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Population Boom


Länge Unterhaltung Spannung Action Musik Erotik Anspruch Eindruck Gesamt
***** *** * - ** - ***** ***** 90%
 

 
Überbevölkerung ist das Kernproblem unserer modernen Gesellschaft? Falsch – Werner Boote zeigt, wie wir darauf kommen und warum es nicht stimmt!


In den Medien wird immer wieder von ihr gesprochen. Nahezu alle modernen Probleme der Gesellschaft und der Umwelt lassen sich auf sie zurückführen – die Rede ist von der „Überbevölkerung“. Doch ist die Erde wirklich überbevölkert?

Bereits vor über mehr als 200 Jahren sprach man davon, dass die Erde dem gehörigen Druck der Menschheitspopulation nicht standhalten wird. Damals waren es weitaus weniger von uns. In den 1960ern machte man sich bei der Marke von 3,5 Mrd. Menschen Sorgen. Seit 2011 sind es mehr als doppelt so viele! Wie weit kann der Mensch sich verbreiten und was ist zu viel? In diesem Film werden Stimmen von Kritikern sowie Befürwortern laut.

Population Boom
Circa die Hälfte der Einwohner der indischen Großstadt Mumbai
leben in Slums. Ein Zeichen der Überbevölkerung?


Nach seinem Erfolg mit „Plastic Planet“ veröffentlicht Werner Boote erneut einen gesellschaftskritischen Film. Mit diesem fasst er die oft vertretende Meinung auf, die Welt sei schlicht überbevölkert, was andere Probleme in den Hintergrund drängt. Unvoreingenommen nimmt er den Zuschauer mit auf eine Reise durch verschiedene Länder und Ansichten. Von den kinderspärlichen Familien in Europa über die Ein-Kind-Politik in China bis hin zu einer 100-köpfigen Familie in Kenia sind alle dabei!

Population Boom
Ein Zeichen der Ein-Kind-Politik: Verwöhnte Einzelkinder, sogenannte Prinzen!

Kostümiert in Anzug und Krawatte macht sich Werner Boote auf in die vermeintlich am meisten überbevölkerten Ecken dieser Welt – arm wie reich! Dabei stößt er auf ganz unterschiedliche Ansichten. Zunehmend fällt ihm – sowie dem aufmerksamen Zuschauer – auf, dass Überbevölkerung ein Problem ist, auf das nur Reiche zu stoßen scheinen. Wenn ein Europäer an Afrika denkt, fallen ihm wahrscheinlich sofort die „Massen“ an Menschen ein, die es da unten scheinbar gibt – kombiniert mit Hunger und anderen Nöten. Doch die weit ausgedehnte afrikanische Steppe ist menschenleer. Selbst in der Hauptstadt von Bangladesch – das am dichtesten besiedelte Land der Welt – spricht man nicht gerne von Überbevölkerung. Eine Aktivistin erklärt, dass dieser Begriff die Armen auf eine geringere Stufe stellt. „Überbevölkerung“ male ein bestimmtes Bild der ärmeren Klassen und erzeuge Stereotype, die wiederum als Ausrede für andere Probleme gelten.

Interessant ist auch, welche Rolle Werner Boote in diesen Dialogen einnimmt. Unterhält er sich mit einem Befürworter der Überbevölkerungsthese, zeigt er sich kritisch. Redet er mit einem Kritiker, wirft er kurzbündig Argumente der Gegenseite ein und provoziert somit eindeutige und deutliche Aussagen.

Während Industriestaaten und mächtige Konzerne auf das wachsende Problem des Population Booms hinweisen, wächst der ökologische Fußabdruck in den am geringsten wachsenden Ländern umso mehr.

Population Boom
In Kenias Steppen ist noch reichlich Platz. Ein Massai-Oberhaupt
hat mehrere Frauen und teilweise bis zu 100 Kindern.

Was stimmt nun? Ist alles so einfach wie es scheint oder trifft Werner Boote mit diesem Film einen besonderen Kern in der modernen Gesellschaft? Laut eigenen Aussagen ging er zu Anfang der Recherchen auch von einer überbevölkerten Welt aus. Zum Ende hin steht ein eindrucksvoller Dokumentarfilm, der die Menschheit mit purer Lebensfreude feiert und auf subtile Weise den Kontrast der Perspektiven in den armen und reichen Ländern dieser Welt verdeutlicht – und ihre Interessenskonflikte hinsichtlich des Bevölkerungswachstums.

Population Boom
Der am meisten bewegende Moment des Films: Werner Boote steht auf einem überfüllten
Zug in Bangladesch nach einem muslimischen Fest und wird von allen Seiten gesichert.

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Fakten
Originaltitel:
Population Boom
 
deutscher Kinostart am:
27.03.2014
 
Genre:
Dokumentation
 
Regie:
Werner Boote
 
Dieser Film wurde bewertet von:
ML (90%)
 
Texte:
ML
 
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