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leer Die Höhle der Elefanten


Länge Unterhaltung Spannung Action Stimmung Erotik Anspruch Eindruck Gesamt
*** *** ***** *** **** - **** **** 78%
 

 
Roland Smith über Elfenbeinschmuggel und interkulturelle Beziehungen / Jugendbuch mit erschreckender Aktualität / Spannung, Naturverständnis und Familienproblematik in einem Buch.


Jake lebt bei seiner Mutter und seinem Stiefvater in New York, seinen richtigen Vater, der in Afrika Elefantenforschung betreibt, hat er seit mehreren Jahren nicht mehr gesehen. Alles geht für ihn seinen gewöhnlichen Weg… Aber als er von der Schule nach Hause kommt, ist alles anders. Von einem Tag auf den anderen steht er für immer ohne Mutter da und Sam, sein Stiefvater, will ihn zum ungeliebten und strengen Onkel aufs Land loswerden. Kurzerhand beschließt Jake, sein Sparbuch aufzulösen und die risikoreiche Reise zu seinem Vater nach Afrika zu wagen. Mit dem Zoll kommt er gut klar, aber danach überholen ihn die Ereignisse.

Jake lernt den jungen Massai Supeet kennen und schließt mit ihm Freundschaft. Supeet, der aufgebrochen war, um für Regen zu sorgen, lehrt Jake, die eigenen Kräfte im direkten Zusammenleben mit der Natur auszunutzen. Diesem kommt dabei zugute, dass sein Vater aus einer Indianerfamilie stammt. Jakes und Supeets Weg kreuzt bald allerdings eine Gruppe von Wilderern, die die große Dürre ausnutzen, um gnadenlos Elefanten abzuschlachten. Sie sind auf der Suche nach der letzten Elefantenherde mit Riesenstoßzähne. Durch Jakes Zusammentreffen mit den Wilderern entstehen einige verzwickte Situationen. Mehr sei an dieser Stelle vom Inhalt nicht verraten.


Roland Smith versteht es geschickt, die Thematiken der Familienproblematik, die Jake in Amerika durchstehen muss, und der kulturellen Begegnung und der Elfenbeinwilderei miteinander zu verknüpfen. Dabei entsteht eine sich fortlaufend steigernde Spannung. Erstaunlicherweise beinhaltet das Buch gerade in den Anfangskapiteln eine detaillierte Charakterisierung des Stiefvaters. Die Darstellungsweise ist dabei allerdings nicht immer ganz einfach, obwohl das Buch ab 12 Jahren empfohlen ist. Durch irritierend unregelmäßige Verwendung von kursiv gedruckten und ausgerückten Texten einmal für Briefe ein anderes Mal für Gemütsdarstellungen und dann wieder für Charakterisierungen kann man ziemlich verwirrt werden. Zum Glück lassen diese Unregelmäßigkeiten nach den ersten paar Kapiteln nach.

Auffallend im weiteren Verlauf sind die häufig erstaunlich guten Fachkenntnisse, die Jake über die kenianische Natur aufweist. Während des Lesens tauchen immer wieder Passagen auf, in denen Jake das vorhergehende Geschehen interpretiert. Der hierzu verwendete Ansatz („Schau auf die weißen Flecken“) ist interessant.

Alles in allem ist dieses Buch zu empfehlen – wenn auch nicht ab 12 Jahren, es sei denn, man ist ein wirklich guter Leser (für die knapp 300 Seiten braucht man ganz schön lange).


Von der Biographie zum Jugendbuch Roland Smith ist selbst Biologe und bekam die Inspiration zu diesem Buch bei einer Reise nach Kenia, bei der er vor allem die von Trockenheit und Wilderern bedrohten Elefanten beobachtete. Man sieht also, dass in diesem Buch zu einem großen Teil selbst erlebte Eindrücke wiedergegeben werden. Smith kam auf die gute Idee, nicht eine Biographie oder einen rein fachlich orientierten Erlebnisbericht daraus zu machen. Er sah seine Aufgabe darin, die gewonnenen Eindrücke, also z.B. die Gefahr, die den Elefanten selbst in der heutigen Zeit noch durch die Wilderer droht, einer breiten Öffentlichkeit einfach und verständlich zugänglich zu machen. Was gäbe es da für eine bessere Möglichkeit, als ein Jugendbuch zu schreiben?

Homepage des Autors: www.rolandsmith.com

Die Höhle der Elefanten von Roland Smith

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Fakten
Originaltitel:
Thunder Cave
 
Erscheinungstermin:
01.08.1996
 
Genre:
Abenteuer / Jugendbuch
 
Autor:
Roland Smith
 
Dieses Buch wurde bewertet von:
RS(78%)
 
Texte:
RS
 
ISBN-13:
9783570124024

ISBN-10:
3570124029 


 




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