Das Ruhrgebiet als antagonistische Figur: Wie der Ort die düstere Ästhetik des deutschen Gegenwartskinos im 'Ruhrpott-Krimi' prägt
Stellen Sie sich einen Schauspieler vor. Er ist nicht gut gekleidet. Seine Haut ist von Staub und Schweiß gezeichnet, und seine Stimme ist ein heiseres Flüstern, das vom jahrelangen Kampf ums Überleben erzählt. Er spielt keine netten Rollen. Er ist der Bösewicht, der stille Beobachter, die unheilvolle Präsenz im Hintergrund. Dieser Schauspieler ist das Ruhrgebiet. In einer besonderen Nische des deutschen Kinos, dem 'Ruhrpott-Krimi', wird die Region zum eigentlichen Antagonisten. Sie ist es, die die Handlungen der Menschen bestimmt und die Atmosphäre vergiftet.
Sie vermittelt dem Zuschauer ein Gefühl der Hoffnungslosigkeit. Filme wie "Der Bozen-Krimi" spielen im Pott, oder Serien wie "Ruhrpott-Liebe" zeigen eine andere, düstere Seite. Dies ist kein Heimatfilm. Dies ist ein Portrait eines Ortes im ständigen Kampf mit seiner eigenen Vergangenheit und einer ungewissen Zukunft. Wenn Sie dieses Gefühl vermeiden und eine Zukunft haben möchten, in der Sie sich wirklich sicher fühlen, probieren Sie doch einmal Ihre Lieblingsspiele bei 20Bet aus. Vielleicht können Sie sich so ein Nebeneinkommen aufbauen, dass sich Ihre Ersparnisse für später verstärken!

Von der Schwerindustrie zur Schwerverbrechen: Ein historischer Wandel
Um die Rolle des Ruhrgebiets im Kino zu verstehen, muss man seine Geschichte kennen. Dies war einst das schlagende Herz der deutschen Industrie. Hochöfen, die wie Kathedralen in den Himmel ragten, Fördertürme, die den Rhythmus der Arbeit angaben. Eine Arbeiterkultur, die auf Kollegialität und harter Arbeit basiert. Das Ruhrgebiet war laut, geschäftig und voller Leben – auch wenn dieses Leben oft hart und kurz war. Dann kam die Strukturkrise. Die Zechen schlossen, die Stahlwerke wurden stillgelegt. Was blieb, waren die gigantischen, verlassenen Industrieanlagen, die in der Landschaft standen.
Diese ikonische Industriearchitektur ist der erste und offensichtlichste Baustein der düsteren Ästhetik. Die Regisseure nutzen diese Orte nicht einfach nur, sie inszenieren sie. Oder Verfolgungsjagden durch enge Gänge zwischen rostenden Stahlträgern. Diese Orte atmen die Vergangenheit. Sie sind voller Geister. Der Rost an den Wänden, die zerbrochenen Fenster, die von Graffiti übersäten Wände. All das erzählt eine Geschichte des Verfalls und der Vernachlässigung. Der Ort selbst wird zur Metapher für innere Zustände: für gebrochene Existenzen, verlassene Hoffnungen und die Korrosion der Seele.
Die Ästhetik des Verfalls: Wie der Ort filmisch in Szene gesetzt wird
Es ist nicht nur das Was, sondern das Wie. Die filmische Umsetzung verstärkt die antagonistische Natur des Ruhrgebiets noch. Die Farbpalette dieser Filme ist fast durchgängig in Grau-, Braun- und matten Blautönen gehalten. Der Himmel ist selten blau. Sondern sie ist meist eine geschlossene Wolkendecke, die das Tal des Ruhrgebiets wie ein Deckel verschließt. Das Licht ist oft ein diffuses, kaltes Neonlicht von Straßenlaternen. Oder das gelbliche Scheinwerferlicht von vorbeifahrenden Zügen. Es sorgt für flüchtige, gespenstische Schatten.
Die Kameraarbeit ist häufig unruhig, handgehalten. Sie taucht den Zuschauer mitten in die engen Straßenschluchten der Arbeitersiedlungen, die oft wie Festungen wirken. Die Siedlung, einst Symbol von Gemeinschaft und Solidarität, wird im Krimi zum Labyrinth, in dem sich Gefahren verbergen können. Und dann ist da noch der omnipräsente Sound. Das ferne, aber stetige Rauschen des Autobahnverkehrs, das Dröhnen eines Güterzugs, der surrende Sound einer Industrieanlage. Sie ist eine Soundkulisse, die niemals verstummt. Sie ist der atmende, lebendige Sound des Antagonisten, ein permanentes Grundrauschen der Unruhe.
Menschen im Schatten des Kolossen
In dieser Welt sind auch die Menschen Kinder ihres Ortes. Die Kommissare und Ermittler in diesen Serien sind oft genauso mitgenommen wie die Landschaft um sie herum. Sie sind müde, zynisch, haben mit eigenen Dämonen zu kämpfen. Sei es Alkohol, eine zerrüttete Familie oder die eigene Vergangenheit. Sie sind keine strahlenden Helden, die die Welt retten, sondern müde Kämpfer, die versuchen, in einer kaputten Welt ein wenig Ordnung zu halten. Ihre Gesichter sind gezeichnet von Nächten ohne Schlaf, ihre Bewegungen sind schwerfällig.
Die Interaktion zwischen Mensch und Ort ist entscheidend. Eine Figur, die allein auf einer stillgelegten Industriebrache steht, wirkt winzig und verloren. Die Weite der Leere um sie herum unterstreicht ihre Einsamkeit und Verlorenheit. Die engen, schmucklosen Wohnungen, in denen sie leben, spiegeln ihre innere Leere wider. Der Ort presst den Menschen seine eigene Geschichte auf. Er lässt sie nicht los. Selbst wenn eine Figur wegziehen wollte, der Pott, er würde sie irgendwie wieder einholen. Es ist ein fast schon schicksalhafter Zusammenhang.
Am Ende des Films ist der Mörder vielleicht gefasst. Aber der wahre Antagonist bleibt. Er ist am nächsten Morgen immer noch da. Er steht in Form der Fördertürme gegen den Horizont, er flüstert im Rauschen des Regens auf dem Kopfsteinpflaster, er atmet in den engen Gassen der Siedlungen. Das Ruhrgebiet, im deutschen Gegenwartskino, ist ein Ort, den man nicht so leicht besiegen kann. Man kann nur lernen, in seinem Schatten zu bestehen. Und genau das macht diese Filme so packend, so authentisch und so unvergesslich düster. Sie zeigen eine Wirklichkeit, die weit über einen einfachen Kriminalfall hinausgeht.
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