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Frauensee


Länge Unterhaltung Spannung Action Musik Erotik Anspruch Eindruck Gesamt
*** *** ** - *** *** ** ** 57%
 

 
Im Spätsommer in der brandenburgischen Seenlandschaft prallen die unterschiedlichen Lebensentwürfe von vier Frauen aufeinander. Hübscher, sehr ruhiger, atmosphärischer Film, der mehr Tiefe oder Spannung hätte vertragen können.

Frauensee


In der brandenburgischen Seenlandschaft steigen Fischwirtin Rosa (Nele Rosetz) und ihr Mitarbeiter wie täglich ins Boot, kontrollieren Reusen, entnehmen die gefangenen Fische. Auch das Flicken der Netze ist ihnen zur Gewohnheit geworden, denn irgendjemand stielt ihnen immer wieder Fische. Rosa gibt nur einen Anglerschein pro See heraus und eckt damit an. Auch mit ihrer Freundin Kirsten (Therese Hämer), einer Anwältin, läuft es nur bedingt gut.

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Als wäre das nicht genug, campen Evi (Lea Draeger) und Olivia (Constanze Waechter) ausgerechnet im Naturschutzgebiet und bedienen sich ebenfalls an Rosas Reusen. Rosa schickt die beiden selbstverständlich fort, doch dann kommt alles anders, als Kirsten die beiden jungen Frauen in ihr Haus am See einlädt. Bei den Spannungen, die sich aufbauen zwischen den vier Frauen, die ganz unterschiedliches vom Leben erwarten, wird keine von ihnen an diesem Spätsommerwochenende unverändert bleiben.

Frauensee


Bei so viel Wasser ist es wohl kein Wunder, wenn der Film plätschert. Doch trotz etwas magerer Geschichte sollte man "Frauensee" lieber im Kino als daheim sehen. Nicht nur weil die See- und Landschaftsaufnahmen sehr hübsch sind, sondern auch, weil die Stimmung und so einige Nuancen des Films verloren gehen, wenn man sich nicht die Ruhe dafür nimmt und sich darauf einlässt.

Was "Frauensee" auszeichnet, ist, dass es sich um eine rein lesbische Erzählung handelt – und dann noch aus Deutschland. Hier haben die Frauen nicht wie in "The Kids Are All Right" oder vielen anderen lesbischen Filmen schließlich doch Verhältnisse mit Männern. Das heißt jedoch nicht im Umkehrschluss, dass Heteromänner ihre schmuddeligen Fantasien von Frauensex erfüllt bekommen. Der Film ist von der FSK ab 6 Jahren freigegeben und erzählt von der Dynamik und den Anziehungen zwischen den Frauen.

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Dennoch sind nicht alle Beweggründe der Protagonisten völlig klar. Etwas weniger Stimmungsbilder und etwas mehr Charakterisierung oder Handlung hätte dem Film mehr Tiefe verleihen können. Das ist insbesondere für die Kulmination am Ende klar. Hier hatte Autor und Regisseur Zoltan Paul seine Mühe, die Gefühle und die Bedürfnisse der vier Frauen klar darzustellen und völlig zufrieden stellend auf den Punkt zu bringen. Stattdessen wirkt der Film an dieser Stelle das erste Mal bemüht.

Für die stimmungsvollen Qualitäten können Freunde von ruhigen Filmen getrost ins Kino gehen oder einschalten. Einen Versuch, ob's gefällt oder nicht, könnte es wert sein.

Frauensee

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Fakten
Originaltitel:
Frauensee
 
deutscher Kinostart am:
24.01.2013
 
Genre:
Drama
 
Regie:
Zoltan Paul
 
Dieser Film wurde bewertet von:
Martin(57%)
 
Texte:
Martin
 
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