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Into The Wild


Länge Unterhaltung Spannung Action Musik Erotik Anspruch Eindruck Gesamt
***** ***** **** - ***** **** **** ***** 94%
 

 
Der Aussteiger Christopher McCandless (Emile Hirsch) trampt unter dem Namen „Alexander Supertramp“ nach Alaska. Dabei trifft er auf andere Aussteiger, erfährt, warum diese sich so entschieden haben, und schließt Freundschaften. Doch die Natur birgt ihre Gefahren…



Der 22-jährige Christopher McCandless (Emile Hirsch) hat gerade das College mit Auszeichnung abgeschlossen. Mit seiner Schwester Carine (Jena Malone) und seinen Eltern (William Hurt, Marcia Gay Harden) feiert er nun seinen Abschluss. Doch trotz dieses freudigen Ereignisses herrscht zwischen ihnen eine kühle Stimmung. Diese lockert sich erst ein wenig, als Chris verkündet, sein Jurastudium in Harvard beginnen zu können - doch zum Leidwesen seiner Eltern entscheidet sich Christopher für eine ganz andere Zukunft. Er spendet all seine Ersparnisse, zerschneidet seine Kreditkarten und auch seinen Sozialversicherungsausweis und macht sich auf, sein Leben neu zu entdecken. Seinen Wagen verliert er dabei später an die Natur. Er verbrennt sein letztes Bargeld und entscheidet sich, unter dem Namen Alexander Supertramp nach Alaska zu trampen.

Schon nach kurzer Zeit lernt er das Hippiepärchen Rainey (Brain Dierker) und Jan (Catherine Keener) in Nord-Kalifornien kennen. Dank ihnen überwindet er seine Angst vor dem Schwimmen. Trotzdem bricht er am nächsten Morgen in aller Frühe wieder alleine auf. Bei dem sympathischen Farmer Wayne Westerberg (Vince Vaughn) aus South Dakota lernt er den Umgang mit Erntemaschinen. Die schwere Arbeit lenkt ihn von seinen Sorgen ab. Doch eines morgens wird Wayne verhaftet und Alex trampt nun weiter, aber er hält weiterhin Kontakt zu Wayne – jedoch nicht zu seinen Eltern. Diese wissen noch immer nicht, wo ihr Sohn steckt.


Alex (Emile Hirsch) will in der Wildnis Alaskas die ungefilterte Wahrheit finden.

Nach Unstimmigkeiten mit Fluss-Patrouillen und US-Zollbeamten versucht Alex, mit dem Zug weiterzukommen. Doch der blinde Passagier bleibt nicht unentdeckt und wird zusammengeschlagen. Alex erinnert sich an seine Kindheit, wenn sein jähzorniger Vater sich für Gott hielt. Bald darauf besucht er Jan und Rainey in Slab City und erfährt vor seiner Abreise, dass Jan selber einen Sohn hat, von dem die beiden seit zwei Jahren nichts gehört haben. Diese Unwissenheit bringt die Hippieeltern um...

Alex’ letzte Station vor Alaska ist die Anza-Borrega-Wüste in Kalifornien. Dort lernt er den greisen Witwer und Army-Vateranen Ron Franz (Hal Holbrook) kennen, der ihn seinem Ziel ein Stück näher bringt. Nur noch wenige Schritte von der unberührten Wildnis entfernt, muss Alex in einem alten ausgedienten Bus überwintern, was ihn viel Kraft kostet. Als es kein Zurück mehr gibt und seine Rationen verbraucht sind, wird er sich seiner Beweggründe bewusst - und aus Alex Supertramp wird wieder Christopher McCandless...


Am Lagerfeuer mit dem Hippiepärchen (links Brain Dierker,
rechts Catherine Keener ) findet Alex seit langer
Zeit mal wieder ein echtes Familiengefühl...


Der Welt entfliehen, sich seine eigene Zukunft aufbauen und das Leben leben – alles Gründe die den Menschen antreiben, sich zu verändern. Genau dies tat Christopher McCandless, als er im Mai 1990 seine Sachen packte und aus seinem privilegierten und gesellschaftlich vorbestimmten Leben ausbrach. Einen schriftlichen Bericht über sein zweijähriges Abenteuer verfasste bereits der Autor Jon Krakauer. Nun hat Sean Penn mit seiner filmischen Adaption McCandless' Motiven ein Gesicht gegeben, in das man gerne hineinschaut. Selbst dann, wenn nur noch Melancholie oder Traurigkeit zu erkennen sind.

Emile Hirsch überzeugt auf ganzer Linie, denn neben seiner Schauspielkunst muss man eindeutig auch die körperliche Leistung betonen. Nämlich dann, wenn er am Verhungern ist und kaum noch Kraft hat, um den aktuellen Tag beziehungsweise den nächsten zu überleben. Seine Abmagerung erinnert an Christian Bale in "The Machinist". Aber auch alle anderen wissen zu überzeugen:


Army-Vateranen Ron Franz (Hal Holbrook) sieht in Alex den Sohn, den er nie hatte.

Brian Dierker und Catherine Keener ist ihr erleidetes Schicksal deutlich anzusehen, Vince Vaughn tut das, was er am besten kann - nämlich in den Tag hinein leben, ein wenig trinken und rumalbern. Kristen Stewart spielt Tracy, eine 16jährige die sich in Alex verliebt, es aber nicht schafft, ihn zum Bleiben zu ermutigen. Und Jena Malone ist das Bindeglied. Sie erzählt in Rückblenden Geschehnisse aus der Kindheit der McCandless und erklärt auch, was für ein Mensch ihr (Rollen-)Bruder ist.

All dies wird von einem Soundtrack unterstützt, der dem Film in nichts nachsteht! Die Texte von Pearl-Jam-Frontman Eddie Vedder kann man als "Christophers innere Stimme" werten. Die Songs wechseln sich immer wieder mit Buchzitaten ab, welche aus Büchern stammen, von denen sich der "echte" Christopher McCandless inspirieren ließ.

Bei "Into the Wild“ stimmt einfach alles – die Schauspieler, die Musik, das Drehbuch. Obwohl der Ausgang bekannt ist, hofft man bis zu letzt auf ein anderes Ende. Der Streifen packt einen jeden Kinogänger sicherlich ungemein - Cineclub-Filmtipp!


Tracy (Kristen Stewart) versucht mit viel Charme, Alex zum Bleiben zu kriegen.


  • Hollywoodstar Sean Penn war nicht nur Regisseur sondern auch Drehbuchautor und Produzent.
  • Ein Artikel, den John Krakauer 1993 fürs „Outside Magazin“ über Christopher McCandless schrieb, war die Vorlage für das im Jahre 1996 erschienene Buch.
  • Nach fast zehn Jahren bekam Penn die Filmrechte von den McCandless, mit denen er im stetigen Kontakt stand. Carine McCandless stellte Penn dabei ihre Tagebuchaufzeichnungen, Briefe und persönlichen Erinnerungen zu Verfügung. Gleichzeitig traf er sich mit Menschen, die Christopher in der frühen 90ern kannten, darunter auch Wayne Westerberg.
  • Musiker und Pearl-Jam-Frontmann Eddie Vedder legt mit "Into the Wild“ im Alter von 42 Jahren sein Solodebüt hin. Auf persönlichen Wunsch (!) von Sean Penn schrieb er elf brandneue Songs.
  • Darsteller William Hurt lag es fern, den echten Walt McCandless darzustellen - Zitat: „Diese dokumentarische Vorstellung, jemand Anderen zu verkörpern, ist für mich der Gipfel der Anmaßung. Du kannst nicht sagen, dass du einen anderen Menschen kennst, denn selbst in Krakauers Buch ist Walt durch seine Interpretation gefiltert. Ich hoffe einfach, dass Walt eine gewisse Aufrichtigkeit in meiner Darstellung erkennt, wenn er den Film sieht.“
  • Darstellerin Catherine Keener spielte bereits mit Sean Penn in Die Dolmetscherin zusammen. Beide standen erneut für „What Just Happened?“ vor der Kamera.
  • Neben bekannten Darstellern spielen aber auch viele Laien mit - wie Leonard Knight (der Künstler von Salvation Mountain in Slab City) und Brian Dierker. Dieser ist eigentlich Wildwasserexperte.


Regisseur Sean Penn bei der Arbeit.

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Fakten
Originaltitel:
Into The Wild
 
deutscher Kinostart am:
31.01.2008
 
Genre:
Abenteuer / Drama
 
Regie:
Sean Penn
 
Dieser Film wurde bewertet von:
rAm(94%)
 
Texte:
rAm
 
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Synchronsprecher

SchauspielerSynchronsprecher
Emile HirschSebastian Schulz
Marcia Gay HardenUlrike Möckel
William HurtReinhard Kuhnert



TV-Termine

DatumUhrzeitSender
09.10.2017 ²) 00:45 HR
28.09.2017 23:45 RBB
²) Sendezeiten bis 05:00 Uhr sind in der Nacht zum Folgetag.


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