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Lord of War - Händler des Todes


Länge Unterhaltung Spannung Action Musik Erotik Anspruch Eindruck Gesamt
***** *** **** **** **** * ***** ***** 90%
 

 
Yuri Orlov (Nicolas Cage) träumt von einer Karriere als Waffenhändler. Als der eiserne Vorhang fällt, nutzt er zusammen mit seinem jüngeren Bruder Vitali (Jared Leto) seine Chance und steigt auf zum größten Schieber seiner Zunft - nicht ahnend, dass diese Tätigkeit schon bald sein ganzes Leben zerstören wird...

Lord of War - Händler des Todes


Der mit seiner Familie aus der Ukraine in die USA eingewanderte Yuri Orlov (Nicolas Cage) lebt mit seinen Eltern und seinem jüngeren Bruder Vitali (Jared Leto) im Mafia-kontrollierten Einwanderer-Viertel New Yorks und arbeitet nebenbei im familiengeführten Restaurant seiner Eltern. Als er bei einer Jobsuche in einem Luxushotel dann eine Schießerei der Russenmafia miterlebt, bei der zwei Menschen getötet werden, fühlt er sich zu Höherem berufen und beschließt, Waffenhändler zu werden - denn: "Gegessen wird immer, getötet aber auch."...

Der Anfang ist schwer, schafft er es doch nicht, den bis dato erfolgreichsten Händler von Kriegsmaterial, Simeon Weisz (Sir Ian Holm) bei einer Waffenausstellung in Deutschland im Jahre 1982, von seinen Fähigkeiten zu überzeugen und mit ihm zusammen zu arbeiten. Doch mit festem Willen und der Hilfe von Vitali schafft Yuri es in den Kriegsgebieten dieser Welt, seine Waffen direkt vor Ort an den Mann zu bringen und einen erfolgreichen Handel nach dem anderen abzuschließen. Dass dies nicht immer ungefährlich ist, versteht sich von selbst. Denn es besteht nicht nur die Gefahr, an einem Kriegsschauplatz von einer Kugel getroffen zu werden, sondern auch von Behörden - und sei es nur die Küstenwache – gefasst und des illegalen Handels mit Kriegswerkzeug überführt zu werden.

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Es ist aber vor allem sein junger Bruder Vitiali, der Yuri mit der Zeit Kopfzerbrechen bereitet, da dieser einigen Dingen wie der Tötung von unschuldigen Menschen und etlichen Massakern an Zivilisten nicht gewachsen zu sein scheint. Und als dann auch noch ein Kunde von Yuri ihm als Bezahlung Kokain anbietet, was Yuri erst ablehnt, aber nach einem Schuss in seinen Unterleib dann doch noch annimmt, beköstigen sich beide an der weißen Droge und Vitali wird abhängig.

Und auch wenn Yuri sich von nun an mit den Problemen seines süchtigen Bruders rumschlagen muss, kümmert er sich dennoch ebenfalls um sein privates Glück und heiratet schon bald das ukrainische Topmodel Ava Fontaine (Bridget Moynahan), die weltbekannt ist und die er schon immer vergöttert hat. Dass er ihr von seiner grenzwertigen Tätigkeit nichts erzählt, ist für Yuri selbstverständlich und auch sonst ist die Beziehung fast ausschließlich auf Lügen aufgebaut. Das ändert sich auch nicht, als die beiden einen Sohn bekommen, dessen erste Schritte er nicht mal zu würdigen weiß, da am selben Tag der eiserne Vorhang fällt und sich somit für Yuri völlig neue Wege erschließen. Denn er hat schon lange keinen gewinnbringenden Handel mehr vollziehen können, und nun stehen ihm bei seinem Offiziers-Onkel bei einem der größten Waffenlager der Unkraine alle Türen - und Waffen - offen...

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Obwohl ihm schon der Interpol-Agent Valentine (Ethan Hawke) im Nacken sitzt, schafft es Yuri ohne Probleme, sich alle möglichen Waffen, Kampfhubschrauber und Panzer zu besorgen und zu verschiffen, die er will. Sogar der ehemalige Großhändler Weisz kann ihm nicht mehr das Wasser reichen. Doch als eben dieser einen letzten Versuch unternimmt, alle Waffen doch noch an sich zu reißen, gelingt ihm auch dieses Unterfangen nicht, da Yuris Onkel das von Weisz höher dotierte Angebot aus Solidarität zu seinem Neffen abschlägt. Yuri ist ihm dafür unglaublich dankbar, und als sein Onkel dann in das von ihm gekaufte neue Auto steigt, explodiert dieses samt Inhalt und Onkel, und Yuri muss erkennen, dass er noch größere Feinde hat, als Interpol oder die Justiz...

Doch er lässt sich von seinem Weg nicht abbringen und somit verkauft Yuri in den 90ern gewinnbringend Waffen in den krisengeschüttelten Regionen Afrikas, wo ein Bürgerkrieg dem anderen folgt und kriegsvernarrte Diktatoren die Länder beherrschen. Yuri macht seine Geschäft vor allem in Liberia. Einst gegründet für befreite amerikanische Sklaven, wird das Land von dem in Amerika ausgebildeten Baptiste Sr. (Eamonn Walker) mit eiskalter Hand regiert, der sogar Kinder für sich als Soldaten einsetzt. Baptiste wird schnell Yuris bester Kunde und auch sein Sohn, Baptiste Jr. (Sammi Rotibi), macht Yuri einige finanzielle Angebote.

So kommt es, dass Yuri immer tiefer in seine Geschäfte rutscht, und schon bald kommt es sogar dazu, dass Baptiste Sr. ihn dazu bringt, den eigentlichen Feind von Yuris Geschäften, Weisz, zu erschießen. Doch trotz der Gewissensbisse, die Yuri schon seit längerem immer mehr quälen, macht er weiter und steigt schnell zum erfolgreichsten Waffenhändler seiner Zeit auf. Doch Interpols Valentine ist ihm immer noch dicht auf den Versen und schon bald so weit, dass er dank des Durchwühlens von Yuris Müll mögliche Beweise gegen ihn in der Hand hat. Als Valentine dann auch noch Yuris Frau Ava auf die Tätigkeit ihres Mannes anspricht, verpfeift diese ihn zwar nicht, aber sie redet auf Yuri ein und bringt ihn letztendlich dazu, einem ehrlichen Geschäft nach zu gehen - dem Verkauf, von Holz- und Rohölfeldern.

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Doch Yuris Vergangenheit holt ihn wieder ein, als die beiden Baptisten eines Tages vor seinem New Yorker Appartement auftauchen, da sie erneut Waffen von ihm kaufen wollen. Aufgrund einer indirekten Drohung von Baptiste Sr. entschließt sich Yuri nach langem Zögern, wieder Waffen nach Afrika zu schmuggeln, und da er niemandem sonst vertraut, holt er sich wieder seinen Bruder Vitali an Bord, der ihn begleiten soll. Dieser, inzwischen wieder clean und frisch verliebt, lehnt erst ab, da er andere Pläne mit seiner Zukunft hat. Doch da beide Brüder sind und sie ein festes Band zu verbinden scheint, willigt er schließlich ein. Beide sehen sich bald darauf Baptiste Jr. gegenüber und versuchen, den Deal so schnell wie möglich über die Bühne zu bringen. Doch als Vitali ein Flüchtlingslager entdeckt, wird ihm bewusst, dass sobald die Waffen verkauft sind, damit alle Flüchtlinge umgebracht werden sollen. Er versucht noch, Yuri zu überzeugen, den Handel abzubrechen, doch da beide selbst mit Waffen bedroht werden, bleibt Vitali keine andere Wahl, als Yuri walten zu lassen...

In seiner Verzweiflung entschließt Vitali sich dann aber doch zu einem Vorhaben, was den Deal noch verhindern soll. Und so passiert eine Tragödie, die Vitali nicht nur das Leben kostet, sondern auch Yuris Dasein auf Erden endgültig zu einer persönlichen Hölle werden lässt...

Lord of War - Händler des Todes


Wer glaubt, durch die täglichen Nachrichtenzusammenfassungen unserer Fernsehlandschaft genug von dem zu erfahren, was aktuell in der Welt vor sich geht, der täuscht sich gewaltig. All diese Nachrichtensendungen - und sind sie auch noch so lang - beschreiben, wenn überhaupt, nur einen Bruchteil dessen, was in der Wirklichkeit des politischen Lebens der einzelnen Kontinente vor sich geht. Dieser Film wirkt wie einer der üblichen, politischen Anprangerungsfilme unseres immer noch neuen Jahrtausends - doch im Gegensatz zu einigen gut gemeinten Werken, behandelt dieser Streifen das Thema Krieg, Waffen und Unmenschlichkeit auf eine sehr persönliche Art und Weise, bei der sich ein jeder etwas weltoffener Zuschauer in seiner Menschlichkeit und Güte sofort angesprochen fühlt und mit leichtem Entsetzten sowie eventuellem Unwohlsein im Magenbereich das Kino wieder verlässt.

Es sei also jedem Cineasten, der den Film noch vor sich hat, empfohlen, mit gesunder Skepsis gegenüber seiner positiven Einstellung, dass die Welt kein so schrecklicher Ort ist, in den Kinosaal zu marschieren und sich schon vorab mit der Frage auseinander zu setzen: ‚Was hat diese Epoche unserer Zeit mir vielleicht "verheimlicht" und was weiß ich noch nicht Schreckliches über sie?’ Vor allem die jüngeren Kinogängern sollten sich vorab mit diesen Gedanken beschäftigen, denn Lord of War ist trotz seiner politischen Richtung und extrem direkten, ja fast schon privaten Auseinandersetzung mit dem Thema Krieg und Waffen bereits ab 16 Jahren frei gegeben...

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Hinzufügend sei noch die darstellerische Leistung von Cage, Leto und Hawk gelobt, die es ihren Charakteren am nötigen Tiefgang nicht fehlen lassen. Jared Leto müsste spätestens nach diesem Film sein Teenie-Image ein für alle mal los sein und kann endlich auch für andere, erwachsenere Rollen mit gutem Gewissen eingesetzt werden.


  • Erzählt wird der Film mit "Yuris" eigenen Worten, aus der Sicht nach den bereits geschehenen Ereignissen.
  • Regisseur Andrew Niccol schrieb auch das Drehbuch zum Film und war einer der ausführender Produzenten.
  • Niccol schrieb übrigens das Drehbuch zu Die Truman Show.

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Fakten
Originaltitel:
Lord of War
 
deutscher Kinostart am:
16.02.2006
 
Genre:
Thriller / Politdrama
 
Regie:
Andrew Niccol
 
Dieser Film wurde bewertet von:
Conway(90%)
 
Texte:
Conway
 
Diesen Film bewerten!
 


Synchronsprecher

SchauspielerSynchronsprecher
Nicolas CageMartin Keßler
Bridget MoynahanAlexandra Wilcke
Jared LetoSimon Jäger



TV-Termine

DatumUhrzeitSender
09.02.2017 22:55 Vox
29.01.2016 22:20 RTL 2
²) Sendezeiten bis 05:00 Uhr sind in der Nacht zum Folgetag.


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