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Der Club der toten Dichter


Länge Unterhaltung Spannung Action Musik Erotik Anspruch Eindruck Gesamt
**** *** *** * *** * ***** ***** 80%
 

 
Robin Williams zeigt Ende 1959 als Englischlehrer ein paar Internatsschülern in Vermont, was freies Denken bedeutet. Leider können die jungen Freidenker ihre neue Lebensweisheit noch nicht ganz der Realität anpassen und tragische Dinge sind die Folge. Oscar für das beste Original-Drehbuch und ein Cineclub-Classic-Tipp.

Der Club der toten Dichter


In der altehrwürdigen Welton Academy beginnt ein neues Schuljahr. Das konservative Jungeninternat im US-Bundesstaat Vermont ist bekannt für seine strenge Linie und die hohe Anzahl von erfolgreichen Abschlüssen. Da sein älterer Bruder einer der besten Absolventen war, darf nun auch der schüchterne Todd Anderson (Ethan Hawke) besagte Eliteeinrichtung besuchen. Der in sich gekehrte Bursche lernt dabei unter anderem auch den neuen Mitschüler Neil Perry (Robert Sean Leonard) kennen und nicht nur die beiden Jungs sind erstaunt, als sie ihren zugeteilten Englischlehrer kennen lernen. John Keating (Robin Williams), selbst einst Schüler der Welton Academy, besticht durch seine unkonventionellen Lehrmethoden und seine aufgeschlossene Art den Schülern gegenüber. So fordert Keating die Jungs auch zum eigenständigen Denken und selbstständigen Handeln auf. Um zu zeigen, wie Perspektivwechsel funktioniert, müssen die Schüler in Keatings Stunden auch mal auf Tische steigen, sich auf dem Schulhof unterrichten lassen oder eigens verfasste Gedichte vortragen.

Der Club der toten Dichter
Auf traditionelle Weise heißt das Internat seine neuen Schüler willkommen.

All diese Dinge schweißen die Klasse immer mehr zusammen und auch Todd taut langsam auf. In einem Schuljahrbuch stoßen die Jungs dann auf eine geheime, von ehemaligen Schülern getragene Gruppierung, die sich „Club der toten Dichter“ nannte. Keating selbst war ebenfalls Mitglied und erklärt seinen neugierigen Schülern, dass sich die früheren Mitglieder in einer Höhle im Wald trafen und dort verbotener Weise die Poesie leidenschaftlich würdigten. Natürlich eifern die neuen Schüler dieser Idee nach und immer mehr finden sie Gefallen daran, ihr Leben in die eigenen Hände zu nehmen. Neil Perry z.B. beschließt, sich nach dem Internat der Schauspielerei zu widmen und tritt so auch in der örtlichen Aufführung von Shakespeares „Sommernachtstraum“ auf. Das passt seinem despotischen Vater (Kurtwood Smith) jedoch überhaupt nicht, zahlt er die teurere Ausbildung seines Sohns doch nicht, damit dieser dann im Theater landet. Natürlich beginnt Neil sich auf seine Art zu wehren und ein unfassbarer Schicksalsschlag bringt die Klasse und ihren Lehrer in arge Bedrängnis. Als Mr. Perry sowie die anderen Lehrer und Direktor Nolan (Norman Lloyd) die Schuld bei Keating suchen und die Schüler dazu zwingen, sich gegen ihren Tutor zu stellen, kommt es bald zu Entscheidungen seitens der Jungen, die die Geschichte des Internats in ihren Grundmauern erschüttern…

Der Club der toten Dichter
Keatings inspirierte Schüler hauchen einem alten Club neues Leben ein.


Eine fast klassische Geschichte gegen konservative und angepasste Verhaltensweisen gewickelt in eine unkonventionelle Ruhe. Dass dabei Werte vermittelt werden, die damals wie heute von äußerster Wichtigkeit sind, dürfte auch jenen Filmfans klar sein, die dieses Drama noch nicht gesehen haben. Dies sollte man aber in der Tat nachholen, denn die bodenständige Inszenierung überzeugt genauso wie die einzelnen Charaktere und die gewählten Darsteller. Der vom Englischlehrer hier gewählte (und im Inhalt oft genannte) Perspektivwechsel trifft dabei auch auf den Film selbst zu. Während Regisseur Peter Weir die Geschichte von Anfang bis Ende in ruhigen Bahnen aufzeigt, sind auch die einzelnen Schicksale einiger Schüler tragend. So wird man zu Beginn mit dem Charakter des Todd Anderson (Ethan Hawke) in die Schule und das Internat eingeführt, wird dann mit seinen Mitschülern weiter in die Handlung getragen und bekommt dann immer mehr einen tieferen Einblick in den Charakter des Neil Perry (Robert Sean Leonard) und seiner gewünschten Perspektive, die mit der elterlichen Strenge bald schon arg zusammen prallt.

Der Club der toten Dichter
Unterricht auf den Schulhof gehört zu John Keatings Perspektivwechseln...

Besagter Zusammenstoß von Neil Perrys Zukunftswunsch mit der Vorstellung seines herrischen Vaters (erschreckend gut von Kurtwood Smith dargestellt) ist es dann auch, der das wohl größte Drama im Film selbst darstellt. Das hier nicht verratene Ereignis ist dann auch das traurige und irgendwie klischeehafte (aber gut umgesetzte) Highlight des poetischen Wegs, den die Jungen irgendwie immer zusammen nehmen. Danach beginnt eine typisch konservative Herangehensweise an das Thema seitens der Erwachsenen, welche die Schuld beim Lehrer suchen statt bei sich selbst. Doch die Schüler, die sich erst unterordnen müssen, machen von dem Gelernten dann doch noch Gebrauch und stehen ihren Mann... Der finale Abschluss bleibt dennoch realistisch und so endet "Dead Poets Society" irgendwie fast so, wie er begann - außer in den Köpfen der Schüler und des geneigten Zuschauers...

Der Club der toten Dichter
Neil Perrys Vater (links, Kurtwood Smith) ist mit den Zielen
seines Sohnes (Robert Sean Leonard) nicht einverstanden.


  • Robert Sean Leonard ist vor allem durch seine Rolle als Arzt-Kollege von Dr. House in der gleichnamigen Erfolgsserie bekannt. Kurtwood Smith ist derweil durch seine Comedy-Darstellung in der US-Sitcom "Die wilden 70er" bekannt.

Der Club der toten Dichter
Der Protest beginnt...

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Fakten
Originaltitel:
Dead Poets Society
 
deutscher Kinostart am:
25.01.1990
 
Genre:
Drama
 
Regie:
Peter Weir
 
Dieser Film wurde bewertet von:
Conway(80%)
 
Texte:
Conway
 
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TV-Termine

DatumUhrzeitSender
11.08.2016 20:15 Disney
14.02.2014 20:15 ZDF Neo
²) Sendezeiten bis 05:00 Uhr sind in der Nacht zum Folgetag.


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