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leer I Am Mother


Länge Unterhaltung Spannung Action Musik Erotik Anspruch Eindruck Gesamt
**** * ***** ** **** - **** **** 75%
 

 
Die Tochter (Clara Rugaard) ist der einzige Mensch seit der Auslöschung und wird von einem Androiden (gesprochen von Laura Maire) großgezogen, der sich selbst als Mutter bezeichnet. Mit Auftauchen einer Frau (Hilary Swank) gerät die Welt der Tochter aus den Fugen. Faszinierendes, verbildlichtes Gedankenspiel über eine K.I., die Menschen beschützt – atmosphärisch und mit starken Darstellerinnen aber auch einigen zweifelhaften Härten.

I am Mother
Der humanoide Roboter "Mutter" (Stimme von Laura Maire) kümmert sich um den Säugling "Tochter".


Die Tochter hat seit ihrer Geburt im Reagenzglas keine andere Umgebung gesehen als die bunkerähnliche Versuchsanlage, die von ihrer Mutter, einem Bulldozer-Androiden, verwaltet wird. Hier wurde die heute jugendliche Tochter (Clara Rugaard) von Mutter im Arm gehalten, erzogen, geistig und körperlich trainiert und in Ethik unterrichtet. Dabei glaubt die Tochter Mutters Bericht von einer toxisch verseuchten Außenwelt, in der alles menschliche Leben ausgelöscht wurde. Dieses Weltbild wird aber abrupt erschüttert, als eine Frau (Hilary Swank) vor der Luftschleuse steht und um Hilfe bittet, weil sie draußen angeschossen wurde. Hieraus erwächst schnell ein beängstigender Konflikt, da immer mehr von Mutters Worten und Handlungen als unaufrichtig entlarvt werden. Kann die Tochter ihrer Mutter noch vertrauen? Und welche Ziele verfolgt die unbekannte Frau?

I am Mother
"Mutter" (Luke Hawker, gesprochen von Laura Maire) bietet der verletzten fremden Frau (Hilary Swank) Hilfe an, doch diese fürchtet sich.


Es ist schon eine beängstigende Vorstellung. Eine künstliche Intelligenz, geschaffen, um das Überleben der Menschen zu sichern, wächst in eine Mutterrolle. Kann eine Jugendliche, die es von Geburt an nicht anders kennt, tatsächlich Mutterliebe und echtes Vertrauen zu einer Maschine entwickeln oder ist die Bindung an ein anderes menschliches Wesen doch stärker? Dieses Grundthema des Films an sich ist schon ein spannendes Gedankenspiel.

Passend dazu ist die Inszenierung atmosphärisch und versetzt den Zuschauer in permanentes Unbehagen. Die wenigen Rollen sind dabei mit starken Schauspielerinnen besetzt, die jede auf ihre eigene Art punkten können. Dabei interagieren Clara Rugaard als Tochter und Hilary Swank als Frau sehr stimmig. Besonders letztere wird perfekt ergänzt durch Synchronsprecherin Sandra Schwittau, während die Figur der Mutter sogar fast ausschließlich davon lebt, dass zu der ausgesprochenen Freundlichkeit in Laura Maires Stimme bisweilen eine unterschwellige Drohung mitschwingt.

I am Mother
Die Teenagerin "Tochter" (Clara Rugaard) stellt Nachforschungen an.

Auch die Musik wurde passend zum Thema ausgewählt und verstärkt besonders am Anfang Filmpassagen, in denen wenig gesprochen wird, während sie ansonsten über weite Teile vor allem der Spannungserzeugung und -aufrechterhaltung dienlich ist. Überhaupt hat Regisseur Grant Sputore in dieser Hinsicht mehr als einmal in die Kiste verstaubter, aber zuverlässiger Hilfsmittel gegriffen. Das zeugt von einiger Mutlosigkeit. Obwohl die horrorfilmtaugliche Wirkung von langen leeren Gängen, einer Axt als Waffe und ständig aufgrund von Strommangel blinkenden Neonröhren unbestritten ist, schaden diese Mittel bei „I am mother“ doch enorm, da sie hier gänzlich überflüssig sind. Ebenso wie die Notwendigkeit einen chirurgischen Eingriff in Nahaufnahme und quälender Länge zu zeigen. Von ziemlicher Schlichtheit ist außerdem die Computertechnik geprägt. Hier ein paar blinkende Lampen, dort ein paar Kabel, die auch gerne mal im Bündel herausgerissen werden können, – da fühlt man sich doch irgendwie an die Zeit von Knight Rider erinnert.

I am Mother
Obwohl sie kein Mensch ist, strahlt "Mutter" (Luke Hawker, gesprochen von Laura Maire) eine besondere Wärme aus, wenn sie sich um "Tochter" kümmert.

Zum Glück bekommt Grant Sputore am Ende die Kurve und bringt sein Langfilm-Regiedebut zu einem runden Abschluss, mit dem man insgesamt ganz gut leben kann. Obwohl nicht perfekt, ist der Film aufgrund der starken Darstellerinnen und Synchronsprecherinnen sehenswert und kann als Anstoß für weitere Gedankenspiele dienen.

I am Mother
Eine fremde Frau (Hilary Swank) trübt die Familien-Idylle und säht bei "Tochter" Zweifel über "Mutters" Absichten.


Wer diesen Film mit Genuss anschauen möchte, sollte unbedingt den Finger von einigen im Netz verfügbaren Trailern lassen. Insbesondere Netflix ist hierbei über das Ziel hinausgeschossen und spoilert eindeutig viel zu viel.

Mutter ist eigentlich ein Roboteranzug, in dem Luke Hawker steckte, der auch für Weta Workshop das Roboter-Design verantwortet hat und während des Projekts ungeahnte schauspielerische Fähigkeiten entdeckte. Beim Dreh sprach Luke Hawker die Texte, die später mit Mutters Stimme nachsynchronisiert wurden. An einer kleinen Stelle ist dies nicht passiert und man kann seine Stimme auch in der finalen Fassung noch hören.

Der im Film gezeigte schwarze Sand stammt vom neuseeländischen Sandstrand Karekare, an dem einige der Außenaufnahmen gedreht wurden.

I am Mother
"Mutters" (Luke Hawker, gesprochen von Laura Maire) wachsamem Auge entzieht sich nichts

Für alle Bilder gilt:
© 2019 Concorde Filmverleih GmbH

I am Mother

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Fakten
Originaltitel:
I Am Mother
 
deutscher Kinostart am:
22.08.2019
 
Genre:
Science-Fiction / Thriller / Drama
 
Regie:
Grant Sputore
 
Dieser Film wurde bewertet von:
RS(75%)
 
Texte:
RS
 
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Synchronsprecher

SchauspielerSynchronsprecher
Rose ByrneLaura Maire
Clara RugaardLena Schmidtke
Hilary SwankSandra Schwittau





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