nervenzusammenbruch von Kate Winslet. Wem sie in Gott des Gemetzels gefiel und wer sich als Woody-Allen-Fan bezeichnet, dessen Erwartungen werden von diesem Beziehungsdrama erfüllt.

Wonder Wheel (mit Kate Winslet)


Humpty (Jim Belushi) und seine Frau Ginny (Kate Winslet) leben auf dem Vergnügungspark Coney Island – direkt unter dem besonderen Riesenrad, bei dem die Gondeln von der inneren auf eine äußere Bahn (und umgekehrt) wechseln können. Das Paar ist aufeinander angewiesen, denn Humpty gab Ginny halt, als sie von ihrem Mann verlassen mit ihrem kleinen Sohn Richie alleine dastand und sie hält ihn seitdem mehr oder weniger erfolgreich vom Trinken ab.

Doch glücklich ist Ginny in ihrem isolierten Leben nicht. Zum einen neigt Richie dazu, immer wieder Feuer zu legen, zum anderen teilt sie keines von Humptys Hobbys. Und dann ist da noch die ständige Migräne, die durch die Wohnung direkt über einem Schießstand auch nicht gemildert wird. Was Ginny bleibt, ist hin und wieder die Flucht an den Strand von Coney Island – besonders bei schlechtem Wetter, wenn sie dort die Einsamkeit genießen kann. Dort lernt sie dann auch den Rettungsschwimmer Mickey (Justin Timberlake) kennen und die Affäre mit ihm gibt ihrem Leben einen neuen Sinn.

Wonder Wheel (mit Kate Winslet)
© 2017 Gravier Productions, Inc.

Doch als dann Humptys verlorene Tochter Carolina (Juno Temple) auftaucht, gerät alles durcheinander. Da Carolina ihrem Ehemann, einen gewalttätigen Gangster beim FBI verpfiffen hat, ist sie auf der Flucht und zieht bei Humpty und Ginny ein. Außerdem erregt sie Mickeys Aufmerksamkeit und während dieser Ginny interessant und sexuell attraktiv findet, ist es bei Caroline Liebe auf den ersten Blick. Als dann auch noch Ginnys 40. Geburtstag naht und Richie mal wieder Feuer legt, spitzt sich die Lage mehr und mehr zu.

Wonder Wheel (mit Kate Winslet)


Es ist Woody Allens Lieblingsthema, die Komplixität in zum Scheitern verurteilten Beziehungen und Zweckehen, die auch im Mittelpunkt dieser Geschichte steht. Dabei dreht sich alles um die von Kate Winslet bravourös inszenierte Ginny, die von ein paar ruhigen Szenen abgesehen quasi dauerhaft mit den Nerven am Ende ist. Wer sie aus „Gott des Gemetzels“ kennt, weiß, wie das aussehen kann, aber hier ist sie noch viel, viel besser und man bekommt mehr davon. Auch James Belushi spielt ansehnlich, wenn auch sein Charakter etwas oberflächlich bleibt. Justin Timberlake hat es geschafft, in seinem Bademeister-Outfit so unattraktiv rüberzukommen, dass man sich eine Weile fragt, wie er wohl zu dieser Besetzung gekommen ist – aber er schlägt sich immerhin wacker durch die Dialogwogen, die diesen Film auf Fahrt halten. Womit wir beim Hauptlob- und Kritikpunkt wären: Wie immer wählt Woody Allen auch für dieses Werk das Wort und die Darstellung der Redner als wesentliches Mittel. Damit begibt er sich in sicheres Fahrwasser, denn natürlich gelingt hierdurch wiedermal ein unterhaltsamer Streifen und seine Fans sind zufrieden. Aber angesichts der illustren Kulisse von Coney Island und insbesondere der technischen Architektur des Wonder Wheels nur das Licht als einziges filmisches Mittel zu nutzen, kann man fast schon grob fahrlässig nennen. Und wenn dann für die Reflektion des Sich-Zwischen-Zwei-Frauen-Entscheiden-Müssens die ansonsten überflüssige Figur eines Psychologie-Studenten in einer zusätzlichen Dialog-Szene herhalten muss, kann man nur mit dem Kopf schütteln. Eine stumme Fahrt mit dem Wonder Wheel und das Rutschen von der inneren in die äußere Bahn und zurück hätte sich hier einfach als Zwischenszene aufdrängen müssen.

Wonder Wheel (mit Kate Winslet)

Gut gelungen ist die zeitliche Einordnung der Handlung, die einerseits durch die wenigen aber sehr konsequent ausgestatteten Kulissen sowie die Musikauswahl unterstützt wird.

Jetzt kann man sich fragt, warum ich Juno Temple nicht weiter erwähne. Aus meiner Sicht ist ihre Figur vor allem Mittel zum Zweck und Stichwortgeber für Ginnys emotionale Ausbrüche. Besondere Akzente kann sie eigentlich nicht setzen und ihr Auftritt wird im Gegensatz zu Kate Winslets auch nicht weiter in Erinnerung bleiben.

Wonder Wheel ist sicherlich nicht Woody Allens beste Regiearbeit, aber insgesamt solide und wegen Kate Winslet auch empfehlenswert. Und am Ende? Da mag sie immer noch kein Angeln…

Wonder Wheel (mit Kate Winslet)
Wenn Richie mal grad kein Feuer legt, schaut er Kinofilme.

Wonder Wheel (mit Kate Winslet)

Wonder Wheel (mit Kate Winslet)

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Fakten
Originaltitel:
Wonder Wheel
 
deutscher Kinostart am:
11.01.2018
 
auf DVD/Blu-ray ab:
14.06.2018
 
Genre:
Drama / Komödie
 
Regie:
Woody Allen
 
Länge:
ca. 102 Minuten
 
FSK der Kinofassung:
ab 12 freigegeben
mit Eltern ab sechs Jahren erlaubt
 
Kinoverleih:
Warner
 
Dieser Film wurde bewertet von:
RS(77%)
 
Texte:
RS
 
Vertrieb (für Heimkino):
Warner Bros.
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