entertainweb Cineclub Facebook Twitter
Cineclub - Kino und mehr

Die Nanny


Aufmachung Unterhaltung Spannung Action Musik Erotik Anspruch Eindruck Gesamt
*** ***** ** * **** *** * ***** 75%
 

 
Wenn ein bodenständiges aber ebenso unangepasstes Kindermädchen sich um reiche New Yorker Kids kümmert, dann ist der Humor (vor allem im Originalton) praktisch vorprogrammiert... Fran Drescher spielte in dieser klassischen (und in über 100 Ländern ausgestrahlten) 90er-Jahre-Sitcom die Rolle ihres Lebens und traf in insgesamt sechs Staffeln auf allerhand Stars und Sternchen. Diese einstige CBS-Comedyserie sprach vor allem weibliche Zuschauer an und läuft noch heute als gern gesehene Wiederholung auch im deutschen Fernsehen.

Die Nanny (mit Fran Drescher)


Es hätte nicht schlimmer kommen können: Innerhalb eines Tages verliert die jüdisch-amerikanische Brautmodenverkäuferin Francine Fine (Fran Drescher) nicht nur ihren Job, sondern auch ihren Verlobten, der sich gegen sie und für deren High-School-Rivalin Heather Biblow (später von Pamela Anderson verkörpert) entscheidet. So bekommt Heather nicht nur Frans Job sondern auch ihren Kerl… Doch die zielstrebige New Yorkerin mit dem auffallenden Kleidungsstil und der hochgesteckten Frisur gibt sich nicht auf und beginnt wieder ihren alten Job als Make-Up-Verkäuferin. Durch einen Zufall landet Fran nun im Hause des verwitweten Broadway-Produzenten Maxwell Sheffield (Charles Shaughnessy). Dieser lebt mit seinen drei Kindern und einem Butler in einer großen Wohnung auf der Upper East Side und sucht gerade verzweifelt nach einem Kindermädchen. Da die aus Brooklyn stammende Fran nicht auf den Mund gefallen ist und auch, weil demnächst ein wichtiges Dinner mit allerhand Geldgebern ansteht, nimmt Maxwell Frans Dienste notgedrungen an und der ungewöhnliche Spaß beginnt…

Die Nanny (mit Fran Drescher)
Fran Fine (Fran Drescher) ist als Kindermädchen ziemlich unkonventionell...

Durch ihre lockere Art eckt Fran mit der Zeit zwar bei der New Yorker Oberschicht an, kann die Familie Sheffield jedoch nach und nach auch durch ihren Charme und ihren durchaus gesunden Umgang mit den Kids überzeugen. Derweil hat Fran auch eine Menge zu tun, sind die Sheffield-Kinder doch alles andere als einfach. Das jüngste Kind – Gracie (Madeline Zima) – ist zum Beispiel in Therapie, während das mittlere Kind – Brighton (Benjamin Salisbury) – vor allem durch seine freche Art aufzufallen weiß. Das älteste Kind – Margaret (Nicholle Tom), die von allen nur Maggie genannt wird, ist derweil mitten in der Pubertät und ist eher schüchtern und verängstigt. Durch Frans Einfluss aber wird aus Gracie ein einigermaßen normales Mädchen, Brighton wird etwas anständiger und Maggie reift zu einer selbstbewussten jungen Frau heran. Auch Butler Niles (Daniel Davis), der mit seinem Dienstherrn Maxwell Sheffield einst von England nach New York auswanderte, findet Gefallen an Frans unkonventioneller Art und ist von Beginn an auf ihrer Seite. Zudem habe die beiden Angestellten einen gemeinsamen Feind - Maxwells Geschäftspartnerin C.C. Babcock (Lauren Lane). Diese erfüllt all die Klischees der versnobten New Yorker High Society und sieht in Fran einen schlechten Einfluss und vor allem eine Rivalin – denn C.C. ist überzeugt davon, dass sie und Maxwell zusammen gehören. Der stets beschäftigte Familienvater hat aber kein Auge für C.C. und anfänglich auch kaum für seine Kinder, was sich über die Jahre jedoch verändert.

Die Nanny (von und mit Fran Drescher)
Können sich (eigentlich) nicht leiden - Butler Niles (Daniel Davis) und Schnepfe C.C. (Lauren Lane).

Ebenso schafft Fran es, das Herz von Maxwell zu erobern, was dieser aufgrund des bestehenden Angestelltenverhältnisses jedoch lange verleugnet. Doch gegen Frans Sexappeal und auch gegen ihre menschliche Art kommt im Grunde niemand an. Selbst Frans Mischpoke (das hebräische Wort für „Familie“) hat keinen allzu großen negativen Einfluss auf diese Entwicklung – und das will schon was heißen. Schließlich ist vor allem Frans Mutter Sylvia (Renée Taylor) ein schwerer Brocken – sowohl körperlich als auch menschlich. Ständig macht sie Fran klar, dass diese endlich heiraten soll und auch sonst lädt sich Sylvia gern bei den Sheffields ein und isst diesen nicht selten die Haare vom Kopf. Auch Frans Großmutter Yetta (Ann Guilbert) hat es faustdick hinter den Ohren. Kettenrauchend und vergesslich lebt sie eigentlich in einem Altenheim, sieht sich aber ebenfalls selbst als gern gesehener Gast und so sind es vor allem die Fine-Frauen, die das einst so hochdotierte Leben an der Upper East Side ein ums andere Mal auf den Kopf stellen. Selbst Frans Jugendfreundin Val (Rachel Chagall) hat nicht mehr alle Tassen im Schrank und somit kommt fortan eine Menge unpassender Leute auf die Sheffields zu, so dass zwei Welten zuerst kollidieren und doch irgendwie noch zueinander finden...

Die Nanny (mit Fran Drescher)
Trio Infernale: Fran, ihre Mutter Sylvia (Renée Taylor)
und Oma Yetta (Ann Guilbert).


Die 80er waren bunt, die 90er… auch – zumindest, wenn es nach Francine Fine geht, die hier in bunten Klamotten und mit entsprechender Hochsteckfrisur klar macht, wer im Haus der Sheffields die Hosen an hat. Sicher, dieses ganz besondere Kindermädchen trägt fast ausschließlich kurze Röcke oder elegante Kleider, dennoch ist das Prinzip dieser Sitcom eindeutig. Das war wohl auch Fran Drescher klar, als sie einst mit einer guten Freundin samt deren Familie auf einer Kreuzfahrt war, wo ihr daraufhin die Idee für diese Serie kam. Eigentlich waren nur zwei Kinder vorgesehen, doch der Sender (CBS) bestand auf eine Teenager-Tochter, mit der man das junge Publikum mehr ansprechen wollte und die am ehesten von dem außergewöhnlichen Kindermädchen lernen kann.

Komplett in Fernsehstudios in Los Angeles gedreht, merkte man dennoch stets den typischen New Yorker Charme, was vor allem an der Einbringung von Drechers privater Persona lag. Der jüdische Glaube und jüdische Amerikaner wurden hier mit allen ihren Vorurteilen konfrontiert – vor allem natürlich den witzigen. Da wird viel gefuttert, viel gelästert, auf Ehe gedrängt und die Mischpoke (oder auch „Mischpoche“, das hebräische Wort für Familie) führt nach anfänglicher Zurückhaltung im Drehbuch bald schon den schrägen und klischeehaften Humor in diese Sitcom ein. Wenn sich dieses gutbürgerliche und sehr familienbezogene Verhalten mit der vermeintlichen Kühle des britisch-amerikanischen Reichtums vermischt, dann kann nur sehr passender Humor dabei herausspringen und dieser lockte teilweise nicht nur Millionen Zuschauer vor die Bildschirme, sondern brachte auch einige Prominenz vor die Kamera.

Die Nanny (mit Fran Drescher)
Eine Menge Prominenz hat Auftritte in der Serie. Hier als Beispiel: Hollywood-Diva Elizabeth Taylor.

So hatten Stars wie Elton John samt Ehemann, Hollywood-Diva Elizabeth Taylor, Roger Clinton (Bruder des damaligen US-Präsidenten), Billy Ray Cyrus (berühmter Vater von Miley Cyrus), Talkmaster Jay Leno, Immobilien-Tycoon Donald Trump, Bette Midler, Chevy Chase, Jane ‘Dr. Quinn’ Seymour, Celine Dion und Showmaster Bob Barker ihre Auftritte als sie selbst. Stars wie Whoopi Goldberg, Pamela Anderson oder die inzwischen verstorbene Jazz-Legende Ray Charles hatten hingehen teils feste Rollen. Selbst der damals aufstrebende Rapper Coolio bekam eine Nebenrolle. Sängerin und Ikone Barbra Streisand hingegen wurde trotz zahlreicher Erwähnungen und Huldigungen nur gedoubelt und trat nie selbst auf...

Die Stars also waren so bunt und abwechslungsreich, wie die Klamotten, die Klischees und der Humor der Nanny selbst, welcher am Ende vor allem aus wieder kehrendem Ablauf bestand, wo ein Darsteller etwas sagte und direkt das Gegenteil geschah. Dies war mit der Zeit nicht mehr so amüsant da vorhersehbar und dennoch spiegelt all das Drumherum in „The Nanny“ eines der besten Jahrzehnte der Fernsehunterhaltung perfekt wieder.

Die Nanny (mit Fran Drescher)
Der Cast trifft sich zur Reunion. Nur Daniel Davis (Butler Niles)
hatte als fleißiger Theaterdarsteller leider keine Zeit.


  • Die Serie wurde in Los Angeles in einem Filmstudio (zumeist mit Livepublikum) gedreht, die Außenaufnahmen aus New York wurden derweil seperat aufgenommen und eingespielt.
  • Die Idee zur Serie kam von Fran Drescher selbst. Zusammen mit ihrem damaligen Ehemann bildete sie zudem das Produzenten-Team, weshalb Dreschers wahre Eltern auch gelegentliche Gastauftritte in kleinen Nebenrollen hatten. Auch ist Rachel Chagall tatsächlich die beste Freundin von Fran.
  • Schauspieler Daniel Davis, der hier den britischen Butler Niles verkörpert, ist in Wahrheit gebürtiger Amerikaner und spielt den britischen Akzent daher nur. Dafür kommt Hauptdarsteller Charles Shaughnessy tatsächlich aus England.
  • Die Rolle der Maggie Sheffield (älteste Tochter) wurde vom Sender CBS hinzugefügt. Nicholle Tom, die hier Maggie spielt, war bereits aus dem Disneyfilm "Ein Hund namens Beethoven" bekannt. Madeline Zima, die hier das jüngste Kind verkörpert, war Jahre später als junge Erwachsene in der FSK-18-Serie Californication zu sehen - auch nackt.

  • Die Nanny (von und mit Fran Drescher)
    Mit der Zeit bekommt die Figur des Butler Niles ganz neue Züge...

    Die Nanny (mit Fran Drescher)

    Jetzt die nanny (sofern schon verfügbar) auf DVD übers Internet ausleihen
    oder die DVD bei buch.de kaufen oder bei momox.de verkaufen.





     

     
    Fakten
    Originaltitel:
    The Nanny named Fran
     
    Produktionsjahr:
    1993 - 1999
     
    Genre:
    Sitcom
     
    Laufzeit/Folge:
    22 min
     
    Dieser Film wurde bewertet von:
    Conway(75%)
     
    Texte:
    Conway
     
    Diese Serie bei Wikipedia
     


    Links



    Newsletter: So wird keine neue Filmkritik verpasst! eMail-Adresse:

    [Film bewerten]

    zurück zum Filmarchiv
    zurück zur Wertungsübersicht
    zurück zur Cineclub-Homepage

    (c) 2017 Cineclub, Bochum für alle Texte, die Rechte an den Bildern liegen beim jeweiligen Filmverleih.