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Scorpion


Aufmachung Unterhaltung Spannung Action Musik Erotik Anspruch Eindruck Gesamt
***** **** ** **** *** ** **** ***** 83%
 

 
Das A-Team der Neuzeit heißt „Scorpion“. Meist ausgesprochen hanebüchenen Fällen stehen starke Charaktere gegenüber, die über die Staffeln hinweg eine deutliche Entwicklung erfahren. Lässt man sich auf die Rahmenhandlung ein, ist der Suchtfaktor vorprogrammiert.

Scorpion


In einer kleinen Halle in einem Industriegebiet irgendwo in L.A. hat sich Walter O’Brien (Elyes Gabel) sein kleines Reich geschaffen. Und Walter ist nicht irgendwer, schließlich hat das Genie und IQ-Wunder schon als Kind die NASA gehackt. Naja, nun jedenfalls hat er mit dem Psychologen Toby Curtis (Eddie Kaye Thomas), dem Mathegenie Sylvester (Ari Stidham) und dem Technikwunderkind Happy Quinn (Jadyn Wong) eine Gruppe Hochbegabter um sich geschart, deren Potential er fördern will. Als im ersten Fall noch die Kellnerin Paige (Katherine McPhee) hinzustößt, deren Sohn Ralph (Riley B. Smith) ebenfalls hochbegabt ist, erhält das Team „Scorpion“ von Agent Cabe Gallo (Robert Patrick) einen Auftrag von Homeland Security und ist fortan finanziell abgesichert.

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Agent Gallo (Robert Patrick) wird im Sicherheitsbereich eines
Atomkraftwerks eingeschlossen, als dort radioaktiver Dampf austritt.

Parallel zu den Fällen muss sich Walter in der ersten Staffel allerdings auch noch um seine am MS erkrankte Schwester Megan (Camille Guaty) kümmern. Außerdem wird die aufkeimende Romanze zwischen Paige und Walter immer wieder auf eine harte Probe gestellt. Während Walter noch damit kämpft, wie er sich ausdrücken soll und wie er alte Fehler vermeidet, erscheint unvermittelt Drew (Brendan Hines) auf der Bildfläche und will seine seit Jahren verwaiste Vaterrolle für Ralph einnehmen. Und auch Agent Gallo hat so manche überraschende Leiche im Keller, die es nach und nach aufzuarbeiten gilt.

In der zweiten Staffel erhalten Paige und Walter eine neue Chance, weil Drew wieder von der Bildfläche verschwunden ist. Doch Walter möchte lieber Beziehungen unter Mitarbeitern verhindern und verleugnet lange seine Gefühle, bis die anderen es ihm immer wieder mehr oder weniger deutlich ins Gesicht sagen. Dafür kommen sich Toby und Happy näher, doch über ihrer Liebe schwebt ein dunkles Geheimnis aus Happys Vergangenheit. Darüber hinaus werden einige schräge Charaktere als wiederkehrende Gaststars eingeführt: Zunächst ist da Ray Spiewack (Kevin Weisman), den Walter bei den Sozialstunden kennenlernt, die er wegen seines Autounfalls leisten muss und der zwischenzeitlich in der Werkstatt einzieht. Haywood Morris (Horatio Sanz) verstärkt das Team als Anwalt, der dank Ralphs Hilfe einen wichtigen Prozess führen darf. Dann wäre da noch Cabes Praktikant Tim Armstrong (Scott Porter), der 12 Episoden lang das Team verstärkt und mit seiner attraktiven Ausstrahlung und ständigen Hilfsbereitschaft Paiges Aufmerksamkeit erregt. Und auch Walters Mentor Richard Elia (Andy Buckley) kehrt kurzzeitig wieder zurück. Cabes Ex-Boss Merrick (David Fabrizio) darf auch noch einmal auftreten, während seine ehemalige Rolle zunächst von Adriana Molina (Alana De La Garza) und dann von Katherine Cooper (Peri Gilpin) übernommen wird, bevor beide in der zweiten Hälfte der Staffel völlig in den Hintergrund rücken.

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Oft kopiert und doch nie erreicht: Selten hat eine Serien-Crew in einem Actiongenre so gut funktioniert, wie beim Achtziger-Jahre-Kult "A-Team". Doch "Scorpion" bringt in der Tat alle notwendigen Zutaten mit. Vom egoistischen aber nie absichtlich fehltretenden Teamleiter Walter, über den Psychologen mit leichtem Knall, den vom Punkt an unsympathischen Agent Gallo, der erst nach und nach seine wahren Absichten und Werte durchblicken lässt, bis zum hypochondrischen Mathe-As ist alles dabei. Und für Technikbasteleien braucht’s natürlich auch noch ein Technik-Genie. Und Happy ist von ihrem Charakter her mindestens genauso eigensinnig wie B.A. es einst war. Hinzu kommt mit Paige und Ralph noch eine menschlich-familiäre Nuance, die große Teile der Rahmenhandlung und der unterschwelligen Erotik trägt. Durch diese sehr gelungene Zusammenstellung der Charaktere funktionieren die meisten Folgen schon fast im Alleingang. Dass der eigentliche Anlass und die Logik der Lösungen oftmals hanebüchen zusammengeschustert sind, mag man als geneigter Zuschauer gerne vernachlässigen, wenn man erst mal in den Kosmos dieser Serie eingetaucht ist. Das Zusammenspiel und die One-Liner, die sich die Charaktere schon mal zuwerfen sind einfach zu erfrischend, um sich bei solchen Detailfragen aufzuhalten. In Sachen Ausstattung kann die Serie bisweilen aus dem Vollen schöpfen. Obwohl auch hier bei der Action oft auf Notwendigstes geschnitten wurde, ist das gezeigte ordentlich umgesetzt. Mit Las Vegas, Weihnachten und dem Valentinstag, die allesamt jeweils in Serienfolgen eingebunden wurden, ließen die Serienmacher keine Option aus, um die menschliche Seite ihrer Figuren auszuzeichnen.

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Walter O'Brien (Elyes Gabel) bespricht den Ausgang eines Falls
mit Agent Gallo beim Barbecue auf der Dachterrasse.

Die meisten Folgen der ersten Staffel folgen einem einheitlichem Aufbau, bei dem vor allem dem Vor- und Nachspiel im Kreise des Teams für die Folgenlänge von durchschnittlich ca. 40 Minuten überraschend viel Raum gegeben wurde. Einzig die Folge „Das Experiment“ (OT: True Colors), fällt aus dem Rahmen, da sie mit einem Cliffhanger beginnt und anschließend in Gesprächen der Seriencharaktere mit der Psychologin Dr. Cassandra Davis in Rückblenden erzählt wird. Obwohl die Chance, die Perspektiven der Teammitglieder mit filmischen Mitteln zu unterscheiden, ausgelassen wurde, punktet die Folge dennoch in mehrfacher Hinsicht: Zum einen geht hier mal eine Geschichte nicht automatisch gut aus, wie es sonst in dieser Serie etwas zu oft vorkommt. Zum anderen stellt die Einbeziehung der aus „Navy CIS: L.A.“ bekannten Linda Hunt in ihrer Rolle als Hetty Lange einen Serien-Crossover dar, der einige Fans begeistern dürfte.

Mit der Vielzahl der wiederkehrenden Gaststars und der konsequenten Weiterentwicklung der Hauptcharaktere und ihrer Beziehungen punktet die zweite Staffel von „Scorpion“ dort, wo die erste ebenfalls schon gut war. Dass zudem die Rolle von Riley B. Smith als Wunderkind Ralph Dineen deutlich ausgebaut wurde, hebt den Unterhaltungswert, bringt immer wieder familiäre Aspekte hervor und weckt nicht zuletzt auch die kindliche Seite in den anderen Figuren. Leider gibt es auch deutliche Schattenseiten: Gerade die ersten Folgen der zweiten Staffel wollen sich offenbar so sehr in ihren unglaublichen Geschichten überbieten, dass man angesichts all des künstlich geschaffenen Zeitdrucks und der überdrehten Stunts immer wieder die Augen verdrehen möchte. Hinzu kommen Fernreisen des Teams, denen man mehr als deutlich ansieht, dass alle Szenen im Studio-Außengelände oder in typischen Kulissen in L.A. gedreht wurden. An anderen Stellen haben sich die Location-Scouts allerdings auch sichtlich Mühe gegeben. Fans der Serie werden jedenfalls über dieses Manko hinwegsehen können und sich einfach an den kurzweiligen Episoden und ihren Hintergrundgeschichten erfreuen. Besonderes Highlight dieser Staffel ist der Anfang einer Folge, in dem Sylvester als Kandidat in der Show „Der Preis ist heiß“ aufgerufen wird und auf recht ungewöhnliche Weise 100.000 Dollar gewinnt.

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Ein paar Worte noch zur schauspielerischen Performance: In dieser Kategorie punktet ohne Zweifel Elyes Gabel mit seinen Gesichtsausdrücken, Blicken und Dialogen. Ansonsten ist alles außer Tobys Hut und Agent Gallos Sonnenbrille eher (oberes) Mittelmaß. Allein die Rolle der Paige Dineen wäre noch hervorzuheben, da Katherine McPhees teilweise ausdrucksschwachen Betonungen in den Dialogen durch die deutsche Synchronisation dank der emotionaleren Interpretation von Giuliana Jakobeit deutlich aufgewertet werden.

Wer sich auf die Rahmenhandlung von „Scorpion“ einlässt, dürfte schnell von den sympathischen Charakteren und dem für eine Krimiserie ausgesprochen positiven Grundton der Serie mitgerissen werden. Eine einzelne Folge, aus dem Zusammenhang gerissen angeschaut, dürfte jedoch nur einen Bruchteil der möglichen Wirkung entfalten.


In der Box der ersten Staffel sind zu zahlreichen Folgen geschnittene Szenen enthalten. Diese sind teilweise noch unfertige Rohfassungen, denen CGI-Effekte fehlen und die in der deutschen Fassung untertitelt wurden. Zum besseren Verständnis werden die Szenen immer von den sie umgebenden Vor- und Nachszenen eingerahmt. Es ist durchaus sinnvoll, diese Szenen anzuschauen, da der ein oder andere Hinweis in Bezug auf die Rahmenhandlung darin vorkommt, durch den nachfolgendes Verhalten der Team-Mitglieder mehr Sinn ergibt.

  • die Staffelbox Scorpion Season 1 ist am 04.02.2016 erschienen, Label: Paramount Pictures, im Vertrieb von Universal Pictures Germany

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Paige (Katherine McPhee) und ihr Sohn Ralph (Riley B. Smith)

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links: Happy (Jadyn Wong). rechts: Das Lichtspiel des Ventilators ist ein gerne verwendetes Stilmittel der Serie.

Für alle Bilder gilt:
© Paramount Pictures

Scorpion

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Fakten
Originaltitel:
Scorpion
 
Produktionsjahr:
2014 - 0000
 
Genre:
Action / Crime
 
Laufzeit/Folge:
ca. 40 Minuten
 
Dieser Film wurde bewertet von:
RS(83%)
 
Texte:
RS
 

 


Synchronsprecher

SchauspielerSynchronsprecher
Elyes GabelTim Knauer
Katherine McPheeGiulana Jakobeit
Eddie Kaye ThomasKonrad Bösherz



TV-Termine

DatumUhrzeitSender
09.10.2016 22:10 Sat.1
²) Sendezeiten bis 05:00 Uhr sind in der Nacht zum Folgetag.


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