Cineclub News |
Nur 36 Jahre alt geworden
Hayden Panettiere ist kurz vor ihrem diesjährigen Geburtstag im Alter von erst 36 Jahren gestorben, wie ihr Vater Skip Panettiere gegenüber "ABC News" inzwischen bestätigte.
Die genaue Todesursache war zunächst nicht bekannt, während die Polizei nach einem Vorfall am Sonntag Ermittlungen aufgenommen haben soll. Panettieres Vater beschrieb seine Tochter als „unglaubliches Licht“ und bat die Öffentlichkeit zugleich um Privatsphäre für die Familie.
Die US-Schauspielerin wurde durch ihre Rollen als Claire Bennet in der Serie "Heroes" und als Juliette Barnes in "Nashville" international bekannt. Ihre Karriere vor der Kamera begann bereits im Alter von elf Monaten mit einem Werbespot, später war sie auch in Filmen wie "Remember the Titans", "Raising Helen" und "Ice Princess" zu sehen. In der "Scream"-Reihe verkörperte sie zudem die Figur Kirby Reed und lieh dem Videospiel "Until Dawn" ihre Stimme.
Erst im Mai hatte die Schauspielerin ihre Memoiren mit dem Titel "This Is Me: A Reckoning" veröffentlicht, in denen sie unter anderem über frühen Ruhm, psychische Belastungen, Mutterschaft und den Tod ihres Bruders Jansen sprach.
Die Amerikanerin hinterlässt ihre elfjährige Tochter Kaya, die aus ihrer früheren Beziehung mit dem ehemaligen Box-Weltmeister Wladimir Klitschko stammt, welcher seit 2018 auch das Sorgerecht hatte, da Panettiere wegen damaliger Wochenbettdepressionen dieses abgeben musste.
Die Cineclub-Redaktion drückt der Familie und allen Hinterbliebenen ihr tiefes Mitgefühl aus.
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Zoomania-Reihe wird fortgesetzt
Disney hat auf seinem Fan-Event D23 offiziell bestätigt, dass "Zoomania 3" in Entwicklung ist. Damit bekommt die erfolgreiche Animationsfilmreihe rund um die Häsin Judy Hopps und den Fuchs Nick Wilde eine weitere Fortsetzung.
Jared Bush, Kreativchef der Walt Disney Animation Studios, verkündete die Nachricht gemeinsam mit den Schauspielern Ginnifer Goodwin und Ke Huy Quan. Beide werden im englischen Original erneut Judy Hopps und Gary De’Snake ihre Stimmen leihen, wie bereits bestätigt wurde.
Zur Handlung gibt es bislang nur wenige Informationen, allerdings soll die Geschichte unter anderem Vögel in den Mittelpunkt stellen. Der erste Zoomania-Film erschien 2016 und spielte weltweit mehr als eine Milliarde US-Dollar ein. Zoomania 2 übertraf diesen Erfolg deutlich und wurde mit mehr als 1,8 Milliarden Dollar zum erfolgreichsten Animationsfilm Hollywoods.
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FOKUS: DREHBUCH – Günter Rohrbach Filmpreis Stiftung schreibt auch 2026 einen Drehbuchpreis aus
Die Günter Rohrbach Filmpreis Stiftung schreibt auch im Jahr 2026 zum 6. Mal einen Preis für Drehbuch-Exposés aus. Dies, wie bewährt, in Kooperation mit der Kreisstadt Neunkirchen und der Arbeitskammer des Saarlandes und in Zusammenarbeit mit dem Verband für Film- und Fernsehdramaturgie e.V. (VeDRA) und der Master School Drehbuch Berlin (MSD).
Die Ausschreibung richtet sich an Autorinnen und Autoren aus Deutschland und Luxemburg, die entweder in einem der beiden Länder geboren sind, ihren 1. Wohnsitz oder den Schwerpunkt ihrer künstlerischen Arbeit dort haben oder deren Exposé sich inhaltlich mit diesen Ländern beschäftigt. Thematischer Schwerpunkt des Wettbewerbes ist wie in den Vorjahren „Arbeitswelt & Gesellschaft“.
Aufgefordert sind Autorinnen und Autoren, die bisher noch kein verfilmtes Langfilmdrehbuch haben, Talente und Einsteiger*innen aller Generationen. Nähere Informationen zu Format und Preisen in der Ausschreibung auf der Website der Günter Rohrbach Filmpreis Stiftung.
Drei Preise werden vergeben: jeweils individuelle dramaturgische Beratung durch ein VeDRA-Mitglied bzw. der Master School Drehbuch Berlin im Gesamtwert von 3.000 €. Darüber hinaus erhalten alle Gewinner*innen ein Pitching-Training und stellen ihre Exposés bei der Drehbuch-Preisverleihung (am Vorabend der Günter Rohrbach Filmpreisverleihung) am 05. November 2026 in Neunkirchen vor.
„Ein gutes Drehbuch ist eine der wichtigsten Grundlagen für einen guten Film. Die Geschichte, die Handlung, die Dialoge bestimmen wesentlich die Qualität eines Filmes“, so Jürgen Fried, Vorsitzender der Günter Rohrbach Filmpreis Stiftung. „Die konstant wachsende Zahl der Einreichungen zum Drehbuchpreis freut uns und unsere Partner, die Arbeitskammer des Saarlandes und die Stadt Neunkirchen sehr. Auch in diesem Jahr werden alle drei Preise als hochwertige Einzelberatung für die Gewinnerinnen und Gewinner vergeben, also intensive persönliche Beratung.“
Ab 15. Juli bis zum 31. August 2026 können Einreichungen für den Drehbuchpreis per E-Mail an die Günter Rohrbach Filmpreis Stiftung gesendet werden: info@guenter-rohrbach-filmpreis-stiftung.de
(RS / Quelle: Just Publicity)
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Bis Oktober 2026 sind folgende Neuerscheinungen bei Pidax geplant
- Mr. Bean (mit Rowan Atkinson) - Remastered Edition / Die komplette 14-teilige Kultserie mit Rowan Atkinson (Pidax serien-Klassiker) [2 DVDs] - mehr Infos
- Kommissar Maigret - Komplettbox - Komplettbox / Die komplette Kult-Serie mit Rupert Davis in brillanter HD-Qualität (Pidax Serien-Klassiker) [5 Blu-Rays] - mehr Infos
- Schwarzes Gold / Das komplette 6-teilige Historienepos mit absoluter Starbesetzung [2 DVDs] Um 1900 verändert der Fund von Öl die Lüneburger Heide für immer. Zwischen Gier, Macht und sozialen Spannungen gerät Johanna Lambert nach dem Tod ihres Vaters in einen erbitterten Kampf gegen einflussreiche Ölbarone. Während sich das Dorf zunehmend spaltet, eskalieren Konflikte um Besitz, Einfluss und Moral – und Johanna muss sich in einer Welt behaupten, die sich rücksichtslos verändert. - mehr Infos
- Deadly Tropics, Staffel 6 (Tropiques criminels) / Weitere 8 Folgen der erfolgreichen Krimiserie [2 DVDs] (Frankreich, 2025) Ein Mord in einer Pole-Dance-Schule eröffnet für Mélissa Sainte-Rose und Gaëlle Crivelli eine neue Reihe komplexer Fälle auf Martinique. Kurz darauf wird ein Mann neben der Leiche seiner getöteten Ex-Freundin aufgefunden – ohne Erinnerung an die Tat. Ein ausgesetztes Baby am Hafen, der Mord an einem Zumba-Lehrer sowie ein tödlicher Vorfall in einem Museum stellen das Ermittlerduo vor immer neue Herausforderungen. Auch ein Influencer-Skandal, ein lange gesuchter Flüchtiger und ein Mord innerhalb einer wohlhabenden Familie führen die beiden tief in ein Geflecht aus Lügen, Geheimnissen und menschlichen Abgründen. - mehr Infos
- Der Sentinel - Im Auge des Jägers, Volume 1 / Die komplette erste und zweite Staffel der Kult-Serie (Pidax Serien-Klassiker) [6 DVDs] - mehr Infos
- Krupp - Eine deutsche Familie / Der komplette Dreiteiler mit absoluter Starbesetzung (Pidax Historien-Klassiker) [2 DVDs] mit Valerie Koch, Iris Berben, Theo Trebs, Benjamin Sadler, Heino Ferch, Thomas Thieme, Barbara Auer, Fritz Karl, Mavie Hörbiger, Marie Zielcke, Sunnyi Melles, Michael Schenk, Franziska Schlattner, Johannes Allmayer, Barnaby Metschurat, Benjamin Strecker, Nikolai Kinski, Anja Nejarri - mehr Infos
- England made me - Spiele um die Macht / Starbesetzte Verfilmung des gleichnamigen Romans von Graham Greene (Pidax Film-Klassiker) - mehr Infos
- Death of an Angel - Ein Engel stirbt / Thriller über Glauben, Fanatismus und psychologische Abhängigkeit (Pidax Film-Klassiker) Grace McKenzie (Bonnie Bedelia) macht sich auf die Suche nach ihrer verschwundenen Tochter und stößt dabei auf eine abgeschottete religiöse Gemeinschaft nahe der US-mexikanischen Grenze. Dort begegnet sie dem charismatischen, aber undurchsichtigen Father Angel (Nick Mancuso), der mit einer wundersam blutenden Christusfigur eine Gruppe von Anhängern um sich versammelt hat. Je tiefer Grace in diese Welt eindringt, desto mehr verschwimmen die Grenzen zwischen Glauben und Manipulation – bis sie selbst Teil eines gefährlichen Machtgefüges wird, das sich ihrer Kontrolle entzieht. - mehr Infos
- Götz von Berlichingen / Eindrucksvolle Festspielinszenierung des Stücks von Johann Wolfgang von Goethe (Pidax Theater-Klassiker) - mehr Infos
- Der Nussknacker-Prinz / Liebevolle Zeichentrickverfilmung des Märchens von E. T. A. Hoffmann (Pidax Animation) - mehr Infos
- Der König von Narnia (Der Löwe und die Hexe) / Preisgekrönte Zeichentrickverfilmung des berühmten Romans von C. S. Lewis (Pidax Animation) - mehr Infos
- Die Mumie - Das Geheimnis der Mumie / Die komplette 26-teilige Serie (Pidax Animation) [2 DVDs] - mehr Infos
- Lassie und ihre Freunde / Die komplette 70er-Jahre-Zeichentrickserie (Pidax Animation) [2 DVDs] - mehr Infos
- Gold-Dreck / Das komplette 4-teilige Kriminalhörspiel von Hansjörg Schneider & Jürg Weibel über Macht und Gier (Pidax Hörspiel-Klassiker) Im Dreiländereck zwischen Deutschland, Frankreich und der Schweiz floriert ein ebenso lukratives wie skrupelloses Geschäft: Giftmüll verschwindet über Grenzen hinweg, taucht an anderer Stelle wieder auf und bringt Unternehmern, Politikern und Behörden enorme Gewinne ein. Aus Dreck wird Gold – ganz im Sinne moderner Alchimisten. Doch als ein verschrobener Bauer im Sundgau misstrauisch wird, gerät das perfekt funktionierende System aus Korruption, Vertuschung und illegalen Geschäften ins Wanken. Eine gefährliche Spurensuche beginnt, bei der niemand wirklich unschuldig ist. In vier atmosphärisch dichten Folgen erzählen Hansjörg Schneider und Jürg Weibel einen ebenso spannenden wie bitterbösen Kriminalfall voller regionaler Eigenheiten, schwarzem Humor und erschreckender Aktualität. „Gold-Dreck“ verbindet Politthriller und Gesellschaftskritik zu einem packenden Hörspiel-Mehrteiler über Macht, Gier und die dunklen Seiten Europas. Ausgezeichnet wurde die Produktion als „Hörspiel des Monats“ im Dezember 1994. - mehr Infos
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Ryan Gosling übernimmt Hauptrolle in Marvels "Ghost Rider"
Damit schlüpft der kanadische Schauspieler erstmals in die Rolle des legendären Antihelden. Die offizielle Bestätigung erfolgte während der Comic-Con in San Diego, wo das Studio die Neuigkeit bekannt gab. Regie führt dann Shawn Levy, der zuletzt mit Deadpool & Wolverine erfolgreich war. Für Gosling und Levy ist es bereits das zweite gemeinsame Großprojekt nach dem angekündigten "Star Wars: Starfighter".
Die Bekanntgabe sorgte bei den Fans auf der Messe für großen Jubel. Marvel Studios plant, den Film im Jahr 2028 in die Kinos zu bringen. Bereits seit längerer Zeit kursierten Gerüchte, dass Gosling als Ghost Rider verpflichtet werden könnte, die nun offiziell bestätigt wurden. Der Schauspieler verriet jedenfalls auf der Bühne, dass er sich diese Rolle schon seit vielen Jahren gewünscht habe.
Der letzte bekannte Ghost Rider-Film kam vor rund zwanzig Jahren mit Nicolas Cage in die Kinos, wurde allerdings zumeist zerrissen. Vor allem Ghost Rider: Spirit of Vengance von 2012 ging unter.
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79. Edinburgh Film Festival: "The Incomer" feiert Eröffnung
Das Edinburgh International Film Festival eröffnet seine 79. Ausgabe mit einem Film, der tief in Schottland verwurzelt ist. "The Incomer" stammt von Louis Paxton, der in Edinburgh geboren wurde. Der Film spielt auf einer abgelegenen schottischen Insel und feiert im August seine internationale Premiere in Paxtons Heimatstadt. Für den Regisseur ist das eine besondere Rückkehr, denn als Jugendlicher arbeitete er beim Festival als Platzanweiser.
Ein Festival zwischen Erbe und Aufbruch
Das EIFF läuft 2026 vom 13. bis 19. August. Es gilt als ältestes kontinuierlich stattfindendes Filmfestival der Welt und hat sich nach der strukturellen Neuaufstellung von 2024 neu sortiert. 2025 meldete das Festival 16.500 Eintritte. Dazu kamen 194 öffentliche Vorführungen und 37 vertretene Länder. Diese Zahlen zeigen, dass Edinburgh wieder als kompakter, aber relevanter Treffpunkt für das Independent-Kino wahrgenommen wird.
Edinburgh setzt zum Auftakt auf schottisches Kino
"The Incomer" ist kein sicherer Gala-Titel aus der Mitte des Marktes. Der Film setzt auf regionale Eigenheit und trockenen Humor. Hinzu kommt ein Blick auf Menschen, die außerhalb gewohnter Ordnungssysteme leben. Gerade solche eigenwilligen Premieren machen Edinburgh auch für deutsche Filmfans interessant, die Festivals als Ort für Entdeckungen abseits des regulären Kinostarts schätzen. Bei einer Reise nach Schottland spielt neben Tickets und Unterkunft oft auch die Zahlungsplanung eine Rolle, weshalb eine Kreditkarte mit passendem Kreditrahmen für Festivalbesuche im Ausland praktisch ist. Gerade bei Reisen ins Ausland lohnt sich ein Modell mit klar definiertem Verfügungsrahmen, damit Ausgaben für Tickets, Übernachtung und Verpflegung planbar bleiben.

Eine Insel, zwei Geschwister und ein Fremder
Im Mittelpunkt von "The Incomer" stehen die Geschwister Isla und Sandy, die seit Jahrzehnten abgeschieden leben. Sie jagen Seevögel, sprechen mit mythischen Wesen und verteidigen ihre Insel gegen Fremde. Dann erscheint Daniel, ein unbeholfener Behördenmitarbeiter, der die beiden aufs Festland bringen soll. Aus dieser Konstellation entsteht keine bloße Außenseiterkomödie. Der Stoff kreist um Zugehörigkeit und Einsamkeit. Dazu kommt die Frage, wer darüber bestimmt, welches Leben als zumutbar, richtig oder schützenswert gilt.
Das Sundance Film Festival brachte Rückenwind
Der Film feierte seine Weltpremiere beim Sundance Film Festival 2026 in der NEXT-Sektion und gewann dort den NEXT Innovator Award. Sundance führt "The Incomer" mit 102 Minuten Laufzeit. Es handelt sich um eine britische Produktion in englischer Sprache. Vor der Kamera stehen Domhnall Gleeson als Daniel und Gayle Rankin als Isla, ergänzt durch Grant O'Rourke, Emun Elliott, Michelle Gomez und John Hannah.
Schottisches Kino mit internationaler Reichweite
Für Edinburgh ist die Wahl mehr als eine lokale Geste. "The Incomer" wurde von Shirley O'Connor und Emily Gotto produziert, unterstützt unter anderem von BFI und Screen Scotland. Universal Pictures International soll den Film später im Jahr in Großbritannien und Irland herausbringen. Damit verbindet der Eröffnungsfilm Festivalprestige mit einer realen Auswertungsperspektive, was für neue britische Produktionen entscheidend ist.
Ein Auftakt mit Signalwert
Die 79. Ausgabe setzt mit "The Incomer" auf ein Werk, das klein beginnt und groß gedacht ist. Der Film bringt eine schottische Landschaft auf die Leinwand, doch sein Thema reicht weiter. Es geht um Rückzug und Nähe, um den Konflikt zwischen Verwaltung und Eigenwillen. Für das EIFF ist dieser Auftakt ein klares Zeichen. Die neue Edinburgh-Phase will nicht nur Traditionen verwalten. Sie will Filme finden, die eigensinnig genug sind, um im Gedächtnis zu bleiben.
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DOGMA 25 - Das Keuschheitsgelübde
30 Jahre ist es her, dass sich eine Gruppe von Regisseuren auf ein Regelwerk verständigten, in dessen Folge eine Reihe sehr besonderer Filme entstanden sind.
Jetzt kommt DOGMA 25 Germany als Einladung, Kino wieder als Abenteuer zu denken, als lebendigen, riskanten und kollektiven Prozess - und damit als Beitrag zur Zukunft des europäischen Kinos. Fünf Regisseur:innen, fünf Kinofilme, fünf radikal unterschiedliche Perspektiven.
Nachfolgend findet ihr die Dogma 25 Erklärung im Originalwortlaut:
Ich schwöre, mich den folgenden Regeln zu unterwerfen, verfasst und bestätigt von DOGMA25 Germany:
1. Das Drehbuch wird original und handschriftlich von den Regisseur:innen verfasst.
Wir verpflichten uns, das Drehbuch von Hand zu schreiben, um jene Intuition zu fördern, die
am freiesten aus dem Traum entsteht und über die Hand auf das Papier gelangt.
2. Mindestens die Hälfte des Films muss ohne Dialog auskommen.
Wir bestehen auf einem filmischen Ansatz des Erzählens, da wir an visuelles Geschichtenerzählen glauben und Vertrauen in das Publikum haben.
3. Das Internet wird aus allen kreativen Prozessen ausgeschlossen.
Wir verpflichten uns, Filme auf Grundlage realer Menschen in unserer physischen Realität zu
erschaffen und nicht in einer digitalen, von Algorithmen durchdrungenen Welt.
4. Wir akzeptieren nur Finanzierungen ohne inhaltliche Auflagen.
Wir übernehmen die Verantwortung dafür, die Budgets niedrig zu halten, damit das Team bei allen künstlerischen Entscheidungen das letzte Wort behält.
5. Nicht mehr als 10 Personen hinter der Kamera.
Wir verpflichten uns zu enger Zusammenarbeit, um Vertrauen aufzubauen und unsere gemeinsame Vision zu stärken.
6. Der Film muss dort gedreht werden, wo die Handlung spielt.
Film als Kunstform wird künstlich und generisch, wenn wir einen Ort in einem falschen Licht darstellen.
7. Wir dürfen kein Make-Up verwenden oder Gesichter und Körper manipulieren, es sei denn, dies ist Teil der Erzählung.
So wie wir uns bemühen, die Authentizität des Ortes zu bewahren, wollen wir auch den menschlichen Körper ohne Filter darstellen. Wir feiern ihn – mit all seinen Ecken und Kanten.
8. Alles, was mit der Produktion des Films zu tun hat, muss gemietet, ausgeliehen, gefunden oder wiederverwendet werden.
Wir verpflichten uns, Filme mit bereits existierenden Gegenständen zu drehen, und lehnen die ahistorische und selbstzerstörerische Kultur des Konsums ab.
9. Der Film muss innerhalb von einem Jahr fertiggestellt werden.
Wir verzichten auf langwierige Prozesse, die den kreativen Fluss blockieren.
10. Mach diesen Film, als wäre es dein Letzter.
WRITERS' & DIRECTORS' NOTE
Wir Filmemacher:innen leben im Zeitalter unserer eigenen Überflüssigkeit. Wenn Geschichten nach Empfehlungslogiken sortiert werden und bald jeder, der Lust hat, seinen eigenen Blockbuster prompten kann, erscheint es uns immer schwerer zu rechtfertigen, warum wir uns den Bedingungen des klassischen Filmemachens überhaupt noch aussetzen. Das wirft uns auf die Beweggründe zurück, die uns überhaupt in unseren Beruf getrieben haben: Die Notwendigkeit des Erzählens. Die Hoffnung, in uns selbst etwas zu finden, das zum einen über das eigene Mittelmaß hinausgeht, und zum anderen nicht schon marktkonform vorformatiert ist. Etwas, das wir in die Sprache der Kunstform übersetzen, die uns antreibt, entzündet, begeistert: das Kino.
Schon vor dreißig Jahren haben die dänischen Dogma 95-Vertreter den Stillstand des filmischen Erzählens bekämpft. Sie wollten ihre Geschichten davor retten, von einer ästhetisch-inhaltlichen Normierung platt gewalzt zu werden, in die sie die Kommerzialisierung der Branche zu zwingen drohte. Wir steuern auf eine Welt zu, in der Geschichten bereits als Produkte gedacht werden, bevor sie überhaupt erlebt, gedreht oder auch nur empfunden wurden. Wir wollen - mit Ihrer Unterstützung – den gegenteiligen Weg einschlagen!
Im Gegensatz zu immer größer werdenden Produktionen kann die DOGMA 25 Germany-Regel, dass sich maximal zehn Personen hinter der Kamera befinden dürfen, eine spürbare Entlastung schaffen.Es bedeutet auch, dass alle sich auf die Impulse des Unvorhergesehenen einlassen - weil nicht alles kontrolliert werden kann oder muss. Es geht uns um den Moment und die Freiheit der spontanen Entscheidung. Durch das Umsetzen aller DOGMA 25 Germany-Regeln, wie z.B. das Schreiben per Hand, das Ausleihen jedes Kostüms und Props, greifen wir nicht nur einen lange bestehenden Wunsch nach mehr Nachhaltigkeit in der Filmbranche auf, sondern begeben uns in einen Prozess der radikalen Kreativität - mit minimalen Mitteln, aber maximalem Anspruch. Das Drehen an realen Schauplätzen, wie es eine weitere Regel vorsieht, fördert nicht nur Authentizität, sondern kann das Spiel der Darsteller:innen zusätzlich inspirieren. Wir nehmen die Begrenzungen gern in Kauf, weil sie uns neue Freiheiten finden lassen. Mit DOGMA 25 verteidigen wir den Wunsch, dass die echte Welt, dass echte Menschen in unseren Geschichten ihre Spuren hinterlassen.
Unsere Gruppe ist verbunden durch die Liebe zum Kino und die Lust auf einen neuen und befreienden Weg dorthin. Wir sind ganz unterschiedlich und dadurch inspiriert voneinander. Und wir wollen dieses Abenteuer gemeinsam wagen, im Austausch bleiben und uns unterstützen. Manche von uns wissen schon genau, was sie machen - die anderen sagen einfach Ja zum kreativen Prozess und freuen sich auf die Reise ins völlig Ungewisse. Aber eine Gewissheit, die wir verteidigen, ist: dass unsere Entscheidungen menschlich sind. Die andere Gewissheit ist, dass wir zusammenhalten.
Kurdwin Ayub, Ilker Çatak, Nora Fingscheidt, Helene Hegemann und Tom Tykwer
Mai 2026
Quelle: Just Publicity
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Plattenspieler im Vintage-Stil
Warum du dir unbedingt einen Plattenspieler zulegen solltest
Du liebst Musik, doch irgendwas fehlt beim Hören? Streaming ist zwar praktisch und ideal für unterwegs, aber es wirkt auch ein wenig unpersönlich und fast schon austauschbar. Wenn du Musik nicht nur hören, sondern bewusst erleben willst, solltest du darüber nachdenken, dir einen Plattenspieler zuzulegen. Erfahre, wie du deine Leidenschaft für Musik mit einem Plattenspieler ausleben kannst.
Musik hören wird wieder zum Erlebnis
Mit einem Plattenspieler verändert sich dein Umgang mit Musik grundlegend! Du legst eine Platte bewusst auf, setzt die Nadel an und nimmst dir Zeit für das, was folgt. Dieser Moment ist wie ein Ritual und schafft eine beinahe intime Verbindung zur Musik. Das ist mit dem Starten der Spotify- oder YouTube-App nicht vergleichbar!
Die leichte Unvollkommenheit des Vinylklangs sorgt für Wärme und Charakter. Du hörst Nuancen, die bei digitalen Formaten oft geglättet werden, wodurch der ganz eigene Charme und Charakter ein Stück weit verloren gehen. Das Knistern zu Beginn einer Platte verstärkt die Erwartung und zieht dich sofort in die Atmosphäre des Albums hinein.
Alben statt einzelner Songs entdecken
Streaming verleitet dazu, sich einzelne Songs herauszupicken, anstatt ein Album in voller Länge zu hören. Gerade bei Konzeptalben geht dabei viel verloren, denn hier bauen die Lieder aufeinander auf und referenzieren untereinander.
Ein Plattenspieler bringt dich dazu, ein Album als zusammenhängendes Werk zu erleben, da du nicht ohne Weiteres einzelne Lieder überspringen kannst. Künstler investieren viel Zeit in die Reihenfolge der Tracks und in die Dramaturgie eines Albums. Mit einem Plattenspieler kannst du diese Intention voll und ganz auf dich wirken lassen.
Wenn du eine Vinylplatte auflegst, hörst du häufig beide Seiten komplett durch. Dadurch erschließt sich dir die Intention hinter der Musik viel stärker. Du erkennst Übergänge, versteckte Motive und emotionale Spannungsbögen, die sonst untergehen. Dieses bewusste Hören schafft ein tieferes Verständnis für Musik und lässt dich viele Werke ganz neu entdecken.
Ein Statement für Stil und Persönlichkeit
Ein Plattenspieler wird schnell zum Blickfang in deinem Zuhause und unterstreicht deinen persönlichen Geschmack. Besonders Plattenspieler in Vintage-Stil verleihen deinem Wohnzimmer eine besondere Atmosphäre und verbinden nostalgischen Charme mit moderner Technik.
Du zeigst damit, dass Musik für dich einen hohen Stellenwert hat. Jede Platte steht für eine Erinnerung oder für eine Phase deines Lebens. So entsteht eine Umgebung, die deine Leidenschaft widerspiegelt und gleichzeitig Gesprächsstoff liefert. Du bist noch auf der Suche nach dem richtigen Plattenspieler bzw. passenden Boxen dazu? Dann wirst du auf www.maxiaxi.de garantiert fündig!
Vinyl als Sammelleidenschaft entdecken
Ein Plattenspieler öffnet dir die Tür zu einer ganz eigenen Welt des Sammelns. Vinylplatten sind oft mit liebevollen Details versehen. Große Cover, Booklets und besondere Pressungen machen jede Platte zu einem kleinen Kunstwerk. Du kannst gezielt nach seltenen Ausgaben suchen oder dich auf Flohmärkten umsehen. Dabei entsteht ein ganz anderes Gefühl als beim digitalen Kauf. Jede neue Platte hat eine Geschichte und wird Teil deiner Sammlung. Mit der Zeit wächst dein Archiv und entwickelt einen persönlichen Wert, der weit über die Musik hinausgeht.
Entschleunigung im Alltag
Der Alltag der Menschen ist geprägt von Terminen und dekadenter Schnelligkeit, dass vieles en passant geschieht. Auch Musik wird häufig nebenbei konsumiert, während gleichzeitig missachtet wird, wie viel Arbeit und Liebe Künstler in ihre Werke stecken. Mit einem Plattenspieler kannst du hier gezielt gegenwirken, indem du dir bewusst die Zeit nimmst, der Musik zu lauschen und alles andere ausblendest.
Dieses Ritual wirkt entschleunigend und schafft einen Moment der Ruhe. Du kannst abschalten, ohne ständig zwischen Apps oder Songs zu wechseln. Die begrenzte Spieldauer einer Plattenseite zwingt dich dazu, im Moment zu bleiben. Gerade nach einem langen Tag entsteht so ein Ausgleich, der dir hilft, den Kopf freizubekommen.
Technik zum Anfassen
Ein Plattenspieler bringt dir die Technik hinter der Musikwiedergabe näher. Du siehst, wie die Nadel die Rillen abtastet und die Schwingungen in Klang umgewandelt werden. Dieser physische Prozess macht Musik greif- und erlebbar. Du lernst, wie du den Tonarm einstellst oder die Platte richtig pflegst. Es geht nicht um komplizierte Technik, sondern um ein Verständnis für das Zusammenspiel der einzelnen Komponenten. Dadurch wächst auch die Wertschätzung für das, was du hörst.
Bewusster Konsum statt endloser Auswahl
Streamingdienste stellen dir eine nahezu unendliche Auswahl zur Verfügung. Das klingt verlockend, führt aber oft dazu, dass du dich weniger intensiv mit einzelnen Künstlern beschäftigst. Ein Plattenspieler verändert dieses Verhalten.
Du entscheidest dich bewusst für eine Platte und gibst ihr deine Aufmerksamkeit. Diese Einschränkung wirkt befreiend, weil sie dir hilft, dich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Du hörst genauer hin und entdeckst Details, die dir sonst entgehen würden.
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Best of Cinema - Meisterwerke zurück im Kino
Die beliebte Kino-Event-Reihe wartet auch im zweiten Halbjahr 2026 mit ganz besonderen Jubiläen und starbesetzten Highlights auf.
Das Publikum darf sich auch in den kommenden Monaten wieder auf viele unvergessliche Kinomomente mit jeder Menge Kultpotenzial freuen, diese noch einmal genießen oder auch ganz neu für sich entdecken:
- Into the Wild
DIENSTAG, 7. JULI: Sean Penns Verfilmung der spektakulären Geschichte des Aussteigers Christopher McCandless, der in den 90er Jahren durch die USA nach Alaska reist. Bewegendes Drama mit einem grandiosen Soundtrack von Pearl Jam Sänger Eddie Vedder. [Cineclub-Filmkritik]
- Terminator
DIENSTAG, 4. AUGUST: In James Camerons Kultfilm wird Arnold Schwarzenegger als Cyborg aus der Zukunft ins Jahr 1984 geschickt, um die junge Sarah Connor zu eliminieren, bevor sie den späteren Retter der Menschheit im Kampf gegen die Maschinen zur Welt bringt.
- The Fast and the Furious
DIENSTAG, 1. SEPTEMBER: In der explosiven Welt der illegalen Straßenrennen von Los Angeles gilt: Wer den schnellsten Wagen fährt, kriegt die schönsten Frauen und den größten Respekt. Zum 25-jährigen Jubiläum in 4K zurück im Kino! [Cineclub-Filmkritik]
- Pans Labyrinth
DIENSTAG, 6. OKTOBER: Ein junges Mädchen flüchtet sich in eine düstere Fantasiewelt, um der Grausamkeit des spanischen Bürgerkriegs zu entkommen. Guillermo del Toros preisgekröntes Meisterwerk zum 20?jährigen Jubiläum zurück auf der großen Leinwand! [Cineclub-Filmkritik]
- Rocky
DIENSTAG, 3. NOVEMBER: Zum 50. Jubiläum kehrt Sylvester Stallones legendäre Underdog-Geschichte zurück: Amateurboxer Rocky Balboa kämpft sich mit eiserner Disziplin aus den Armenvierteln Philadelphias bis zum Titelkampf gegen Weltmeister Apollo Creed.
- Liebe braucht keine Ferien
DIENSTAG,1. DEZEMBER: Iris (Kate Winslet) und Amanda (Cameron Diaz) sind grundverschieden - die eine lebt in einem verträumten englischen Dorf, die andere bewohnt ein protziges Hollywood-Anwesen. Dennoch haben sie eine Gemeinsamkeit: Pech in der Liebe. [Cineclub-Filmkritik]
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„Tom Hanks hat keine Masche“
Die deutsche Stimme von Tom Hanks: Joachim Tennstedt über seine Arbeit an der Doku-Serie „Der Zweite Weltkrieg mit Tom Hanks“, prägende Rollen und die Zukunft der Synchronbranche
Wenn Tom Hanks spricht, hört man im deutschsprachigen Raum meist Joachim Tennstedt. Seit Jahrzehnten leiht er dem Hollywood-Star seine Stimme. Für die neue Doku-Serie „Der Zweite Weltkrieg mit Tom Hanks“ (ab 26. Mai exklusiv auf dem HISTORY Channel sowie auf Abruf) stand er erneut im Studio – und blickt im Interview auf seine Karriere, besondere Rollen und die Zukunft der Synchronisation.
Trailer mit der Stimme Joachim Tennstedts zur neuen Doku-Serie des HISTORY Channels:
Herr Tennstedt, Sie haben Hollywood-Star Tom Hanks von 1983 bis 1988 synchronisiert und diese Funktion nach einer Pause seit den 2000er-Jahren wieder übernommen. Erinnern Sie sich an Ihre erste Synchronisation von Tom Hanks – und hätten Sie damals gedacht, dass Sie ihn über Jahrzehnte sprechen würden?
Nein, das weiß man in diesem Moment nicht. Das geht mir genauso mit „Star Wars“ und dem Droiden C-3PO, den ich da stimmlich gebe. Da gab es kein Casting. Wir orientierten uns einfach am Originalsprecher Anthony Daniels, der den humanoiden Roboter in George Lucas’ „Krieg der Sterne“ aus dem Jahr 1977 so trefflich seine Stimme lieh. Man weiß auch nicht, dass man etwas Besonderes macht, das einen ein Leben lang begleitet. So geht es mir auch mit Jeff Bridges in „The Big Lebowski“: Ich habe gar nicht mitbekommen, dass der Film Kult geworden ist. „Big“, in dem ich Tom Hanks synchronisierte, habe ich mir vor ein paar Jahren noch einmal angesehen – was ich selten mache – und fand ihn sehr unterhaltsam. Demnächst spreche ich wieder John Malkovich. Gefühlt liegt ein Jahrhundert zwischen „Gefährliche Liebschaften“ und dem neuen Film. Ich bin mit ihm gemeinsam älter geworden. Diese Schockmomente vor dem Spiegel kennt man ja. Wenn man dann Malkovich ohne Haare sieht, tröstet das ein wenig. Ich bin sehr froh, so unterschiedliche Schauspieler sprechen zu dürfen. Und ich habe oft das Glück, mit Regisseuren zu arbeiten, die meine Arbeit schätzen – genauso wie die der Originalschauspieler. Ich nehme sie alle sehr ernst.
Was ist schauspielerisch für Sie so besonders an Tom Hanks?
Er ist einfach ein Charakterschauspieler. Er ist nie gewöhnlich. Mich überzeugt seine darstellerische Kraft, die ihm nach all den Jahrzehnten erhalten geblieben ist. Er geht einfach immer weiter.
Was denken Sie: Warum hat man Sie für Tom Hanks ausgewählt?
Ich kann es nur annehmen. Bei „Big“ gab es vielleicht die Besetzung, weil man dachte, das könnte sehr gut passen, da der Tennstedt doch diese jugendliche, fast kindliche Stimme hat. Was ich aber tatsächlich weiß: Nach der langen Pause in den 2000er-Jahren wussten Synchronregisseur Axel Malzacher und der deutsche Verleih 2007 bei „Der Krieg des Charlie Wilson“, nachdem mein inzwischen leider verstorbener Kollege Arne Elsholtz wegen Erkrankung ausgefallen war, dass ich Tom Hanks schon früher in den deutschen Versionen gesprochen hatte. Ich bin ein Überzeugungsarbeiter. Da musste ich nicht lange überlegen, ob ich ihn weiterspreche. Ich fühle mich bei Tom Hanks ganz wohl und bin froh, dass ich ihn wiederbekommen habe. Er ist unglaublich vielseitig. Ich kenne nicht alle Biografien der Schauspieler, die ich synchronisiere, auswendig, doch eines liegt auf der Hand: Hanks und auch Malkovich sind bei ihren Rollen immer unglaublich vorbereitet und wissen, was sie tun.
Welche Rollen haben Sie am liebsten synchronisiert?
An einige Rollen habe ich starke Erinnerungen – positive wie negative. Bleiben wir bei den positiven: „The Big Lebowski“, „Rain Man“, „Gefährliche Liebschaften“. Und dann gibt es diese US-Serie „Shameless“, in der ich von 2011 bis 2021 in 134 Folgen William H. Macy synchronisiert habe. Das war für mich eine Altersüberraschung, weil sie so anarchisch ist. Ich habe Macy regelrecht lieb gewonnen. Der ist so authentisch, ohne dass er auf große Schauspielkunst macht. Manchmal geht es unter die Gürtellinie. Da war ich überrascht, dass so etwas im Fernsehen läuft.
Was machte die Arbeit an „Rain Man“ so besonders?
Zur Vorbereitung habe ich mit einem Kollegen gesprochen, dessen Sohn Autist war. Das hat mir geholfen zu verstehen, wie anders Wahrnehmung und Reaktion funktionieren. Beim Sprechen von Dustin Hoffman habe ich deshalb oft bewusst in die Ferne geguckt, auch wenn ich mit Menschen im Studio vor dem Mikrofon sprach. Das war eine harte Probe für mich. Auch bei Tom Hanks in „Cloud Atlas“ wunderte ich mich zunächst, warum er eine so kleine Rolle spielt, bis ich erfuhr, dass es durch die Zeitsprünge mehrere waren. Das Tolle bei der Synchronisation ist: Ich habe nicht ausgelernt. Ich fange jedes Mal noch mal von vorne an.
Macht es einen Unterschied, wenn Sie Tom Hanks in einer Doku-Serie synchronisieren?
Auf jeden Fall. Ich synchronisiere ihn ja schon seit mehr als 40 Jahren, aber es ist immer wieder etwas Neues. Er ist in den letzten Jahren schon mal mit zwei, drei Takes in anderen Dokus aufgetaucht. Doch dies ist nun eine andere Dimension bei „Der Zweite Weltkrieg mit Tom Hanks“. Es gibt eine ganz tolle Synchronführung hier in dem Haus (TV+Synchron in Berlin), wo ich mich gut reinfallen lassen kann. Und wenn es mal nicht gleich klappt, erhält man einen gescheiten Hinweis, wie man es besser machen kann.
Sie sind als Nachkriegskind 1950 geboren. Den Zweiten Weltkrieg haben Sie nicht mehr selbst erlebt, aber Ihre Eltern. Haben Sie viel darüber gesprochen?
Meine Eltern haben sehr viel mit mir geredet, aber gar nicht so sehr über den Zweiten Weltkrieg. Ich selbst habe mir erst relativ spät Gedanken dazu gemacht, als ich mit 16, 17 Jahren versuchte, ein Drehbuch über den ehemaligen Berliner Stadtteil Wedding zu schreiben und wie er sich durch und nach dem Krieg verändert hatte. Viel später durfte ich am Berliner Renaissance-Theater in „Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui“ den Gangster Givola, eine Anspielung auf Propagandaminister Joseph Goebbels, geben. Dazu habe ich natürlich zum Zweiten Weltkrieg recherchiert.
Hieran haben Sie nun bei der Arbeit an „Der Zweite Weltkrieg mit Tom Hanks“ anknüpfen können.
Die Doku-Serie mit Tom Hanks hat mich sehr berührt. Sie passt – man muss sagen: leider – sehr gut in unsere heutige Zeit, in der wir global von Kriegen umgeben sind. Das lässt mich manchmal nicht schlafen. Ich bin ziemlich sensibel veranlagt und muss bei der Synchronisation zu „Der Zweite Weltkrieg mit Tom Hanks“ aufpassen, mich nicht zu sehr in die Dramatik und Gefühlswelt fallen zu lassen. Um sachlich zu bleiben, aber eben nicht kalt.
Sie sprachen die Vielseitigkeit von Tom Hanks an. Gibt es etwas, bei dem Sie sagen: Das ist stimmlich oder von der Sprechweise typisch Tom Hanks?
Nein, Tom Hanks hat keine Masche drauf. Bei John Malkovich weiß ich, er hat immer gut geatmet, bevor er einen Satz sagt. Das Transportieren von Gewohnheiten mag ich nicht. Schauspielerei hat doch viel damit zu tun, sich neu einzustellen. Ein Kollege von mir hat zum Beispiel häufig ein „gut“ ans Ende eines Satzes gehängt, zum Beispiel: „Jetzt haben wir die Arbeit gemacht, gut?“ Das macht es kleiner für mich.
 Copyright: Sebastian Reuter/The HISTORY Channel
Sie hatten bereits in Theater-, Fernseh- und Hörspiel-Produktionen mitgewirkt, sind dann aber 1972 in die Synchron-Sparte reingerutscht und werden nun in der Öffentlichkeit vorderrangig damit identifiziert. Wie sind Sie zur Synchronisation gekommen?
„Vorderrangig“ ist völlig richtig formuliert. Das Synchronisieren ist aus einer Hassliebe entstanden. Ich hatte Angst, mich selbst zu synchronisieren, als ich mich Anfang der 1970er-Jahre wegen Flugzeuglärms bei einem waschechten Softporno noch mal im Studio nachintonieren sollte. Der Schauspieler, der mit mir in der Synchronkabine war, hat mehrfach gestöhnt, weil ich es so schlecht gemacht hatte. Ich hätte nie im Leben gedacht, dass ich noch mal ein Synchronstudio betreten würde. Doch es sollte ganz anders kommen: Regisseur Michael Miller ging wegen Synchronlegende Michael Chevalier ins Theater, suchte aber noch andere Sprecher. Da hieß es von Seiten des Hauses aus: „Frag mal Tennstedt!“ Michael Miller sprach mich also an. Ich entgegnete entsetzt: „Nein, ich kann das nicht! Das ist nicht mein Gebiet.“ Er insistierte aber, so dass ich mich breitschlagen ließ: „Ich komme kurz vorbei, aber sag’ mir schonungslos, wenn es dir nicht gefällt.“ Es handelte sich um die Synchronaufnahmen zu Wes Cravens „Das letzte Haus links“, der als eine Art Kettensägenmassaker ebenfalls zum Kultfilm avancierte. Und Michael Miller gefiel meine Art zu synchronisieren, hier lieh ich dem jungen Marc Sheffler meine Stimme. Miller habe ich den ganzen Quatsch mit dem Synchronisieren zu verdanken. Er besetzte mich auf alles, was zwei Beine hat. Ich wurde dann „weitergereicht“, wie das damals üblich war, musste also keine Castings machen. So lernte ich auch Ottokar Runze kennen, der mich als deutsche Synchronstimme von John Malkovich besetzte.
Mit Synchronsprecher und -regisseur Torsten Sense haben Sie ab 1985 auch zehn kultige „Kasperle“-Hörspiele beim Label Kiosk aufgenommen. Sie waren in der Titelrolle zu hören. Er war ihr Freund Seppel. Welche Erinnerungen haben Sie an den Kinderklassiker?
Eine unglaublich intensive Erinnerung sogar, obwohl es lange her ist. Wir waren damals noch relativ jung. Man konnte noch über Sachen lachen, über die heute keiner mehr lachen würde. Und da hatten wir eine wirklich witzige Situation im Tonstudio. Ulli Herzog führte Regie. Wir mussten damals sogar getrennt aufnehmen, weil wir uns ständig kaputtgelacht haben – ausgerechnet über das Wort „Spritzenhaus“, das wir unglaublich ulkig fanden. Diese Art von Lachanfällen kennt man sonst nur vom Theater. Und so führte uns das „Spritzenhaus“ ins Schlamassel. Unzählige Male mussten wir Takes mit diesem Wort aufnehmen.
Ist das Synchronisieren komfortabel für Sie oder ein einsames Geschäft, da Sie mittlerweile häufig allein in der Kabine aufgenommen werden?
Mich füllt die Synchronisation zu 100 Prozent aus. Ich spielte früher noch viel Theater. Doch irgendwann war das bei zwei Söhnen für mich familienfeindlich. Diese akustischen Möglichkeiten, die ich als Synchronsprecher oder „Synchronschausprecher“ habe, hätte ich nie mit meiner Figürlichkeit gehabt. Ich bin ja recht klein geraten und hätte nie den Helden spielen können. Ich habe Glück gehabt, beim Synchron zu landen. Da besetzt man nicht nach Zentimetern und dem Alter! Wenn man gut besetzt, besetzt man nach Mentalität. Danke an all diejenigen, die mich „weitergereicht“ haben, so dass ich jetzt hier sitze und mich mit Ihnen unterhalten darf.
Wie sehen Sie die Entwicklung der Synchronisation?
Ich mag das Gewerbe sehr, vor allem die Herangehensweise an die Synchronisation. Da steckt oftmals viel Akribie dahinter, die das Original optimal bedienen kann. KI ist schon erschreckend. Irgendwann wird sie uns Sprecher sicher komplett ersetzen. Doch vielleicht haben wir noch eine Chance, wenn wir weiter an diesen wichtigen Filmen dranbleiben. Wenn ich daran zurückdenke, wieviel Liebe zum Detail in der Synchronfassung von „Cloud Atlas“ steckte! Da wurde bei der Berliner Synchron AG in der Mühlenstraße noch geangelt! Das kann KI als Konkurrenz nicht. Und diese Sorgfalt nehmen Sie als Hörer wahr. Brüche in den Stimmen und Untertöne können nur durch Menschen entstehen.
Interview: Marc Hairapetian
Die Doku-Serie „Der Zweite Weltkrieg mit Tom Hanks“ des HISTORY Channels startet am Dienstag, 26. Mai, um 20:15 Uhr mit der ersten Episode im deutschsprachigen Raum als exklusive Preview. Danach werden alle 20 Folgen jeweils freitags ab 20:15 Uhr in Doppelfolgen gezeigt. Zusätzlich stehen die Episoden nach der TV-Ausstrahlung auf Abruf zur Verfügung.
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