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Spinnin'


Länge Unterhaltung Spannung Action Musik Erotik Anspruch Eindruck Gesamt
**** **** *** - **** **** *** ***** 90%
 

 
1995 versuchen Gárate und Omar ein Kind zu bekommen, doch die geeignete Mutter zu finden (und zu befruchten), ist gar nicht so einfach. Wunderbar verspielter Festivalfilm mit ernstem Hintergrund, Charme, guter Laune und 100 Küssen.

Spinnin' (von Eusebio Pastrana)
Gárate (Alejandro Tous) und Omar (Olav Férnandez) wünschen sich ein eigenes Kind.


Gárate (Alejandro Tous) und Omar (Olav Férnandez) sind wie ihre Freunde große Fans vom Fußballverein Atlético aus ihrer Heimatstadt Madrid. Nach einem großen Spieler der 60/70er hat Gárate sogar seinen Spitznamen erhalten. Gárate und Omar sind ein sehr verliebtes Paar, doch zu ihrem großen Glück fehlt ihnen noch etwas: ein Kind.

Das findet zumindest Omar. Gárate ist hingegen unsicher, ob er ein guter Vater sein kann, denn er fühlt sich selbst noch wie ein Kind. Außerdem hat Gárate ein Problem mit seinem eigenen Vater, der ihn nicht akzeptiert. Omar hingegen hat sowohl eine gute Freundin wie auch ein lesbisches Paar an der Hand, die gern ein Kind von ihm hätten. Nur gut für Gárate, dass es als schwules Paar gar nicht so einfach ist, ein Kind zu zeugen.

Spinnin' (von Eusebio Pastrana)
Gárate und Omar lernen sich drehend kennen.


"Spinnin'" gewann beim schwul-lesbischen Filmfestival Barcelona den Zuschauerpreis. Das Debüt von Autor-Regisseur Eusebio Pastrana weiß aber auch wirklich, die Herzen seiner Zuschauer im Sturm zu erobern. Der Film ist zwar keine reine Komödie, wie der deutsche Trailer nahelegt, aber die grundsätzlich heitere Stimmung des Films färbt sich auf das Publikum ab.

"Spinnin'" ist eine poetisch-leichtherzige Mischung aus Drama und Komödie, aus Spielfilm und Film-im-Film-Dokumentation. Gleich die Eröffnungsszene zeigt die Doppeldeutigkeit des Titels: 'spinning' bedeutet nicht nur 'sich drehen', sondern auch 'herumspinnen'. Wie in einer Ballade werden refrainartig Dialoge in anderen Situationen oder Stimmungen wiederholt. Weitere Verfremdungseffekte und Verspieltheiten mischen alle Erwartungen an den Streifen so stark auf, dass "Spinnin'" zu einer berührenden Überraschung werden kann.

Spinnin' (von Eusebio Pastrana)
Könnte Gott schwul sein? Gárates Freunde spinnen herum.

Auf Abhandlungen, warum Gott schwul sein könnte, folgen ernste Themen wie AIDS-Erkrankungen oder Akzeptanzforderungen. Trotz der etwas sprunghaften Erzählweise (mehrere Nebenhandlungen) bekommt man schnell emotionalen Zugang zu den Figuren. Die weitestgehend unbekannten oder debütierenden Darsteller sind nicht nur gutaussehend, sondern spielen auch wunderbar natürlich. Die Musik von Her Space Holiday und Murmur aus Madrid ist in jedem Moment beschwingend und passend.

Eine Besonderheit, die diesen Film von Anfang an begleitet, ist das beschwingte Mitzählen der Filmküsse: ganze 100 Küsse in 110 Filmminuten. Bitte nicht mitzuzählen, ob es wirklich 100 sind. Einfach genießen und sich von der heiteren Hochstimmung anstecken lassen, das ist die Devise von "Spinnin'".

Spinnin' (von Eusebio Pastrana)
Wie viele Küsse waren es schon? Es wird fleißig mitgezählt...


  • "Spinnin'" ist vom Verleih Salzgeber eigentlich als DVD-Veröffentlichung zum Ende des Jahres geplant. Im August läuft der Film jedoch in mehreren Kino-Sondervorstellungen, so auch in der Filmreihe homochrom in Köln und Dortmund.

Spinnin' (von Eusebio Pastrana)

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Fakten
Originaltitel:
Spinnin' (6000 millones de personas diferentes)
 
ohne Kinostart in:
00.00.2010
 
Genre:
Dramödie
 
Regie:
Eusebio Pastrana
 
Dieser Film wurde bewertet von:
Martin(90%)
 
Texte:
Martin
 
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