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Hachiko - Eine wunderbare Freundschaft


Länge Unterhaltung Spannung Action Musik Erotik Anspruch Eindruck Gesamt
***** *** ** * ***** ** *** ***** 81%
 

 
In perfekter Harmonie mit der Kraft der Musik hat Regisseur Lasse Hallström die Beziehung des japanischen Akita-Hundes Hachi zu Professor Parker Wilson (Richard Gere) in Bilder gefasst – mit Joan Allen als Cate Wilson und Erick Avari als Hotdog-Verkäufer Jasjeet.

Hachiko mit Richard Gere, Joan Allen und Erick Avari


Zu Beginn seines Hundelebens muss der japanische Akita-Hund Hachi eine große Reise überstehen. Als dann der Adressaufkleber an seinem Käfig abgerissen wird und der Käfig am Bahnhof von Bedridge herunterfällt, hält es den kleinen Hund nicht mehr in seinem Gefängnis. Er läuft gegen den Strom der Passagiere und lässt sich vom gerade aus dem Zug gestiegenen Professor Parker Wilson (Richard Gere) finden. Als dieser darin scheitert, dem Bahnhofsvorsteher Carl (Jason Alexander) den kleinen Hund zu übergeben, muss er ihn schließlich mit nach Hause nehmen – nicht sehr zur Freude seiner Frau Cate (Joan Allen), die von ihm verlangt, nun überall in der Stadt Plakate aufzuhängen, damit sich der richtige Besitzer meldet und den Hund abholt.

Hachiko mit Richard Gere, Joan Allen und Erick Avari
Schnell wird klar - Parker (Richard Gere) und Hachiko gehören zusammen.

Doch es meldet sich kein Besitzer und Cate kann nicht übersehen, wie sehr Hachi, der nachts im Gartenschuppen übernachten muss, dem Professor ans Herz wächst. Schließlich lässt sie sich erweichen, den Hund zu behalten. Unterdessen hat sich der Professor von seinem japanischen Freund Ken (Cary Hiroyuki Tagawa) das Schriftzeichen am Halsband des Hundes erklären lassen: Es heißt Hachi, der Achte, mit der Fähigkeit, Himmel und Erde gleichzeitig zu berühren.

Einige Zeit später ist der Professor nicht wenig erstaunt, nachdem er wie immer vor dem Bahnhof bei Jasjeet (Erick Avari) einen Kaffee geholt hat: Hachi ist ihm zum Bahnhof gefolgt… Aber noch viel mehr ist er am Abend verwundert, als Hachi ihn wieder abholt. Ein Ritual ist geboren, das sich ab jetzt täglich wiederholt. Und auch als der Professor eines Tages nicht mehr wiederkehrt, wundern sich Carl und Jasjeet nicht schlecht, denn der treue Hachi kommt weiterhin Tag für Tag zur gleichen Zeit und wartet auf seinen Menschen.

Hachiko mit Richard Gere, Joan Allen und Erick Avari
Hachiko an seinem Lieblingsplatz vor dem Bahnhof.


In der Tat basiert diese Geschichte auf einer wahren Begebenheit – zumindest, soweit es den Hund Hachi angeht. Mit erstaunlicher Ruhe und Liebe zum Detail setzen Richard Gere und die Hundedarsteller unter Anleitung von Lasse Hallström die Entwicklung dieser Hund-Mensch-Beziehung in Szene. Wie schon in „Chocolat“ arbeitet Lasse Hallström sehr viel mit der Kraft der Musik, was ihm allerdings auch vom Drehbuch her an die Hand gegeben wurde, schließlich unterrichtet der Professor Musik. Hachi erhält gleich zu Anfang ein Motiv, das den ganzen Film über in Variationen wiederkehrt. Dadurch entsteht eine wunderbare Symbiose zwischen Bild- und Musikerzählung.

Auch wenn sicherlich nicht von der Hand zu weisen ist, dass Richard Gere eine gute Figur macht (und auch einmal mehr sehr treffend von Hubertus Bengsch synchronisiert wurde), ziehen doch die tierischen Darsteller an seiner Seite die Aufmerksamkeit auf sich und lassen den Hollywood-Star in den Hintergrund rücken. Hachi, der natürlich von verschiedenen Hunden dargestellt wurde, wirkt dabei durchweg sehr natürlich und überzeugend. An einigen Stellen kommt der Zuschauer sogar in den Genuss, durch Hachis Augen zu schauen und die Umgebung wie der Hund wahrzunehmen, d.h. schwarz-weiß und mitunter auch mal auf dem Kopf stehend. Lasse Hallström hat dieses filmische Mittel allerdings nur mit Bedacht an einigen wenigen Stellen verwendet...

Dass auch die anderen Schauspieler in dieser Geschichte mit höchster Sorgfalt ausgewählt wurden und in ihren Rollen richtig aufgehen, merkt man eigentlich erst so richtig, nachdem Richard Gere verschwunden ist. Dann muss die Geschichte plötzlich nur von Hachi und den Nebendarstellern getragen werden, was Joan Allen, Jason Allexander, Cary-Hiroyuki Tagawa und vor allem Erick Avari, dem Hotdog-Verkäufer, überraschend gut gelingt.

Hachiko mit Richard Gere, Joan Allen und Erick Avari
Auch Parkers Tochter Andy (Sarah Roemer) und Hachiko werden schnell Freunde.

Am Ende drückt Lasse Hallström aber dann doch noch intensiv auf die Tränendrüse. Wem der Hund, der seit Jahren treu auf den Professor wartet, noch nicht ausreicht, den berührt spätestens die Szene, in der Cate, die Frau des Professors, nach 10 Jahren an den alten Ort zurückkehrt und das Haus wieder sieht, in dem jetzt eine andere glückliche Familie lebt. Die Harmonie von Schnitt, Musik und dem grandiosen Minenspiel Joan Allens transportiert hier die tief empfundene Trauer in einer ungewöhnlichen Intensität auf den Zuschauer. Obwohl weder Richard Gere noch einer der Hundedarsteller beteiligt ist, hinterlässt dieser Augenblick den stärksten Eindruck des gesamten Films.

Insgesamt ist „Hachiko“ Gefühlskino, auf das man sich von Anfang an richtig einlassen muss, um die volle Kraft von Bild und Musik mitzuerleben. Wer jedoch auf plötzliche Aufreger oder Überraschungen wartet, dürfte enttäuscht werden. Es geht tatsächlich „nur“ um die außergewöhnliche Beziehung zwischen einem Hund und dem von ihm gewählten Menschen.

Hachiko mit Richard Gere, Joan Allen und Erick AvariHachiko mit Richard Gere, Joan Allen und Erick Avari
Links: Parker (Richard Gere) und seine Frau Cate (Joan Allen).
Rechts: Hachiko holt Parker (Richard Gere) jeden Tag vom Bahnhof ab.

Hachiko mit Richard Gere, Joan Allen und Erick Avari

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Fakten
Originaltitel:
Hachiko - A Dog's Tale
 
deutscher Kinostart am:
12.11.2009
 
Genre:
Drama
 
Regie:
Lasse Hallström
 
Dieser Film wurde bewertet von:
RS(81%)
 
Texte:
RS
 
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Synchronsprecher

SchauspielerSynchronsprecher
Richard GereHubertus Bengsch
Joan AllenDagmar Dempe
Sarah RoemerMaren Rainer



TV-Termine

DatumUhrzeitSender
04.08.2016 ²) 00:15 SWR
08.05.2016 11:45 Eins Fest.
²) Sendezeiten bis 05:00 Uhr sind in der Nacht zum Folgetag.


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