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Outland - Planet der Verdammten


Länge Unterhaltung Spannung Action Musik Erotik Anspruch Eindruck Gesamt
**** ** *** *** ***** - ** *** 66%
 

 
Sean Connery kämpft als einsamer Marshall auf dem Jupitermond Io gegen die Drogennutzung der dortigen Bergbaufirma. Weltraumthriller in Metallgitteroptik mit für seine Zeit hervorstehendem Sound.


O’Niel (Sean Connery) steht vor einem Scherbenhaufen: Dass er nun zum wiederholten Male als Marshall einen Posten auf einer einsam im All gelegenen Bergbaustation antreten muss, zerstört seine bereits lange gefährdete Ehe. Per aufgezeichneter Videomitteilung erfährt er von der Abreise seiner Frau, die beschlossen hat, dass sein Sohn, der bislang nur auf Raumstationen lebte, endlich die Erde kennen lernen soll. Als wäre das noch nicht genug, ereignet sich auch noch ein unerklärlicher Todesfall, der die sofortige Aufmerksamkeit des Marshalls erfordert: Einer der Bergleute hat sich in der Luftschleuse der Raumstation, ohne einen Schutzanzug zu tragen, einer Dekompression ausgesetzt.



Von Dr. Lazarus (Frances Sternhagen) erfährt O’Niel, dass dies nicht der erste Todesfall der letzten Monate auf der Raumstation ist. Aber außer ihm scheint sich erstaunlicher Weise niemand so Recht dafür zu interessieren – lediglich die umgehende Entsorgung der Leichen durch das jeweils nächste Transport-Shuttle hat für die Bergbaufirma höchste Priorität Als sich wenig später ein weiterer Todesfall ereignet, gelingt es O’Niel eine Blutprobe des Toten sicherzustellen. Mit Hilfe von Dr. Lazarus kann er so aufdecken, dass der gezielte Einsatz leistungssteigernder Drogen die Ursache der vermeintlichen Selbstmorde ist. Doch da die Bergbaufirma – und damit auch der Werksleiter Sheppard (Peter Boyle) vor Ort, den Einsatz der Drogen verantworten, macht sich O’Niel mit seinen Ermittlungen keine Freunde. Schon bald wird er zum Gejagten, der auf der gesamten Raumstation auf sich allein gestellt ein Killer-Trio ausschalten muss. Nur unterstützt von der tapferen Dr. Lazarus stellt er sich der Herausforderung – beide haben nun erstmals ein wahres Ziel, für das es sich zu kämpfen lohnt!


Wenige Standbilder einer Raumstation, ein Fahrstuhl, Gänge und Räume aus Metallgittern, eine begrenzte Zahl spärlich gestalteter Kulissen und mittendrin ein routiniert aufspielender Sean Connery und ein gleich mehrfach gezeigter „Gesicht-Aufbläh-Platz-Effekt“. Das alles hört sich wenig spektakulär an. Und so könnte man als Zuschauer auch schon versucht sein, innerhalb der ersten Stunde ein vorschnelles Urteil über den Film zu treffen. Doch während einen die überraschend gut umgesetzte Soundkulisse sowie die nostalgischen Aspekte der „Zukunftscomputer“ zunächst zumindest versöhnlich stimmen können, gelingt Regisseur und Drehbuchautor Peter Hyams mit „Outland“ eine wundersame Steigerung im letzten Filmdrittel – und das in allen Belangen: Zum einen rückt mit Dr. Lazarus eine der Randpersonen in den Mittelpunkt und Frances Sternhagen überrascht dabei mit einer sehr wirkungsvollen Darstellung der Wandlung vom „Wrack“ zur tapferen Heldin. Zum anderen verlagert O’Niel den finalen Teil der Jagd in den schwerkraftreduzierten Außenbereich der Raumstation. Erstaunlicherweise gelingt es Sean Connery dabei, trotz Raumanzug ein ausdrucksstarkes Minenspiel an den Tag zu legen. Auf den letzten Minuten des Films bekommt der Zuschauer also doch noch geliefert, was er von einem Science-Fiction-Film erwartet. Zu sehen sind neben den schon mehrfach von innen gezeigten Verteilungskorridoren der Station, das Arboretum, in dem die Sauerstoffversorgung der Station sichergestellt wird, sowie die Sonnenkollektoren.



Auch wenn das Drehbuch sicherlich keine Auszeichnung für seine Originalität verdient hat, ist die Geschichte in sich stimmig und das Finale des Films folgt einem Erfolgskonzept, wie es in späteren Klassikern wie z. B. den Stirb-langsam-Filmen ebenfalls Anwendung gefunden hat.

Während die Synchronisation der Hauptdarsteller mit Gert Günther Hoffmann als Stammsprecher von Sean Connery und Joachim Kerzel als Sergeant Montone qualitativ hochwertig ist, bleibt die Übersetzung der für diesen Film charakteristischen grünen Computerzeilen allerdings erstaunlich uneinheitlich: Mal fehlt sie völlig, ein anderes Mal erfolgt sie mit deutscher „Computerstimme“ aus dem Off. Dass die Soundeffekte in der fast atmosphärelosen Umgebung der Station „irdisch“ voluminös klingen, ist zwar nicht logisch, aber durchaus genreüblich…

Obwohl nicht von der Hand zu weisen ist, dass wohl jeder James Bond mit Sean Connery aufwändiger inszeniert sowie besser ausgestattet und besetzt ist, sollten sich Fans „nostalgischer“ Science-Fiction-Filme diesen Film sicherlich nicht entgehen lassen.

Outland mit Sean Connery

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Fakten
Originaltitel:
Outland
 
deutscher Kinostart am:
15.10.1981
 
Genre:
Science-Fiction / Thriller
 
Regie:
Peter Hyams
 
Dieser Film wurde bewertet von:
RS(66%)
 
Texte:
RS
 
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Synchronsprecher

SchauspielerSynchronsprecher
Sean ConneryGert Günther Hoffmann
Peter BoyleEdgar Ott
Frances SternhagenMarianne Wischmann



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