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Wüstentänzer - Afshins verbotener Traum von Freiheit


Länge Unterhaltung Spannung Action Musik Erotik Anspruch Eindruck Gesamt
***** **** **** ** **** ** **** ***** 85%
 

 
Bewegender Tanzfilm über Freundschaft, Träume und die Unterdrückung eines Regimes.


Afshin (Reece Ritchie) und Elaheh (Freida Pinto) riskieren
mit ihrem leidenschaftlichen Tanz in der iranischen Wüste ihr Leben.


Afshin möchte von klein auf nur eins: Tanzen. Doch dies ist verboten im Iran. Trotz dessen wird er schon früh Mitglied geheimer Kunsttreffen und stillt sein Verlangen nach kreativer Entfaltung. Als er älter wird, geht er nach Teheran, um dort Kunst zu studieren. Innerhalb der Studentengemeinschaft findet er Gleichgesinnte und gründet eine Tanzgruppe. Natürlich alles im Verborgenen. Sie gehen sogar so weit, dass sie einen Auftritt planen. Damit die Moralwächter nicht an sie herankommen, entscheiden sie sich für die Wüste als Schauplatz. Falls sie gefasst werden, droht ihnen das Gefängnis oder Schlimmeres. Gemeinsam riskieren sie alles.


Afshins Kommilitone Ardavan (Tom Cullen) verleiht seinem Unmut
über das iranische Regime durch seine Bilder Ausdruck.


„Wüstentänzer - Afshins verbotener Traum von Freiheit“ nimmt uns mit in ein Land, in dem man seine eigene Freiheit nur im Verborgenen ausleben kann. Was für uns normal scheint, ist dort unter Höchststrafe gesetzt. Meinungsfreiheit und Kreativität sind nur zwei Faktoren, auf die der Film eingeht. Je krasser diese Außenwirkung ist, umso explosiver versuchen sich Afshin und seine Freunde zu entfalten. Tanz ist hier genau das richtige Ausdrucksmittel. In der künstlerischen Darstellung verpacken sie alle Botschaften, die sie nicht laut aussprechen können. Besonders eindrucksvoll sind hier die Tänze in der Wüste und der finale Auftritt.


Afshin und Elaheh harmonieren nicht nur beim Tanzen miteinander.

Begleitet von Gewalt birgt der Film abwechselnd „weiche“ wie „harte“ Szenen. Die Schönen Künste scheinen nur bedingt fähig, sich gegen die rohe Verhaltensweise der Moralwächter und Andersgesinnten durchsetzen zu können. Doch letztendlich gilt die Weisheit: Nur wer schwach ist, schlägt zu.

Die nebensächliche Liebesgeschichte des Films ist begleitet von einer persönlichen Misere, die ich persönlich vor dem Film nicht erwartet hätte. Auch hier schont uns die Darstellung nicht und zeigt (anscheinend) realistische Komplikationen. Die gemeinsamen Tanzszenen sind begleitet von intimen emotionalen Erlebnissen und die Verschmelzung oder „Symphonie“ ihrer Körper strahlt eine gewisse Erotik aus. Dazu trägt natürlich auch die Schönheit der aus „Slumdog Millionaire“ bekannten Schauspielerin Freida Pinto bei.


Geheimnisvolle Elaheh: Die talentierte Studentin
verliert sich zwischen Hoffnung und Restriktion.

Musik setzt hauptsächlich begleitend zum Tanz ein. Fraglich ist, ob die Musik die gewünschte Wirkung auf den Zuschauer hat, denn die Personen im Film hören in den meisten Fällen keine Begleitmusik. Daher unterscheidet sich hier die Wahrnehmung des Zuschauers von der realen Szene ungemein. Dennoch ist die Musik passend gewählt und trägt definitiv zur Unterhaltung bei.

Besondere Empathie gilt dem Protagonisten Afshin (Reece Ritchie), da dieser eine besonders intensive emotionale Entwicklung auf der Jagd nach der Erfüllung seines Traums erlebt. Er handelt stets freundschaftlich, großzügig und aufrichtig und wird des Öfteren grundlos bestraft, hat jedoch stellenweise auch Glück. Am Ende steht sein Ausbruch aus der Unterdrückung, welcher ihm vom Zuschauer mehr als gegönnt wird. So erleben wir schlussendlich doch noch unsere „Läuterung“ und hoffen auf Besserung für die Lebenssituation von Menschen in Ländern mit unterdrückter Bevölkerung.

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Fakten
Originaltitel:
Desert Dancer
 
deutscher Kinostart am:
03.07.2014
 
Genre:
Drama / Tanzfilm / Biographie
 
Regie:
Richard Raymond
 
Dieser Film wurde bewertet von:
ML (85%)
 
Texte:
ML
 
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Synchronsprecher

SchauspielerSynchronsprecher
Reece RitchieJulian Trostorf
Nazanin BoniadiSanam Afrashteh
Freida PintoUsha Rani



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