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leer Glennkill: Ein Schafskrimi


Länge Unterhaltung Spannung Action Musik Erotik Anspruch Eindruck Gesamt
***** **** *** ** **** - **** **** 79%
 

 
Die Schafe sind los! Lily (Anke Engelke) und Mopple (Bastian Pastewka) müssen dem unerfahrenen Wachtmeister Tim (Nicholas Braun) dabei helfen, den Mord an ihrem Schäfer George (Hugh Jackman) aufzuklären. Mischung aus Real- und Animationsfilm, die die Stimmung der Bücher gut einfängt. Auf diesen Film hat Sneaky Pie Brown schon lange gewartet.

Glennkill: Ein Schafskrimi


Es ist Harmonie pur. Der Schäfer George (Hugh Jackman) liebt jedes Tier in seiner Herde. Er gibt ihnen Namen. Er hegt und pflegt sie und er liest ihnen jeden Abend aus seinen Lieblingsbüchern – und das sind Krimis – vor. Die Schafe wiederum lieben diese Zerstreuung und raten fleißig mit, wer jeweils der Mörder ist. Einzig Lily (Anke Engelke) muss nicht raten, sie weiß immer sofort, wer der Täter ist, und behält stets Recht.

Als sie George eines morgens tot auffinden, ist zunächst alles genauso, wie es bei einem klassischen Krimi sein sollte. Es gibt nur einen Unterschied. Im realen Leben weiß niemand sofort, wer der Mörder ist. Selbst Lily nicht. Hinzu kommt, dass der Dorfpolizist Tim (Nicholas Braun) völlig überfordert ist, da er es noch nie zuvor mit einem Mord zu tun hatte. Zunächst jedoch müssen die Schafe eine wichtige Entscheidung treffen. Denn der Verlust von George schmerzt sehr und für so etwas haben die Schafe normalerweise ein Ritual: Sie zählen bis drei und vergessen die unangenehme Erinnerung. Doch wollen sie „ihren George“ wirklich komplett vergessen? Gemeinsam mit Mopple (Bastian Pastewka), der als einziger sowieso nicht vergessen kann, beschließt Lily, dass sie George in Erinnerung behalten und stattdessen den Mord aufklären will.

Glennkill: Ein Schafskrimi

Gelegenheit für erste Ermittlungen bietet schon bald die Testamentseröffnung, bei der neben dem zweiten Dorf-Schäfer Colum (Tosin Cole), dem Metzger (Conleth Hill), dem Priester und der Hotelbesitzerin Beth Pennock (Hong Chau) überraschend auch Georges verschollene Tochter Rebecca (Molly Gordon) unter den Anwesenden ist, die gebannt der Anwältin Lydia Harbottle (Emma Thompson) lauschen. Lily und Mopple sind überzeugt, dass einer von ihnen der Mörder sein muss. Deshalb beschließen sie, dass Tim bei der Aufklärung nun dringend ihre Hilfe braucht.

Glennkill: Ein Schafskrimi
Bild: Alex Bailey © 2026 Amazon Content Services LLC. Alle Rechte vorbehalten.


Als Fan der aktuellen Tierkrimis von Leonie Swann und auch der früheren Highlights des Genres von Rita Mae Brown und Sneaky Pie Brown (z.B. Mord in Monticello) hat man natürlich auch eine ernsthafte und gleichzeitig stilvolle Verfilmung gehofft, die einerseits gute Unterhaltung bietet und andererseits die Stimmung der Bücher mit ihren tierischen Hauptcharakteren gut widerspiegelt. Diese Erwartung hat Regisseur Kyle Balda mit seiner Verfilmung auf jeden Fall erfüllt.

Der Animationsanteil bei „Glennkill: Ein Schafskrimi“ ist hoch. Damit brilliert Anke Engelke nach den „Findet Nemo/Dorie“-Filmen erneut in einer Synchronhauptrolle, diesmal an der Seite von Bastian Pastewka. Auch die weiteren Schafcharaktere sind in der deutsch Fassung gut synchronisiert. Alle menschlichen Figuren hingegen sind eindeutig Nebendarsteller und bisweilen überzeichnet, wie man es aus ein kleinen Dörfern spielenden Krimi-Produktionen von der Insel, wie z.B. Agatha Raisin, schon gewohnt ist. Wer beim Fleischer ein kleines Déjà-vu hat, dürfte wohl vor kurzem Bookish geschaut haben. Auch dort spielt Conleth Hill in der Auftaktfolge der Serie einen Metzger.

Glennkill: Ein Schafskrimi
Die erst Straßenüberquerung ist eine große Herausforderung.

Dem Mordfall an sich mangelnde Kreativität vorzuwerfen, ist meines Erachtens unangebracht. Erstens hält sich der Film natürlich an die Buchvorlage und zweitens ist es ja gerade Kern des Themas, dass der Fall das klassische Muster der britischen Kriminalliteratur aufgreift und sich an dessen Regeln hält und das völlig offen und mit Absicht. Viel eher könnte man hinterfragen, ob die animierten vermenschlichten Gesichtsregungen und Lippenbewegungen der Schafe immer wirklich passend sind. Insgesamt sind die Animationselemente jedenfalls durchweg von guter Qualität, naturgemäß mit einigen erwartbaren Schwächen bei der Interaktion zwischen Mensch und Schaf und auch bei den herumhopsenden Lämmern, aber äußerst überzeugend in alle Szenen, bei denen die Schafe unter sich sind – und das macht immerhin den größten Teil des Films aus.
Emma Thompson auf der Figur von Lydia Harbottle zu besetzen, ist außerdem ein Volltreffer. Einmal mehr beweist die Britin ihre Gabe für skurrile Charaktere und holt aus ihrer kleinen Rolle ein Menge heraus.
Als Fazit bleibt festzustellen, dass dieser Film die Fangemeinde des Tierkrimi-Genres glücklich machen kann. Sneaky Pie Brown wäre jedenfalls sicherlich auch begeistert davon gewesen!

Glennkill: Ein Schafskrimi
Für alle Bilder gilt:
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Fakten
Originaltitel:
The Sheep Detectives
 
deutscher Kinostart am:
14.05.2026
 
Genre:
Kriminaldramödie / Animationsfilm
 
Regie:
Kyle Balda
 
Dieser Film wurde bewertet von:
RS(79%)
 
Texte:
RS
 
Bilder wurden bereitgestellt von:
Amazon MGM Studios
 
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