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Die Geschichte vom weinenden Kamel |
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08.01.2004: |
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| Genre: | Dokumentation |
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| Regie: | Byambasuren Davaa und Luigi Falorni | |||||||||||
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| Inhalt
& Kritik:
von RS |
Unvermittelt „fällt“ der Zuschauer in das stehende Bild der Wüste Gobi. Der alte Zevel (Zeveljamz Nyam) erzählt in seiner Muttersprache eine Geschichte vom Kamel, das sein Geweih an den Hirsch verlieh... Untertitel erklären seine Worte. Die Kamera ist nah am Geschehen, wechselt zwar die Positionen, macht aber ansonsten so wenig Bewegungen wie möglich. Während nun die kleine Familie, die am Rande der Wüste Gobi in der Mongolei Schafe und Kamele züchtet, vorgestellt wird, verstärkt sich der Eindruck, tief in das Innerste, Private dieser Gemeinschaft eingeladen worden zu sein. Dass Kamele geboren werden, ist für Janchiv (Janchiv Ayurzana) und Chimed (Chimed Ohin) nichts Ungewöhnliches. Dass es aber mehr als zwei Tage dauert und alle kräftig mit anfassen müssen, ist schon sehr ungewöhnlich. Ebenso wie die Haarfarbe des gerade Neugebohrenen: Es ist ein weißes Fohlen, was die Menschen nicht sehr stört, aber die Mutter umso mehr, die ihr Kind ablehnt und nicht säugen will. Der Film verfolgt nun detailliert alle Bemühungen, Mutter und Fohlen zusammenzubringen. Dabei wird einmal mehr die exzellente Tonqualität deutlich, mit der der Film erstellt wurde.
Als die Familie alleine nicht weiterkommt, müssen die beiden Jungen Dude (Enhbulgan Ikhbayar) und Ugna (Uuganbaatar Ikhbayar) mit dem Kamel in das nächste Dorf reiten und Hilfe holen. Ein Geiger soll das Herz des Kamels bezwingen, bis es anfängt zu weinen und das Fohlen wieder annimmt. Den Ausflug nutzen die beiden Regisseure geschickt, um zu verdeutlichen, dass sich die an sich zeitlose Handlung durchaus in der aktuellen Zeit abspielen. Videospiele und Fernseher sind in dem Dorf schon Normalität... Die Geschichte vom weinenden Kamel bietet den sehr persönlichen, emotionalen Einblick in das Leben einer mongolischen Familie, für die diese Geschichte ohne Zweifel eines der herausragendsten Ereignisse ihres Lebens ist. Positiv ist noch die zurückhaltende Untertitelung zu vermerken, die dem Zuschauer ermöglicht, aus den Betonungen und sich wiederholenden Worten schnell direkt die Zusammenhänge zu erkennen. Der Film bietet anspruchsvollen Kinogenuss weit ab vom Mainstream – und viele tiefe Blicke in die Augen der Kamele. Ihr habt diesen Film auch gesehen? Dann könnt ihr ihn hier bewerten! |
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