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Vice


Länge Unterhaltung Spannung Action Musik Erotik Anspruch Eindruck Gesamt
**** * *** *** *** * **** **** 68%
 

 
In nicht allzu weit entfernter Zukunft gibt es ein Resort, indem man jedes Verbrechen ungesühnt begehen kann. Doch die weiteren Pläne von Julian (Bruce Willis), dem Betreiber, geraten in Gefahr, als die Bewohnerin Kelly (Ambyr Childers) ausbricht und unverhofft ihrem Schöpfer (Bryan Greenberg) begegnet. Handwerklich eher durchschnittlicher Thriller, der trotzdem zum Nachdenken anregt.

Vice (mit Bruce Willis und Brian Greenberg)


Es ist ihr letzter Tag als Bewohnerin des Resorts, schon morgen wird Kelly (Ambyr Childers) aufbrechen und die weite Welt entdecken. Das glauben sie und ihre Freundin Melissa (Charlotte Kirk) zumindest, während sie in der Bar, in der Kelly arbeitet zum Abschied anstoßen. Fast schon bedauert Kelly ihre Entscheidung, als sie den sympathischen Evan (Bryan Greenberg) kennenlernt. Doch bevor sie noch länger darüber nachdenken kann, wird sie zusammen mit ihrer Freundin auf offener Straße ermordet. Und niemand verfolgt den Täter, denn das ist so üblich im Resort mit dem Namen „Vice“. Hier ist alles erlaubt. Und Besitzer Julian (Bruce Willis) hat es eilig, schickt einen Reinigungstrupp zum Tatort und lässt die beiden jungen Frauen mit Hochdruck reparieren, denn das Resort ist ausgebucht und er braucht jeden Bewohner in funktionsfähigem Zustand. Doch diesmal geht etwas schief: Obwohl ihre Erinnerungen gelöscht wurden, erlebt Kelly plötzlich Flash-Backs vom Mord und von vielen weiteren davor. Dies setzt ungeahnte Kräfte frei und sie bricht aus.

Vice (mit Bruce Willis und Brian Greenberg)

An ganz anderer Stelle kämpft ein einsamer Mann einen Kampf gegen Windmühlen: Immer wieder wird der Cop Roy (Thomas Jane) mit Verbrechern konfrontiert, die innerhalb der Mauern von Vice auf den Geschmack gekommen sind und ihre Gewalttaten dann im realen Leben fortsetzen. Als er gerade mal wieder einen von ihnen mit einem echten Haftbefehl innerhalb des Resorts festgenommen hat, eskaliert die Lage und ihm droht die Suspendierung. Doch glücklicherweise überschlagen sich die Ereignisse und so sind bald nicht nur die Häscher von Vice hinter der Ausreißerin her, sondern auch Roy. Unterdessen findet Kelly ein Gebäude aus ihren Träumen wieder und macht eine überraschende Entdeckung: Evan ist ihr Schöpfer – und damit vielleicht der einzige Mensch, der ihr noch helfen kann.

Vice (mit Bruce Willis und Brian Greenberg)


Die Handlung von Vice wurde in eine namenlosen, dystopische Stadt in den amerikanischen Südstaaten platziert, spielt hauptsächlich in nächtlichen Straßenzügen, die von unangenehmen senkrecht stehenden Neonröhren beleuchtet werden. Das Resort von Vice ist in dieser Hinsicht zwar etwas angenehmer, aber schon in den ersten Szenen des Films wird die frauenverachtende Ausprägung dieser Institution deutlich. Wann ist man noch eine Maschine und wo fängt das Menschsein an? Diese Frage schwebt allgegenwärtig über der Handlung. Ihre Beantwortung wird aber glücklicherweise dem Zuschauer überlassen. So niveauvoll, wie diese Möglichkeit auch ist, gestalten sich weite Teile des Films leider nicht. Denn unglücklicherweise wurde „Vice“ mit zahlreichen 0-8-15-Ballerszenen gestreckt, die absolut spannungslos sind, da nie eine Kugel der Gegner ihr Ziel trifft, diese meist ganz in schwarz gekleideten gesichtslosen Angreifer aber ihrerseits treffsicher immer vom ersten Schuss getötet werden.

Vice (mit Bruce Willis und Brian Greenberg)

Bruce Willis ist zwar ein großer Name, hat aber hier als Bösewicht nur ganz wenige Szenen, die er zwar erwartungsgemäß umsetzt – doch das liegt in der deutschen Fassung mehr an Synchronsprecher Manfred Lehmann als an Willis selbst. Und Thomas Jane verkörpert den Zahnstocher kauenden Cop Roy zwar wirklich unsympathisch, bleibt dabei aber trotzdem recht blass. Einziger Lichtblick bei der männlichen Darstellerriege ist Bryan Greenberg, der die Mischung aus Trauer, Selbstzweifeln und Selbstvertrauen, die seinen Charakter ausmacht, gut rüberbringt und mit der ebenfalls gefällig aufspielenden Ambyr Childers in den gemeinsamen Szenen gut harmoniert.

Pluspunkt des Films ist die Interpretation und filmische Umsetzung der Idee, künstliches Leben zu erschaffen, das dann straflos vernichtet (und wieder repariert) werden kann. In dieser Hinsicht liefert der Film Denkanstöße. Daher ist der Film für Genre-Liebhaber durchaus zu empfehlen (für alle Fans von Greenberg natürlich aucht).

Vice (mit Bruce Willis und Brian Greenberg)

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Fakten
Originaltitel:
Vice
 
auf DVD/Blu-ray/VoD ab:
02.10.2015
 
Genre:
Action / Science-Fiction-Thriller
 
Regie:
Brian A Miller
 
Dieser Film wurde bewertet von:
RS(68%)
 
Texte:
RS
 
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Synchronsprecher

SchauspielerSynchronsprecher
Ambyr ChildersSolveig Duda
Thomas JaneThomas-Nero Wolff
Bruce WillisManfred Lehmann



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