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The Artist


Länge Unterhaltung Spannung Action Musik Erotik Anspruch Eindruck Gesamt
***** ***** ***** * ***** ** ***** ***** 92%
 

 
Charmante Hommage an den Stummfilm mit wundervollen Darstellern. Ein Film, nicht nur für eingefleischte Cineasten sondern auch für alle, die die Filmgeschichte entdecken möchten. Oscar-Gewinner und ein Cineclub-Filmtipp.

The Artist
With Pleasure: Jean Dujardin und Bérénice Béjo


Hollywood 1927: George Valentin (Jean Dujardin) ist ein gefeierter Stummfilmstar. Die Frauenherzen fliegen ihm reihenweise zu und man sieht ihm an, wie sehr er es genießt. So sehr er sich auch im Jubel der Fans sonnt, er entdeckt ganz nebenbei eine junge Darstellerin. Peppy Miller (Bérénice Bejo) kann mehr als nur als Statistin durchs Bild laufen. Schnell entwickelt sie sich vom Sternchen zum kommenden Star. Doch was Peppy schnell merkt: Die Zukunft gehört dem Tonfilm. Wo George dies als neumodischen Schnickschnack abtut, kommt Peppy ganz groß raus. George überwirft sich mit seinem Produzenten (John Goodman), versucht selbst einen Film zu produzieren und ruiniert sich dabei auch noch finanziell. Und es passiert, was passieren muss. Im Aufstieg von Peppy Miller spiegelt sich der langsam untergehende Stern von George Valentin.

The Artist
Die erste Begegnung: Alle Welt kennt George Valentin, aber wer ist dieses Mädchen?


Es gibt Filme, die verändern die Filmgeschichte. Und es gibt Filme, die ergehen sich in Zitaten der Filmgeschichte. Dieser ist beides und damit ziemlich einzigartig. Wieso sollte man heutzutage denn auch nochmals einen Stummfilm drehen? War es nicht ein technisches Korsett, das Filmemacher vor 100 Jahren zwang, Filme ohne (gesprochenen) Ton zu machen? Die ihre Dialoge in Zwischentiteln zwangen, jedoch für heutige Sehgewohnheiten irgendwie träge, beinahe langweilig wirken?

Gerade wegen der heutigen Sehgewohnheiten, wegen der Gleichzeitigkeit allzuvieler Eindrücke, muss man "The Artist" sehen. Er holt einen aus dem Rausch der 3. Dimension gewissermaßen auf den Boden der Filmgeschichte, lässt die Simplizität wieder in neuem Glanz erstrahlen. Dabei wirkt der Film von Michel Hazanavicius keinesfalls angestaubt. Mit leichtfüßiger Ironie erzählt er seine Geschichte und nimmt das Publikum auf eine wundervolle Zeitreise mit.

The Artist
Peppy Miller ist nun der Star.

Das Schicksal von George Valentin teilen viele Stummfilmstars des frühen Hollywood, die teilweise grauenvoll schlecht englisch sprachen oder eine geradezu alberne Fistelstimme besaßen. All das spielte ja beim Stummfilm keine Rolle. Das Problem unseres Helden George Valentin ist hingegen, dass er den Tonfilm als alberne Modeerscheinung abtut, der er nicht hinterherrennen möchte. Parallelen zu heutigen „Modeerscheinungen“ darf jeder gerne selbst ziehen. In seiner naiven, märchenhaften Erzählweise vergisst Hazanavicius das Augenzwinkern nie und erinnert uns daran, dass Kino schon immer ein Ort zum Träumen war.

Wo Sprache und Betonung plötzlich nicht mehr auftreten, ist die Mimik umso wichtiger. Ein Gesichtsausdruck sagt oft mehr als tausend Worte. Was unweigerlich immer ein bisschen an Pantomimen erinnert, darf natürlich nicht übertrieben werden. Gerade diese Gratwanderung schaffen Dujardin und Béjo meisterhaft. Mit Mitteln des Theaters, aber nicht ganz in der theatralischen Übertreibung oder gar Pathos, trifft der Film ins Herz. Ein Filmjuwel zum Lachen und Weinen, Nachdenken und Schwelgen – with Pleasure! Stilecht in 4:3, schwarz-weiß und toller Stummfilmmusik. Cineclub-Filmtipp!

The Artist
Peppy wartet in Georges Garderobe und träumt.

The Artist
George hält sich dran: Please be silent.

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Fakten
Originaltitel:
The Artist
 
deutscher Kinostart am:
26.01.2012
 
Genre:
Stummfilm
 
Regie:
Michel Hazanavicius
 
Dieser Film wurde bewertet von:
hope(92%)
 
Texte:
hope
 
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