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Jimmy the Kid


Länge Unterhaltung Spannung Action Musik Erotik Anspruch Eindruck Gesamt
**** *** * *** * ** *** *** 57%
 

 
Eine Ganovenbande entführt die hochintelligente Millionärstochter Jenny (Sophie Moser). Familien-Beziehungs-Dramödie mit Christiane Hörbiger und Rufus Beck.


Jimmy the KidDer erfolglose Kleingauner Dortmunder (er wird wirklich so genannt...), gespielt von Herbert Knaup (siehe Foto), wird von seinem Kumpanen Kelp (Rufus Beck) dazu überredet, auf die schnelle Tour das große Geld zu machen: Zusammen mit Mörsch (Roman Knizka), Dortmunders Freundin und Kelps Mutter (Christiane Hörbiger) wollen die beiden einen Millionärssohn entführen. Alles soll so perfekt ablaufen wie in dem 20 Jahre alten amerikanischen Thriller "Jimmy the Kid", dessen Ablauf die fünf haargenau kopieren wollen.

Jimmy the KidZunächst scheint diese Rechnung auch aufzugehen. Nicht nur, daß sie relativ schnell durch die Beobachtung einer vielbefahrenen Straße eine Limousine mit einem reichen Kind aufspüren, sie schaffen es sogar, die Wohnadresse des Kindes herauszubekommen - es ist wie im Buch die Parkallee...

Aber mit der Erkenntnis, daß es sich nicht um einen Jungen handelt, sondern um ein Mädchen, gerät der Plan ziemlich durcheinander: Jenny (Sophie Moser, Foto links: Jenny auf der Flucht) ist hochintelligent und schafft es, die Ganoven richtig auf Trab zu halten.
Schnell stellt sich heraus, daß Jenny mit ihrem Leben zusammen mit dem alleinerziehenden Vater und Börsenguru nicht gerade glücklich ist. Der "emotionale Quotient" (so nennt sie es) der Ganoven beeindruckt sie.

Durch die Übernahme der polizeilichen Ermittlungen durch ein SEK unter der Leitung eines absolut arroganten Kriminalagenten spitzt sich die Lage zu: Als es soweit kommt, daß Scharfschützen bei der Geldübergabe postiert werden, bleibt Entführern und Entführter nur noch eins: Sie müssen kooperieren...


Trotz der scheinbaren Kürze des Films (unter 85 Minuten) ist es Regisseur Dickmann gelungen, eine in sich runde Handlung zu inszenieren. Auf langatmige Füllszenen, Autofahrten mit Hintergrundmusik wurde weitestgehend verzichtet. Auch die Dialoge sind knapp gehalten, aber dabei immer aussagekräftig.

Während vor allem Christiane Hörbiger durch ihre Routine im TV-Business eine gewisse Professionalität ausstrahlt, kann man bei Sophie Moser häufig die angestrengten Bemühungen bemerken, sich an die "artfremde" Ausdrucksweise der hochintelligenten Jenny zu gewöhnen; es wirkt teilweise doch ziemlich unecht. Das Agieren von Herbert Knaup und Rufus Beck wirkt nicht selten ein wenig improvisiert, was dem Film allerdings nicht schadet.

Durch die Tatsache, daß "Jimmy the Kid" insgesamt auf leichte Unterhaltung setzt, will keine rechte Spannung aufkommen. Irgendwie ist klar, daß Jenny nichts passiert und auch die Ganoven davonkommen werden. Dickmann verzichtet zudem gänzlich auf spannungsfördernde filmische Elemente bei Musik und Schnitt.

Jimmy the Kid
Mörsch (Roman Knizka), Dortmunder (Herbert Knaup) und Kelp
(Rufus Beck) flüchten aus dem Hotel - nur mit Bademänteln bekleidet
warnen sie den Hotelmanager vor der versteckten Kamera...

Nett fallen einige Seitenhiebe auf die Einstellung der Polizei auf - sei es nun die Abneigung gegenüber der Untersuchung eines (vermeintlichen) Schwulenappartments oder der Umgang mit Opfern und Angehörigen.

Jimmy the KidDer Film legt außerdem sehr viel Wert darauf, die Hintergründe Jennys familiärer Probleme zu durchleuchten - liefert allerdings eine leider in jeglicher Hinsicht völlig unrealistische Lösung der Probleme.

Negativ fallen zudem die laienhaften Bluebox-Autofahrtaufnahmen auf der (angeblichen) B51 bei Hattingen auf (wer Straße und Brücke kennt, wird sich an den Kopf fassen!), außerdem fehlt dem Film auf weiter Strecke jede musikalische Untermalung. Stattdessen darf sich der Zuschauer in einigen Szenen über umso mehr Produkt-Placement freuen (z.B. ATU, Tuffi, Jever, usw.).

Jimmy the Kid liefert solide Kinounterhaltung, ohne dabei den Anspruch zu erheben, amerikanischen Standards zu genügen. Eine gelungene Produktion auf TV-Film-Niveau, die auch auf der Leinwand durchaus sehenswert ist.

Jimmy the Kid
Dortmunder liebt nichts so sehr wie sein
tägliches Golfspielen!

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Fakten
Originaltitel:
Jimmy the Kid
 
deutscher Kinostart am:
06.05.1999
 
Genre:
Dramödie / Gangster-Komödie / Kinderfilm
 
Regie:
Wolfgang Dickmann
 
Dieser Film wurde bewertet von:
RS,
Thoko
 
Texte:
RS
 
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