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Joshua


Länge Unterhaltung Spannung Action Musik Erotik Anspruch Eindruck Gesamt
*** ** ** - *** - * ** 42%
 

 
Aus dem Musterschüler Joshua (Jacob Kogan) wird ein Psychopath, dem man nicht nur als Vater gerne den Hals umdrehen würde...

Joshua mit Jacob Kogan


Als der neunjährige Joshua (Jacob Kogan) ein Geschwisterchen bekommt, ändert sich für ihn alles. Denn ab sofort steht seine neugeborene Schwester im Mittelpunkt der Familie Cairn. Joshua selbst ist sehr intelligent, selbst die Lehrer sind der Meinung, er könne zwei Klassen überspringen. Doch ein soziales Umfeld hat der Knabe dennoch nicht. Er wirkt bieder, zeigt keine Gefühle, verzieht keine Miene und wirkt somit wie eine Puppe. Das Leben der Eltern Brad und Amy gerät in ein Chaos, als die kleine Lilly gar nicht mehr aufhören will zu weinen. Doch dies ist erst der Anfang einer schmerzlichen Tortur.

Schon bald fällt Amy (Vera Farmiga) in ihr altes Verhaltensmuster zurück. Nachdem sie bereits 17 Jahre in psychologischer Behandlung war, ist sie nun am Tiefpunkt ihrer schweren Depressionen angekommen. Sie zweifelt an sich und ihren Fähigkeiten als Mutter. Auch Brad (Sam Rockwell) macht sich nun immer mehr Sorgen um seine Frau und auch Joshuas Fragen werden immer skurriler. Brads familiäre Gefühlswelt kollidiert erneut mit seinem Job an der Börse, als seine Frau nach einem eigentlich harmlosen Versteckspiel beide Kinder vermisst. Daraufhin lässt Brad seine Frau einweisen. Als es nach einem Museumsbesuch zu einem Unfall kommt, misstraut Brad seinem Sohn und montiert Schlösser in der ganzen Wohnung. Derweil wird Joshuas Plan immer deutlicher...

Joshua mit Jacob Kogan
Die heile Familie...


Psychopatische Kinder gab es ja schon so einige im Film. Man denke da nur an Damien aus “Das Omen“ oder an Henry (verkörpert von Macaulay Culkin) in “Das zweite Gesicht“. Joshua ist ein ganz anderes Kaliber. Obwohl es keinerlei Anzeichen gibt, dass Joshua die Fäden zieht, weiß man doch, dass der Junge nicht alle Tassen im Schrank hat. Zu perfekt ist sein Auftreten, seine Intelligenz oder das Mumifizieren seines Stofftieres.

Die erste halbe Stunde des Films ist geplagt von Klavierspielerei und Babygeschrei. Besonders ärgerlich ist, dass die Klavierstücke des kleinen Satansbratens die Dialoge stellenweise schlecht verständlich machen. Im Kino möchte man sich zurücklehnen und nicht in die Lautsprecher kriechen müssen. Manchmal wünscht man sich schon den ein oder anderen Hörverlust. Und dann kommt auch noch Hazel (Celia Weston), die Mutter von Brad, ins Spiel, welche den Jungen bekehren will. Die Spitze vom Eisberg ist jedoch, wie gnadenlos langsam an der Spannungsschraube gedreht wird – unfassbar. Zum Glück rettet das Ende den Film vor eine Bruchlandung, denn Joshuas Dreistigkeit ist einfach nicht mehr zu überbieten.

Joshua mit Jacob Kogan
...wird bedroht...

Über alles erhaben ist jedoch die schauspielerische Leistung von Jacob Kogan und Sam Rockwell aber auch von Celia Weston. Sowohl der Junior als auch die Mutter spielen ihre Rollen so gut, dass man denkt: „Wie kann man nur so sein?“ Jacob Kogan scheint sogar ohne Emotionen auf die Welt gekommen zu sein - eine beachtliche Leistung für einen Newcomer! Sam Rockwell kann derweil eine Gewisse Genialität ausspielen, wenn es sich um Szenen mit schwarzem Humor handelt. Er meint es offenbar so ernst, dass man es ihm sofort glaubt.

Schlussendlich entpuppt sich "Joshua" als lahme Ente, die nicht so recht zu überzeugen weiß. Denn Ähnliches hat man alles schon einmal gesehen und die eine oder andere Wendung hätte hier sicher gut getan. Für eine spätere Ausstrahlung im Sonntagnachtprogramm eines Privatsenders reicht es aber allemal.

Joshua mit Jacob Kogan
Are you scared?!

Joshua mit Jacob Kogan

Joshua mit Jacob Kogan

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Fakten
Originaltitel:
Joshua
 
deutscher Kinostart am:
17.01.2008
 
Genre:
Thriller
 
Regie:
George Ratliff
 
Dieser Film wurde bewertet von:
rAm(42%)
 
Texte:
rAm
 
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