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Flatliners (2017)


Länge Unterhaltung Spannung Action Musik Erotik Anspruch Eindruck Gesamt
** ** ** ** * * *** ** 44%
 

 
Bereits 1990 hat Joel Schumacher mit dem damaligen Top-Star Julia Roberts den Nahtod-Erfahrungsfilm „Flatliners“ ins Kino gebracht und durch clevere Handlung, überzeugende Darsteller und wohldosierte Schockeffekte überzeugt. Ob dies auch dem Remake gelingt, steht in unserer neuesten Kritik.

Flatliners (Remake)
Für alle Bilder gilt:
© 2017 Columbia Pictures Industries, Inc. and Cross Creek Pictures, LLC.
All Rights Reserved.


Die Medizinstudentin Courtney Holmes (Ellen Page) will zusammen mit ihren Kommilitonen ein Experiment wagen, in dem es um Nahtoderfahrungen geht.

Zu diesem Zweck schleicht sie sich in einen abgegrenzten Teil des Klinikums, an dem sie arbeitet, um dort durch Medikamentengabe und einen Defibrillator künstlich getötet zu werden.

Flatliners (Remake)

Das Experiment gelingt, und Courtney erlebt, was sich nach unserem Ableben abspielt. Sie „fliegt“ durch verschiedene Sphären und erlebt Vergangenes erneut. Als sie wiederbelebt wird, ist sie völlig begeistert von diesem Erlebnis und rät ihren Freunden, diese Erfahrung ebenfalls zu machen. Als Nebeneffekt hat sie plötzlich zudem ein umfassenderes medizinisches Wissen und kann sich an Gelesenes besser erinnern.

Nach und nach lassen sich auch die Anderen, bis auf Ray (Diego Luna), auf dieses Experiment ein. Neben den positiven Effekten - u.a. ein gestärktes Selbstbewusstsein bei Sophia (Kiersey Clemons) - werden die Freunde nun aber auch von den Schatten der Vergangenheit eingeholt. Und die sind alles andere als positiv.

Flatliners (Remake)


Niels Arden Oplev hat sich hier an eine Neuverfilmung eines mittlerweile fast 30 Jahre alten Klassikers gewagt. Und versagt dabei in vielerlei Hinsicht.

Die Charaktere sind an Oberflächlichkeit kaum zu unterbieten. Oplev gibt keinem der Darsteller die Chance, seiner Rolle Platz zur Entfaltung zu geben. Als Beispiel sei hier die Figur von Sophia genannt. Diese hat eine schwierige/komplizierte Beziehung zu ihrer Mutter. Das ergibt sich aber erst nach der Nahtoderfahrung. Nur den Grund für diese Beziehung lässt Oplev offen. Also bleibt der Zuschauer mit der Frage zurück, wieso die Mutter es so schlimm findet, wenn ihre erwachsene Tochter mit einem Mann eine Beziehung eingeht.

Flatliners (Remake)

Und, so schmerzhaft diese Zeilen nun auch sind, Ellen Page hat hier die schlechteste Leistung ihrer Filmkarriere abgeliefert. Wo ist der sensationelle Tiefgang von „Juno“ geblieben? Wieso hat sie nicht die intensive Darstellung aus „An American Crime“ hinbekommen? Sie spielt eine völlig blasse Figur, die keine Identifikation zulässt.

Die Erlebnisse „auf der anderen Seite“ wurden von Oplev versucht, in eine Art visuelles surrealistisches Universum zu verwandeln; gelandet ist er bei langweiliger Fahrstuhlmusik kombiniert mit öden Ethnobildfolgen, die den Kitsch des berühmten „Indianer steht neben Wolf unter Sternenhimmel“-Bilds einfangen.

Flatliners (Remake)

Die gruseligen Erscheinungen hingegen sind ihm ganz gut gelungen. Bis auf eine Ausnahme verzichtet er angenehmerweise auf die mittlerweile üblichen Jump-Scares und setzt eher auf subtilen Horror, bestehend aus Schatten, die durchs Bild huschen oder sich verfremdende Gesichter.

Nur rettet dies leider nicht 110 Minuten Filmmaterial und kann auch nicht dauerhaft unterhalten.

Flatliners (Remake)

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Fakten
Originaltitel:
Flatliners
 
deutscher Kinostart am:
30.11.2017
 
auf DVD/Blu-ray/VoD ab:
30.03.2018
 
Genre:
Horror / Mysterythriller / Remake
 
Regie:
Niels Arden Oplev
 
Dieser Film wurde bewertet von:
AL(44%)
 
Texte:
AL
 
Vertrieb:
Sony Pictures Entertainment
 
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