entertainweb Cineclub Facebook Twitter
Cineclub - Kino und mehr

Drag Me To Hell


Länge Unterhaltung Spannung Action Musik Erotik Anspruch Eindruck Gesamt
**** *** **** **** **** - * ***** 78%
 

 
Ein Zigeunerfluch lässt das Leben von Christine Brown (Alison Lohman) auf einen Schlag zum lebendigen und lebensbedrohlichen Albtraum werden! Klassischer Genrefilm von Sam Raimi, der (auch durch seinen ekligen Humor) nicht nur sensible Angsthasen bis zum Schluss auf den Kinositz fesselt, sondern auch eine gelungene Alternative zum Blockbuster-lastigen Kinosommer darstellt.

Drag Me To Hell


Christine Brown (Alison Lohman) ist erfolgreich. Einst als dickes Mädchen auf einer Farm groß geworden, ist sie nun schlank und selbstbewusst. Somit ist es kein Wunder, dass sie die freie Stelle des stellvertrendenden Filialleiters anstrebt. Jedoch hat sie in ihrem Kollegen Stu Rubin (Reggie Lee) einen argen Widersacher und muss deshalb stets und ständig um die Gunst ihres Chef, Mr. Jacks (David Paymer) kämpfen.

Dabei ist Christine natürlich darauf bedacht, keine unmenschlichen Entscheidungen zu treffen und sich den Job nicht zu erschleichen. Doch dann muss die junge Frau einmal hart bleiben und somit lehnt sie, eben mit Rücksichtnahme auf die angebotenen Stelle, die Bitte einer alten Zigeunerin (Lorna Raver) nach einem dritten Kredit ab. Das daraus resultierende Betteln der kranken Frau führt zu einer Verschlimmerung der Situation, woraufhin Christine dann nach Feierabend im Parkhaus auf schockierende Art und Weise angegriffen und mittels eines angehauchten Knopfs verflucht wird.

Drag Me To Hell
Als Christine (Alison Lohman) die alte Zigeunerin Mr. Ganush (Lorna Raver)
durch die Ablehnung eines dritten Kredits zutiefst beschämt, wird diese nicht nur handgreiflich...

Christines Freund, der aufstrebende Uni-Professor Clay Dalton (Justin Long), hält von alledem natürlich nichts, dennoch begleitet er seine Partnerin zu einem Seher Rham Jas (Dileep Rao), der zu Beginn nicht darüber reden will, dann aber klar stellt, dass ein Dämon namens Lamia hinter Christine her ist. Erst körperlos, dann immer offensichtlicher bahnt sich das Wesen einen Weg in ihr Leben. Der Lamia ist nunmehr angehalten, Zigeunern deren böse Wünsche zu erfüllen und die Seelen der Verfluchten in die Hölle zu holen.

Christine muss also schnell handeln und ihr erster Versuch, ein Tier zu opfern, scheitert kläglich. Als der Dämon dann beim Abendessen mit Clays versnobten Eltern (Molly Cheek und Chelcie Ross) erneut in Erscheinung tritt, rät ihr Rham Jas zu einer Beschwörung. Mit Hilfe des Mediums Shaun San Dena (Adriana Barraza) soll der Lamia endgültig von Christines Seele abgebracht werden. San Dena, die bereits Erfahrungen mit dem Lamia machen musste, hat selbst jahrelang auf die Chance gewartet, den bösen Dämon zu besiegen, doch dieser lässt sich erneut nicht lumpen und am Ende muss Christine sich überlegen, an wen sie das verfluchte Objekt weiter gibt. Diese Entscheidung ist sehr schwer, denn der neue Besitzer des Knopfs wird auf ewig in der Hölle schmoren...

Drag Me To Hell
Seher Rham Jas (Dileep Rao) entdeckt das Böse über Christine und versucht, ihr zu helfen.


Der ungekrönte Horror-Fantast der 80er ist wieder da! Nach seinen Erfolgen mit den "Spider Man"-Filmen schafft es Sam Raimi nach langer Zeit endlich einmal wieder, auch im nicht-Blockbuster-Segment Großes zu leisten, nahtlos an Genre-Klassiker wie "Armee der Finsternis" oder "Tanz der Teufel" anzuknüpfen und eine bunte Mischung aus übertriebenem Gruselmärchen und Real-Life-Horror zu erzeugen.

Von Beginn an fühlt man sich an Klassiker wie "Poltergeist" erinnert, denn Raimi versucht nicht (wie von vielen anderen Filmen dieser Art gewohnt), den Horror langsam schleichend näher zu bringen und dann von einer Sekunde zur nächsten knallhart zu präsentieren. Vielmehr baut der Regisseur und Drehbuchautor, das gesamte Geschehen allein um den Horror herum auf, was man schon in den ersten fünf Minuten (noch vor dem Vorspann) bestätigt bekommt. Die beängstigenden Segmente werden also nicht wahllos eingestreut um die Handlung am Leben zu halten. Und wenn es einmal nicht der extreme Grusel ist, der den Zuschauer an diesen Film fesselt, dann ist es die humoristische Art und Weise, mit der sich das Böse hier präsentiert. Sei es, indem die verfluchte Hauptfigur wie wild durch die Luft geschleudert wird, ihr Insekten in die Nase krabbeln oder wo sich absonderliche Körperflüssigkeiten immer wieder auf durchweg eklige Weise ihren Weg vor die Kamera bahnen und das Kinopublikum wild durcheinander schreien und lachen lassen.

Drag Me To Hell
Als sich der Lamia bei der Séance nicht aufhalten lässt, scheint die Hoffnung fast verloren...

Neben der gewohnt guten Arbeit der beiden Make-up-Künstler Howard Berger und Gregory Nicotero (u.a. "Nightmare on Elm Street"), welche die großartig aufspielende Zigeuner-Darstellerin Lorna Raver beinahe so aussehen lassen, als wäre sie mit Freddy Krueger verwandt, sei zudem die mehr als ansprechende Filmmusik von Christopher Young an dieser Stelle erwähnt. Besonders dessen musikalische Untermalung im Vor- und im Abspann sorgt dafür, dass man zu Beginn das Gefühl bekommt, in den nächsten 90 Minuten wahrhaft Furchterregendes serviert zu bekommen und zum Ende hin selbiges Gefühl im Abspann noch einmal bestätigt bekommt. Vergleichbar wäre hier das Öffnen einer großen Pforte hinein in einen gruseligen Freizeitpark voller Attraktionen, die einen gleichzeitig extrem gruseln und dennoch neugierig auf mehr machen.

Wäre die Schwämme an teils guten, teils schlechten Horrorfilmen in diesem Jahrzehnt nun nicht so unübersichtlich, könnte man sich also jetzt bereits sicher sein, dass die Genrefans in 20 Jahren genauso über "Drag Me To Hell" sprechen werden, wie wir uns heutzutage an "Tanz der Vampire" oder ähnliche Genre-Highlights zurück erinnern.

Drag Me To Hell
Sie kontrolliert deine Gedanken und deine Träume...

Mit dem guten Gewissen, einen Genrefilm gesehen zu haben, der vor lauter ekliger und gleichzeitig extrem unterhaltsamer Schock-Momente nur so strotzt, kann man diesen Streifen schon jetzt in eine Reihe mit hier bereits aufgezählten Klassikern stellen und Sam sowie seinem Bruder Ivan Raimi (die nach "Armee der Finsternis" hier erneut gemeinsam das Drehbuch verfassten) und auch der gesamten Darsteller-Riege nur gratulieren zu einem teils trashig schockierenden, teils klassischen Horrorfilm. Da können sich die oft viel zu schematischen Folterfilme wie "Saw" und "Hostel" noch ein Beispiel dran nehmen. Dank "Drag Me To Hell" dürfte der Ruf nach mehr Horrorunterhaltung hoffentlich bald wieder häufiger um sich greifen!

Drag Me To Hell
...und sie wird erst verschwinden, wenn du in der Hölle schmorst!


  • Die Zigeuner-Darstellerin Lorna Raver ist eine amerikanische Seriendarstellerin, die schon in vielen US-Serien wie "CSI", "Eli Stone", "Bones", "Boston Legal", "Cold Case", "Charmed" und "Ally McBeal" einige Nebenrollen (oft als Richterin) bekleiden durfte.
  • Reggie Lee, der hier mit der Hauptfigur um den Job des stellvertretenden Filialleiters kämpft, dürfte vielen "Prison Break"-Fans als Bill Kim, einem Mitarbeiter der "Company" bekannt sein. Zudem spielte Lee in Fluch der Karibik 3 die Rolle des Tai Huang.

Drag Me To Hell

Drag Me To HellDrag Me To Hell
Während der junge Psychologieprofessor Clay (Justin Long) versucht, seiner vermeintlich psychisch schwer belasteten Freundin Christine beizustehen, scheint der Fluch von Mrs. Ganush offenbar unaufhaltsam...

Drag Me To Hell

Jetzt drag me to hell (sofern schon verfügbar) auf DVD übers Internet ausleihen
oder die DVD bei buch.de kaufen oder bei momox.de verkaufen.





 

 
Fakten
Originaltitel:
Drag Me To Hell
 
deutscher Kinostart am:
11.06.2009
 
Genre:
Horror / Schocker
 
Regie:
Sam Raimi
 
Dieser Film wurde bewertet von:
Conway(78%)
 
Texte:
Conway
 
Diesen Film bewerten!
 


Synchronsprecher

SchauspielerSynchronsprecher
Alison LohmanManja Doering
Justin LongJulien Haggege
Lorna RaverGisela Fritzsch



TV-Termine

DatumUhrzeitSender
29.01.2017 22:05 RTL 2
20.03.2016 22:15 RTL 2
²) Sendezeiten bis 05:00 Uhr sind in der Nacht zum Folgetag.


Links



Newsletter: So wird keine neue Filmkritik verpasst! eMail-Adresse:

[Film bewerten] - [Synchronsprecher]

zurück zum Filmarchiv
zurück zur Wertungsübersicht
zurück zur Cineclub-Homepage

(c) 2017 Cineclub, Bochum für alle Texte, die Rechte an den Bildern liegen beim jeweiligen Filmverleih.