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Test


Länge Unterhaltung Spannung Action Musik Erotik Anspruch Eindruck Gesamt
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Während sich 1985 die Aids-Erkrankungen ausweiten, muss sich Frankie in seinem neuen Tanzensemble beweisen – ein Test in vielerlei Hinsicht. Dieses feine, brütende Tanz-Romantik-Drama ist elektrisierend – und offizieller Beitrag der Berlinale 2014.

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Frankie (Scott Marlowe) wird 1985 in San Francisco als neustes Mitglied des modernen Tanzensembles McManus Ballet aufgenommen. Dort tanzt auch sein Kumpel Todd (Matthew Risch). Sie sind ziemlich verschieden: Frank ist zurückhaltend, sanft, unschuldig; Todd ist düsterer, offener und hat auch kein Problem mit Sex gegen Bezahlung, um sein Tanzeinkommen aufzubessern.

1985 ist nicht nur das Jahr, in dem Frankie sich erstmals einen Walkman kauft und sich damit den Soundtrack seines Alltags erschafft. Es ist auch die Zeit der Aids-Epidemie. Schauspieler Rock Hudson erkrankt daran. In Zeitungen wird diskutiert, Schwule unter Quarantäne zu stellen. Auch wenn es Unsicherheit darüber gibt, ob HIV durch Schweiß übertragen wird, so ist doch mittlerweile ein Test verfügbar.

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Bei den Tanzproben fällt Frankie auf, weil er sich angeblich zu unmännlich bewegt. Deswegen wird er bei Bühnenauftritten nicht eingesetzt. Auf der Straße sieht Frankie Warnhinweise und beginnt zuhause, beobachtet von einem Nachbarn, die Muttermale auf seinem hellhäutigen Körper zu überprüfen, ob es diese "Anzeichen auf Aids" sind. Weil sein Balancesinn nachlässt, geht er zum Arzt und überlegt, ob er den neuen Test durchführen lassen soll.

Als ein Ensemblemitglied verletzt ist, bekommt Frankie endlich die Gelegenheit, dessen Part zu übernehmen und bei der Aufführung von "After Dark" zu tanzen. Doch Aids breitet sich weiter aus, kommt Frankie in seinem Umfeld immer näher. Gleichzeitig entwickelt sich eine tiefere Freundschaft zwischen Frankie und Todd.

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"Test", den Chris Mason Johnson nach "The New Twenty" geschrieben, produziert und als Regisseur inszeniert hat, ist ein kleiner Indie-Film, der mit einem Budget von gerade mal 250.000 Dollar gedreht wurde (das ist ein knappes Siebtel einer durchschnittlichen "Tatort"-Folge). Er ist zugleich Tanzfilm, zurückhaltende Romanze und Rekonstruktion der damals allgegenwärtigen Bedrohung durch HIV.

Nur wenige Monate vor "Test" wurde "Five Dances" von Alan Brown vorgestellt. Brown erzählt in fünf Tänzen und Abschnitten die sehr dürftige Geschichte eines 18-jährigen Tänzers, der in einer Tanztruppe aufgenommen wird und zu sich selbst und seiner Homosexualität finden muss. Johnson hingegen, der selbst Solotänzer war (z.B. in Frankfurt), konzentriert sich weniger auf Tanz, sondern webt den Tanz in eine zwar etwas fragmenthafte, aber doch komplexere Geschichte ein.

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Johnson geht es mehr um seine Charaktere und diese sind schon erwachsener, müssen ihre Sexualität nicht mehr hinterfragen. Ihre Unsicherheiten haben vielmehr mit ihrer gelebten Homosexualität und der Angst vor einer HIV-Infektion zu tun (die selbst unter Heterosexuellen herrscht). Diese Aufarbeitung der Angst, mit der sich viele identifizieren können, baut im Zuschauer ebenfalls eine wachsende Spannung und Anteilnahme auf.

Trotz der beschränkten finanziellen Mittel hat Johnson angemessene filmische Mittel gefunden, seine Geschichte zu inszenieren. Und er hat etwas Neuartiges zu erzählen, obwohl schon einige Filme über die frühe Aids-Zeit gedreht wurden. Es geht nicht ums Sterben, wie bestimmt einige bei dieser Thematik erwarten, sondern ums Leben mit der Ungewissheit.

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Eine bildschöne Kameraarbeit leistet Daniel Marks, der bis zu seinem Studienabschluss 2012 bei einigen Kurzfilmen mitgewirkt hat und die teils düstere Atmosphäre mit Sonnenreflexen aufhellt. Sidra Bell, die Choreographin für "Test", wurde 2011 für ihre Arbeit in Stuttgart ausgezeichnet. Hauptdarsteller Scott Marlowe, ein Tänzer, gibt sein Leinwanddebüt neben dem ebenfalls wenig bekannten Matthew Risch. Beide spielen und tanzen überzeugend.

Das alles macht "Test" zu einem feinen kleinen Film, der fesselt, schwules Leben Mitte der 80er authentisch darstellt und trotz seiner angstgeschwängerten Stimmung letzten Endes Mut gibt.

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  • Nach Festivalteilnahmen in Nordamerika und Hongkong feiert "Test" seine Europa-Premiere im Februar 2014 in der Berlinale-Sektion Panorama.
  • "Test" wurde über Kickstarter finanziert und gewann beim Outfest in Los Angeles zwei große Jurypreise als bester Film und für das Drehbuch.

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Fakten
Originaltitel:
Test
 
Festivalvorführungen ab:
07.02.2014
 
Genre:
Drama / Tanzfilm, Romanze
 
Regie:
Chris Mason Johnson
 
Dieser Film wurde bewertet von:
Martin(82%)
 
Texte:
Martin
 
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