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Pacific Rim


Länge Unterhaltung Spannung Action Musik Erotik Anspruch Eindruck Gesamt
*** * *** *** *** * ** *** 63%
 

 
Mit riesigen menschengesteuerten Robotern kämpft die Menschheit gegen zerstörungswütige Alienmonster aus dem Meer. „Iron Man“ trifft auf „Godzilla“ in diesem etwas übereifrigen und seichten Action-Drama von Guillermo del Toro („Pan’s Labyrinth“).

Pacific Rim (in 3D)


Immer wieder entsteigen gigantische Alienmonster, so genannte Kaijus, dem Meer und sorgen weltweit für große Zerstörung. Darum schließen sich die überforderten Regierungen zusammen, um ein erfolgreiches Waffenprojekt zu initiieren: beim Jaeger-Projekt werden gewaltige Roboter mit umfassenden Waffensystemen gebaut. Gesteuert werden diese Riesen-Mechas von jeweils zwei kampferprobten Piloten, deren Gehirne über eine Neuronenbrücke verbunden sind.

Nachdem sein Bruder Yancy (Diego Klattenhoff) im Kampf getötet wurde, während ihr Bewusstsein miteinander gekoppelt war, verabschiedet sich Raleigh Beckett (Charlie Hunnam) von diesem Job und arbeitet bei dem neuen Programm, weltweit Küstenwälle zu errichten, um die Monster aufzuhalten. Weil nicht beides finanziert werden kann, beenden die Regierungen das Jaeger-Projekt.

Pacific Rim (in 3D)

Als jedoch eines der schnell lernenden Aliens durch einen Wall in Sydney bricht, trommelt Offizier Stacker Pentecost (Idris Elba) alle noch einsatzfähigen, wenn auch teils veralterten Jaeger und Piloten zusammen. Während Forscher Dr. Newton Geizler (Charlie Day) nach einer anderen Lösung sucht, plant Pentecost, mit einem mutigen Angriff das Portal im Seegraben zu schließen, durch das die Aliens aus einer Dimension in immer kürzeren Zeitabständen hervorkommen.

Weil das Koppeln der Pilotenhirne nicht nur Vertrauen, sondern auch Kompatibilität erfordert, muss Raleigh einen geeigneten Partner finden. Obwohl Mako Mori (Rinko Kikuchi) willens und fähig ist, will Pentecost sie erst nicht zulassen. Schließlich erteilt er doch die Erlaubnis, doch Mako verfängt sich in den Tücken der Bewusstseinskopplung. Als allerdings erstmals zwei Monster gleichzeitig durch das Portal kommen, müssen Mako und Raleigh notgedrungen in den Kampf ziehen.

Pacific Rim (in 3D)


Ko-Autor, Produzent und Regisseur Guillermo del Toro („Pan’s Labyrinth“, „Hellboy“, „Blade II“) wollte mit „Pacific Rim“ im Gegensatz zu angeblich zynischeren, düstereren Sommer-Blockbustern einen leichteren Film machen, der insbesondere auch ein jüngeres Publikum für weitere Kaiju/Monster- sowie Mecha/Roboter-Filme begeistern soll. Es ist fast schon als außergewöhnlich zu bezeichnen, dass ein so teures Projekt verwirklicht wurde, das auf einer originellen Idee und keinem Franchise basiert. Dennoch wirkt der Film wie ein Hybrid von einem unironischen „Iron Man“ und lebhafteren „Godzilla“ und damit irgendwie bekannt.

Das weltweit bekannteste Kaiju ist ja Godzilla und genauso wie damals in Roland Emmerichs Hollywood-Version finden auch hier einige Kämpfe meist nachts im umherspritzenden Wasser, in herunterfallendem Schutt oder in dunkler Tiefsee statt. Zudem sind die Monster wesentlich agiler, die Maschine-Biest-Kämpfe häufig im direkten Kontakt oder verschlungen, so dass manches nicht allzu deutlich erkennbar ist. Ein paar Mal erfreut der Einsatz von 3D-Technik jedoch das Auge, doch mehr als solide Actionunterhaltung bietet der Film nicht.

Pacific Rim (in 3D)

Die Produktion ist recht stark auf den asiatischen Markt ausgerichtet, auch durch den Handlungsort und die Besetzung einer der Hauptcharaktere durch die Oscar-nominierte Japanerin Rinko Kikuchi („Babel“). Auch beim Design ließ man sich etwas von asiatischen Mangas inspirieren, z.B. werden sich einige an „Neon Genesis Evangelion“ erinnert fühlen. Das Produktionsdesign bewegt sich jedoch leider immer wieder auf der Klippe zwischen cool und lächerlich.

Während einige Entwürfe wirklich großartig aussehen, sind es dann wieder andere Details, die unstimmig sind. Dass z.B. einige Bauwerke und Schilder abgenutzt aussehen, als wären sie Jahrzehnte alt, passt kaum in den Handlungszeitraum von nur wenigen Jahren, in denen das Jaeger-Projekt oder die Mauern aufgebaut wurden. Und dass die Kaijus von innen heraus blau leuchten oder wie der Charakter Hannibal Chau (gespielt von „Hellboy“ Ron Perlman) aussieht, ist etwas fragwürdig.

Pacific Rim (in 3D)

Durch recht viel Drama mit persönlichen Konflikten wie Makos Selbstzweifeln, die böswillige Ablehnung von Raleigh durch andere Piloten und dunkle Bilder wirkt dieser Sci-Fi-Actionfilm auch gar nicht so leicht wie del Toro gewollt hat – oder „Iron Man 3“ es dieses Jahr vorgemacht hat. Zwar gibt es mit Charlie Day („Kill the Boss“, „Verrückt nach dir“) einen quirligen Charakter, der für etwas Humor sorgen soll, aber selbst das funktioniert nur teilweise. Und nur einmal kommt mit der richtigen Musik und Inszenierung ein Moment von Rockstar-Kampffreude auf. Ansonsten ist „Pacific Rim“ doch recht schwer.

Leider ist diese Schwere nicht mit Tiefe verbunden. Die psychologischen Konflikte sind eher Blaupausen, die Charaktere genügen nur den Anforderungen der Geschichte. Was für Auswirkungen die Alien-Invasion wirklich auf die Bevölkerung hat, wird durch den Fokus auf ein paar Soldaten stark ausgeblendet, wodurch für den Zuschauer die Bedrohung auf Zerstörung von Stadtstrukturen beschränkt bleibt. Diese Zerstörungsoberflächlichkeit erinnert wieder an Emmerichs „Godzilla“. Überraschungen und Wendungen werden ohnehin überbewertet, deswegen müssen Zuschauer auf Autopilot schalten und durch die Probleme und Schlachten bis zum vorprogrammierte Ende cruisen.

Pacific Rim (in 3D)

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Fakten
Originaltitel:
Pacific Rim
 
deutscher Kinostart am:
18.07.2013
 
Genre:
Science-Fiction / Action-Drama
 
Regie:
Guillermo del Toro
 
Dieser Film wurde bewertet von:
Martin(63%)
 
Texte:
Martin
 
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Synchronsprecher

SchauspielerSynchronsprecher
Charlie HunnamBjörn Schalla
James RodayPeter Lontzek
Idris ElbaOliver Stritzel



TV-Termine

DatumUhrzeitSender
18.11.2017 20:15 Sat.1
07.05.2017 20:15 Pro 7
²) Sendezeiten bis 05:00 Uhr sind in der Nacht zum Folgetag.




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