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The Autopsy of Jane Doe


Länge Unterhaltung Spannung Action Musik Erotik Anspruch Eindruck Gesamt
*** *** **** ** **** - *** *** 70%
 

 
Vater (Brian Cox) und Sohn (Emile Hirsch) erhalten spät am Abend eine Leiche, die am Schauplatz eines grausamen Verbrechens gefunden wurde. Als Gerichtsmediziner haben sie den Auftrag herauszufinden, was genau am Tatort passiert ist. Dabei kommt mehr ans Licht, als ihnen lieb ist.

The Autopsy of Jane Doe


In einem Haus hat ein schreckliches Verbrechen stattgefunden. Die Leichen sind grausam zugerichtet. Während die Spurensicherung den Tatort untersucht, wird im Keller des Hauses eine halb aus- (oder ein?) gegrabene Leiche gefunden. Sheriff Burke (Michael McElhatton) bringt diese zum zuständigen Gerichtsmediziner Tommy Tilden (Brian Cox), der zusammen mit seinem Sohn Austin die Todesursache der unbekannten Frau (Olwen Kelly) - männliche unbekannte Leichen werden in den Staaten immer Jon Doe, weibliche Jane Doe genannt - herausfinden soll.

Während der Autopsie treffen sie auf immer mehr Ungereimtheiten die Leiche betreffend. So hat diese schwerste innere Verletzungen, die augenscheinlich nur durch äußere Einwirkungen verursacht werden konnten. Nur ist die Leiche von außen völlig intakt.

Je weiter sie der Lösung des Rätsels näher kommen, desto mehr häufen sich die ungeklärten Zufälle in dem Obduktionsraum. Sei es das Radio, das ständig den Sender wechselt, oder das Licht, das regelmäßig zu flackern beginnt. Langsam begreifen die Beiden, dass in der Leiche mehr steckt als nur eine tote Frau...

The Autopsy of Jane Doe
Austin (Emile Hirsch) und sein Vater Tommy (Brian Cox)


Kammerspielfilme sind immer ein schwieriges Unterfangen. Wenn ein abendfüllender Spielfilm auf einen Ort und nur eine Handvoll Schauspieler reduziert wird, droht schnell die Gefahr, dass man einem von beiden überdrüssig wird. Dies hat André Øvredal hier sehr gut gelöst.

Der Keller des Hauses, der als Obduktionsraum dient, verströmt von Beginn an eine unangenehme klaustrophobische Atmosphäre, die im weiteren Verlauf des Filmes durch das flackernde und ausfallende Licht noch verstärkt wird. Der Hauptteil dieses Werkes liegt aber bei Brian Cox und Emile Hirsch. Und wo bei dem einen eine sehr gute Wahl getroffen wurde, so ist der andere doch etwas blass.

Brian Cox spielt hier seine Rolle überzeugend gradlinig. Er, der nüchterne rationale Gerichtsmediziner, der „alles schon mal gesehen hat“, lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. Jede Ungereimtheit wird notiert, aber immer mit dem Gedanken, „es muss eine logische Erklärung geben“, registriert. Dass diese Professionalität und der ständige Umgang mit Tod und Verbrechen ihn nicht hat kalt werden lassen, wird bei dem Verlust seiner Katze deutlich. Sie ist eines der letzten Andenken an seine verstorbene Frau. Diese Gratwanderung zwischen eiskalter Professionalität und sensibler Erinnerung gelingt Brian Cox hervorragend.

The Autopsy of Jane Doe
Austin (Emile Hirsch) registriert immer mehr Merkwürdigkeiten.

Dem nach hinkt dafür Emile Hirsch. Er schafft es nur ansatzweise, das Grauen und die Angst, die sich im Laufe des Films ansammeln, zu transportieren. Wo sein Vater der rationale Denker ist, spielt Emile den emotionaleren Part. Leider weicht sein Gesichtsausdruck hier selten von einem „wow, ich hab mich erschreckt“ ab. Auch kann er den Konflikt zwischen Vater und Sohn, der mit dem Tod der Mutter angedeutet wird, nicht glaubhaft darstellen.

Das Setting des Filmes ist düster spannend. Sehr gut hat mir gefallen, dass bei der Autopsie auf jegliche Splattereffekte verzichtet wurde. Zwar fließt Blut, aber nicht literweise, und es wird auch nicht, wie man das sonst von ähnlichen Filmen kennt, fontänenartig an die Wand gespritzt. Wenn bei der Untersuchung festgestellt wird, dass Hand- und Fußgelenke der Leiche gebrochen sind und unter der Haut die Knochen verschoben werden können, ist dies auch Horror genug. Überhaupt setzt die erste Hälfte des Films auf eher subtileren Horror.

Leider kann André Øvredal aber den starken ersten Teil des Films nicht durchhalten. Ab ca. der Mitte, wenn die Lösung des Rätsels sich herauskristallisiert, nimmt der Horror weiter zu und der Mysteryanteil rückt in den Hintergrund. Was sehr schade ist, denn hier weicht der Film nicht großartig von Standardhorrorkost ab. Mit Sicherheit nicht schlecht, aber eben auch nichts Neues.

Der Sound des Films überzeugt jedoch von Anfang bis Ende. Der Bass kommt durchgehend angenehm unangenehm rüber und erzeugt durch sein tiefes Brummen eine zusätzliche bedrückende Atmosphäre. Der Surroundsound ist stimmig abgestimmt. Nur hier und da in den Höhen vielleicht einen Hauch zu schrill.

The Autopsy of Jane Doe

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Fakten
Originaltitel:
The Autopsy of Jane Doe
 
Festivalvorführungen ab:
07.09.2017
 
auf DVD/Blu-ray/VoD ab:
20.10.2017
 
Genre:
Horror / Thriller / Mystery
 
Regie:
André Øvredal
 
Dieser Film wurde bewertet von:
AL(70%)
 
Texte:
AL
 
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