Kuba, 1880: Der heiratswillige Plantagenbesitzer Luis (Antonio Banderas) beschliesst, sich mit der Amerikanerin Julia Russell (Angelina Jolie) zu vermählen, die er per Annonce kennengelernt hat.
Als er sie im Hafen von Havanna zum ersten Mal erblickt, ist er zwar sichtlich angetan von Julias (auf-)reizender Erscheinung, aber dennoch misstrauisch, da sie in keiner Weise dem spröden Weibsbild des vorausgegangenen Briefkontakts gleicht, weder in Bild noch in Benehmen. Doch Julia weiss seine Zweifel mit einer gehörigen Portion Körpereinsatz zu zerstreuen.
Natürlich war Luis‘ Verunsicherung nicht unbegründet, aber als er dies realisiert ist es bereits zu spät. Julia ist verschwunden und hinterlässt ein leeres Bankkonto und ein gebrochenes Herz. Zusammen mit einem hartnäckigen Privatdetektiv (Thomas Jane) macht sich Luis auf die Suche nach Julia, entschlossen, sie zu töten...
Femme fatale: Angelina Jolie.
Kritik:
Die Besetzung verspricht viel und der Stoff könnte einiges hergeben. Aber leider scheint Regisseur Michael Cristofer noch nichts von Subtilität gehört zu haben. Anstatt auf Andeutungen und die schauspielerische Leistung seiner Crew zu vertrauen, schmettert er dem Zuschauer grobe, eindeutige Handlungen und Bilder an den Kopf. Das mag bei seinem erfolgreichen Debutfilm "Gia - Preis der Schönheit" (1998, ebenfalls mit Angelina Jolie) die richtige Wirkung erzielt haben... hier ist es fehl am Platz und wirkt manchmal einfach nur billig.
Zu einem überrumpelnden Zeitpunkt kommt eine komplexe, sich um sexuelle Abhängigkeit drehende Beziehung zwischen Julia und einer andern Person ins Spiel, die nicht den Aha-Effekt hervorruft, sondern wie eine dem Zuschauer der Einfachheit halber bis anhin vorenthaltene Geschichte wirkt. Dadurch wird man aber der Thematik dieser Beziehung nicht gerecht, denn diese wäre durchaus interessant und ausbaufähig gewesen.
Ausserdem wurde zu verbissen auf die jeweils aktuelle Absicht fokussiert. Am Anfang soll Julia unbedingt doppelgesichtig erscheinen. Also kramt Cristofer zum Beispiel ein Episödchen hervor, in dem sich Julia über das Vogelgezwitscher beklagt, und der Vogel am nächsten Tag tot im Käfig liegt. Aber nach und nach erfahren wir mehr über Julias Charakter, und dass sie kaum selber töten würde. Der Vogelmord jedoch, der damals so gut hineingepasst hat, wird nie aufgelöst.
An nackter Haut wird bei "Original Sin" jedenfalls nicht gespart...
Es gibt noch diverse andere Logikfehler. Da wird im Film selber eindeutig zwischen Sexualität und Liebe unterschieden, und nach unzählbaren Sexszenen will man dem Zuschauer plötzlich weismachen, es habe sich um pure Liebe gehandelt.
Der Film ist nicht völlig schlecht und wird auch den einen oder andern durchschnittlichen Kinogänger ohne Erwartungen zufriedenstellen können, aber er hätte die Voraussetzungen für viel mehr gehabt.
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