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leer Barry Seal - Only in America


Länge Unterhaltung Spannung Action Musik Erotik Anspruch Eindruck Gesamt
**** *** *** **** *** * *** **** 73%
 

 
Beruhend auf den wahren Begebenheiten aus dem Leben des Drogenschmugglers Barry Seal fliegt Tom Cruise in dieser auf 70er und 80er Jahre getrimmten Krimi-Dramödie Unmengen an Drogen in die USA und das alles unter dem Deckmantel von tatsächlich passierten CIA-Geheimoperationen… Brauchbarer Streifen, der neben einer gelungenen Inszenierung auch die Machenschaften des US-Geheimdienstes gut unterzubringen vermag.

Barry Seal - Only in America


Als Verkehrspilot bei der US-Fluggesellschaft Trans World Airlines (TWA; wurde 2001 von American Airlines aufgekauft) hat der charmante Barry Seal (Tom Cruise) einen wirklichen gut bezahlten Job. Auch ist er gut krankenversichert (was in den USA damals wie heute etwas Besonderes ist) und er kann sich und seine Frau Lucy (Sarah Wright) prima versorgen. Doch irgendwie langweilt ihn der immer gleiche Job, da helfen auch die ständig wechselnden Zielorte nichts. Um ein wenig Geld nebenher zu verdienen, schmuggelt Barry gelegentlich Dinge wie kubanische Zigarren von der kommunistischen Insel in die USA, doch auch dieser Zuverdienst ändert nichts an der Eintönigkeit seines Jobs. Zudem ist die Gefahr durch die Drogenfahndung auch nicht zu verachten…

Eines Tages wird Barry von einem Mann namens Monty Schafer (Dohnall Gleeson) angesprochen. Dieser bietet dem verdutzten Piloten doch tatsächlich einen Job für den US-Geheimdienst an – bei vollem Gehalt versteht sich. Barry soll mit einem Kleinflugzeug über Zentralamerika fliegen und mit einer an der Maschine befindlichen Kamera geheime Fotos von Militärbasen der Kommunisten machen. Doch dabei bleibt es natürlich nicht. Mit der Zeit soll er bestimmte Rebellen mit Waffen versorgen oder geheime Unterlagen transportieren, welche der CIA Geheimnisse über den jeweiligen Feind verraten.

Barry Seal - Only in America
Barry Seal (Tom Cruise) schießt nicht nur geheime Fotos,
sondern zahlt mit CIA-Geldern auch für geheime Informationen über den Feind.

Eine Menge politisch kriminelle (irgendwie das Gleiche) Arbeit also für den sympathischen Draufgänger und das über Jahre. Die gute Bezahlung seitens der CIA ist aber einfach zu verlockend und manche Nebeneinkünfte sind natürlich auch nicht zu verachten.

Während für Barry und seine bald schwangere Frau das süße Leben beginnt, erledigt der Pilot immer weitere Jobs und lernt dabei dann auch einige örtliche Drogendealer kennen. Vor allem die drei Männer Carlos Lehder (Fredy Yate Escobar), Jorge Ochoa (Alejandro Edda) und Pablo Escobar (Mauricio Mejia) können Barry davon überzeugen, bald schon kiloweise Heroin in die Vereinigten Staaten zu schmuggeln und Barry Seal wird reicher und reicher. Doch mit steigendem Geld steigt natürlich auch die Gefahr…

Barry Seal - Only in America
Mauricio Mejía als Pablo Escobar, Fredy Yate Escobar als Carlos Lehder
und Alejandro Edda als Jorge Ochoa.


Ich möchte Regisseur Doug Liman gleich vorab meinen Respekt zollen. Wie er es schafft, Hauptdarsteller Tom Cruise zu Beginn des Films rund 15 Jahre jünger aussehen zu lassen, ist schon beeindruckend. Auch die Mischung aus Archivaufnahmen und aktuellen Szenen ist gelungen. Ebenso sind die Flugeinlagen gut inszeniert – eben jene, wo Barry Seal mit dem durch kiloweise Kokain völlig überladenen Kleinflugzeug versucht, von einer kleinen Piste durch dichte Baumwipfel doch noch irgendwie die Maschine in die Luft zu bekommen… toll. Auch die Farben, die Kleidung, die Musik und alles andere ist zeitgemäß und spiegelt die 70er und 80er Jahre gut wieder. Es ist somit nur berechtigt, dass der Streifen bei den National Film Awards UK 2018 als Bester internationaler Film nominiert wurde.

Barry Seal - Only in America
CIA-Kontaktmann Monty Schafer (Dohnall Gleeson) und Barry Seal.

Unabhängig davon ist die für das Thema gewählte Art der Aufarbeitung mancher CIA-Geheimoperationen ebenfalls hervorzuheben. Die Macher setzen hier nämlich vor allem auf Unterhaltung und wenn man die Ernsthaftigkeit dahinter bedenkt, ist das irgendwie nicht korrekt. Trotzdem halte ich es für den richtigen Weg, denn nur mit dieser Form von Informationsweitergabe scheinen geneigte Zuschauer heutzutage empfänglich für solche Fakten zu sein. Dank besagter Unterhaltung wirkt der CIA-Kontaktmann (gut von Domhnall Gleeson, ältester Sohn von Brandan Gleeson, dargestellt) ziemlich amüsant und dass, obwohl er im Grunde ein Drecksschwein ist – eben ganz dem CIA-Standard entsprechend. Auch Nebenrollen wie Barry Seals Schwager JB (Caleb Landry Jones) fallen auf und erinnern uns daran, dass man in erster Linie eben einen Hollywoodfilm guckt. Spaß (egal in welcher Form) ist und bleibt das A und O und das gilt auch hier.

Barry Seal - Only in America
Geld verleiht Macht und Macht macht sexy.
Das findet auch Barry Seals Frau Lucy (Sarah Wright).

Die Sache mit der Iran-Contra-Affäre zur Amtszeit von Ronald Reagan, der laufende kalte Krieg zwischen dem Westen und der Sowjetunion sowie die Einbindung des Medellin-Kartells, an deren Entstehung der Amerikaner Adler Berriman Seal (so der komplette Name des Mannes, auf den dieser Film hier zum größten Teil ja basiert) offenbar auf seine Art beteiligt war, sind jedenfalls alles in allem wirklich gut gemacht. Was etwas stört, sind manche Längen, die bei all dem Inhalt (politisch, schmugglertechnisch und auch über die Jahre gesehen) zwar nachvollziehbar sind, der Gesamtunterhaltung und mancher Spannung aber dennoch gelegentlich schaden. Aber eben nur gelegentlich und so kann man sich „American Made“ (so der durchaus passende OT) bedenkenlos ansehen – vor allem, wenn man sich für die politische Geschichte Amerikas im hier gezeigten Zeitraum zu interessieren vermag.

Barry Seal - Only in America

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Fakten
Originaltitel:
American Made
 
deutscher Kinostart am:
07.09.2017
 
auf DVD/Blu-ray/VoD ab:
11.01.2018
 
Genre:
Krimi / Dramödie / Biographie / Action
 
Regie:
Doug Liman
 
Dieser Film wurde bewertet von:
Conway(73%)
 
Texte:
Conway
 
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