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Ein Fahrstuhl im Hotel Europa katapultiert den 10jährigen Karli (Silas John) um fast ein Jahrhundert in die Vergangenheit, wo er mit Hannah (Annika Benzin) und Georg (Maximilian Reinwald) neue Freunde findet, aber auch die Eigenheiten von Nazi-Deutschland kennenlernt.


Inhalt:
Karli (Silas John) ist genervt, Er muss die Sommerferien mit seinen Eltern verbringen, die gerade ein altes Hotel gekauft haben, und ihnen bei der Renovierung helfen. Noch schlimmer ist allerdings seine soziale Isolation. Kein Internet bedeutet keinen Kontakt mehr zu seinen alten Freunden und im neuen Dorf kennt er noch niemanden.
Als er mit ein paar Säcken Zement den alten Lastenaufzug benutzt, hat dieser eine Fehlfunktion, nachdem er mehrere Stockwerksknöpfe gleichzeitig gedrückt hat. Als sich die Türen wieder öffnen, gelangt er zurück in den Hotelflur – aber auch in das Jahr 1938, in dem das Hotel in vollem Betrieb war.

Schnell realisiert Karli, dass dies der richtige Ort aber die falsche Zeit sein muss und glaubt zunächst an einen Traum. Doch er wacht nicht auf. Stattdessen lernt er die fesche Hannah (Annika Benzin) und den Schuhputzer Georg (Maximilian Reinwald) kennen. Als sich herausstellt, dass Hannah Jüdin ist und sie ebenso wie ihr Vater von anderen Gästen schikaniert wird und dies über sich ergehen lässt, ist Karli zunächst verwundert. Als dann aber auch noch Georg eines Diebstahls bezichtigt wird, den er eindeutig nicht begangen haben kann, beschlie0t er, der Sache gemeinsam mit Hannah auf den Grund zu gehen.
Dass Karli immer mehr Zeit in der Vergangenheit verbringt, fällt irgendwann natürlich auch seinen Eltern auf, die ihn im ganzen Haus suchen und nicht finden können. Nun muss sich Karli zu allem Überdruss auch noch eine Alibi-Geschichte überlegen und erfindet kurzerhand einen Freund im Dorf. Nebenbei versucht er händeringend, von seiner Mutter die volle Wahrheit darüber zu erfahren, was im Jahr 1938 mit den Juden passiert ist...

Kritik:
Norbert Lechner erzählt die Geschichte der Judenverfolgung aus einer kindlichen Perspektive. Karli weiß zwar grob, dass vor dem zweiten Weltkrieg alles schlimm war – was genau, hatte er aber bislang nicht verstanden (die Zeit war auch in der Schule noch nicht dran). Deshalb ist die Verwunderung, mit der Karli auf den Alltag im Hotel Europa von 1938 reagiert, völlig glaubhaft.
Die Sprache ist gleich, die Kleidung lässt sich schnell angleichen, doch warum sich zum Beispiel Hannahs Vater überhaupt nicht wehrt, ist für Karli zunächst schwer nachvollziehbar. Das fällt bei den gleichaltrigen Hermann und Heinrich schon leichter – es sind einfach verzogene Muttersöhnchen, wie es sie in jeder Generation zu geben scheint…
Natürlich musste der eine oder andere Kniff angewendet werden, damit die Geschichte auch in der Gegenwart funktioniert. Zum Beispiel das fehlende Internet oder die naiven Eltern. Das spielt aber auch kaum eine Rolle, denn der Fokus des Films liegt ohnehin auf der Zeitzone der Vergangenheit. In dieser überzeugt der Film nicht nur durch seinen Hauptdarsteller, sondern auch in Ausstattung, Kleidung und Sprache. Die Zeitreise selbst ist auf das absolute Minimum reduziert. Das An- und Ausschalten des Lichts im Fahrstuhl bleibt hier das einzige zum Einsatz kommende Stilmittel.

Als Zuschauer hat man gegenüber Karli einen Wissensvorsprung und kommt damit schnell dahinter, was im Hotel Europa vor sich geht. Durch das Bangen, dass Karli und Hannah mit ihren Ermittlungen großen Schaden anrichten könnten, bezieht der Film einen Großteil seiner Spannung.
Alles in Allem ist „Das geheime Stockwerk“ eine sehr unterhaltsame kleine Geschichtsstunde, die geschickt mit einem an Erich Kästners Geschichten erinnernden Kriminalspiel verknüpft wurde. Unterhaltsam und mit gut aufspielenden Jungdarstellern.
 Für alle Bilder gilt:
© KEVIN LEE - AMOUR FOU 2025

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Fakten |
Originaltitel: Das geheime Stockwerk
deutscher Kinostart am: 12.03.2026 auf DVD/Blu-ray ab: 24.07.2026
Genre: Kinderfilm / Drama / Familienfilm / Historie
Regie:
Norbert Lechner Länge: ca. 92 Minuten FSK der Kinofassung: ab 0 freigegeben / Freigegeben ohne Altersbeschränkung Kinoverleih: Farbfilm
Dieser Film wurde bewertet von: RS(80%)
Texte: RS
Bilder wurden bereitgestellt von: farbfilm verleih bei kinofreund
FSK der Heimkino-Fassung: ab 6 freigegeben
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