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leer Soulfood - Familie geht durch den Magen


Länge Unterhaltung Spannung Action Musik Erotik Anspruch Eindruck Gesamt
** ** *** - **** - ** ** 49%
 

 
An Abes (Noah Schnapp) Familientafel ist der Konflikt zwischen Juden und Palästinensern allgegenwärtig, doch er versucht trotzdem, mit harmonischem Essen Frieden zu stiften. Erlesene Zutaten in Nahaufnahme, ein engagierter Jungdarsteller, aber trotzdem weder „Gott des Gemetzels“ noch Feelgood-Komödie.

Soulfood - Familie geht durch den Magen (OT: Abe)


Erst wird Abe (Noah Schnapp) an seinem 12. Geburtstag einmal mehr vor den Kopf gestoßen, weil er – wie so oft – zwischen den Religionen seiner Großeltern wählen soll (die sind Juden, die anderen Palästinenser). Dann soll er auch noch in ein Feriencamp. Immerhin darf er in ein Koch-Camp in der Stadt und Kochen liebt Abe über alles. Leider hält die Freude nicht allzu lange, bis Abe erkennen muss, dass es um Anfängerkochen für Kinder geht und er dort schlicht gar nichts lernen wird. Also beschließt er, lieber den brasilianischen Kochkünstler Chico (Seu Jorge) in dessen Küche zu besuchen. Und tatsächlich lernt er dort nicht nur Abwaschen und Müllentsorgen, sondern auch Grundkenntnisse über Basiszutaten und Geschmacksharmonie.

Soulfood - Familie geht durch den Magen (OT: Abe)

Der Sommer verläuft für Abe wie im Paradies, bis seine Eltern dahinterkommen, dass er gar nicht im Kochkurs sitzt und ihm Hausarrest verordnen. Bei einem Thanksgiving-Essen versucht Abe schon bald, das Gelernte anzuwenden, seine Familie zu versöhnen und die Ehe seiner Eltern zu retten. Doch er macht alles ungewollt noch schlimmer.

Soulfood - Familie geht durch den Magen (OT: Abe)


Wenn der „Gott des Gemetzels“ auf Jon Favreaus „Kiss the Cook“ trifft, ergibt das leider viel weniger Harmonie, als sich das Drehbuch dies wohl gewünscht hätte. Man kann den Machern nicht vorwerfen, dass sie nicht die richtigen Zutaten gewählt hätten. Vielmehr lässt das gezeigte einem durchaus das Wasser im Mund zusammenlaufen. Diese Hauptdarsteller von Soulfood bekommen auf jeden Fall die volle Punktzahl – vor Allem weil sie keine Dialoge haben.

Denn das ist der Schwerpunkt des Films: Die Erwachsenen streiten, während sich der Jungdarsteller darin übt, gequält auszusehen oder seine bedauernswerte Lebenssituation aus dem Off zu kommentieren. Dabei sind die Dialoge sehr auf den politisch-religiösen Konflikt der Familie konzentriert und steigern sich bis zur Aussage, dass Abe nie hätte gezeugt werden dürfen.

Soulfood - Familie geht durch den Magen (OT: Abe)

Neben dieses Konfliktthemas, von dem ich nach der ersten Auseinandersetzung nicht unbedingt noch die zweite und dritte Etappe hätte haben wollen, gibt es einige Stilmittel, die Regisseur Fernando Grostein Andrade zum Aufpeppen seiner Handlung verwendet hat und die bei mir die vermutlich gewünschte Wirkung leider nicht erzeugt haben. Wo Jon Favreau noch filmisch animiert twitterte, wird hier aus Instagram gepostet und ein ums andere Mal schlicht der Notebook-Desktop eingeschnitten. Zusammen mit den in diesen Schnipseln eher überflüssigen Untertiteln entsteht ein hektisches Durcheinander.

Dass Soulfood in seiner Grundaussage vorhersehbar ist, macht hingegen nichts aus, denn mit einer zufriedenstellenden Auflösung hatte man hier ohnehin gerechnet. Was bleibt, ist die Tatsache, dass eine zum Koch berufene Hauptfigur und tolles Essen nicht zwingend einen guten Film ausmachen.

Soulfood - Familie geht durch den Magen (OT: Abe)

Soulfood - Familie geht durch den Magen (OT: Abe)

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Fakten
Originaltitel:
Abe
 
auf DVD/Blu-ray/VoD ab:
28.08.2020
 
Genre:
Jugenddrama
 
Regie:
Fernando Grostein Andrade
 
Dieser Film wurde bewertet von:
RS(49%)
 
Texte:
RS
 
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