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Kleine Teufel


Länge Unterhaltung Spannung Action Musik Erotik Anspruch Eindruck Gesamt
**** **** ***** *** ***** **** ***** ***** 92%
 

 
Chloé und Joseph sind die verlorenen Kinder unserer Gesellschaft. Niemand will sie haben, dabei wollen sie nur ein Zuhause. Schockierendes, aber brillantes Drama von Christophe Ruggia.

Kleine Teufel


Die beiden Geschwister Chloé (Adele Haenel) und Joseph (Vincent Rottiers) sind auf der Flucht. Immer wieder brechen sie aus Waisenhäusern aus, wo sie doch nur bevormundet werden. Chloé ist autistisch veranlagt, sie spricht nicht, lässt sich nicht berühren und hört nur hin, wenn ihr Bruder etwas sagt. Dieser glaubt zu wissen, was die beiden brauchen: ein Zuhause. Ein schönes Haus, eine heile Welt, wie Chloé sie zur Beruhigung aus Glasscherben zum Mosaik legt.

Während sie sich durch die Gesellschaft schlagen, immer am Rande der Legalität, blüht eine andere Geschwisterliebe auf, gleichwohl am Rande der Legalität. Joseph wird zum Rebellen, der keine Grenzen kennt und auch vor Gewalt nicht zurückschreckt. Denn eines wollen die beiden auf keinen Fall: Weggesperrt werden und permanent unter Medikamenteneinfluss stehen.

Kleine Teufel


„Kleine Teufel“ ist ein überwältigender Film, der einem tagelang nicht mehr aus dem Kopf gehen wird. Die Thematik der ausgestoßenen Kinder, die keiner haben will, keiner lieb hat, die in der Gesellschaft einfach keinen Platz haben und zudem tiefgehende psychologische Probleme haben, kommt nicht besonders oft derart intensiv in Spielfilmen auf. Die beiden grandiosen Hauptdarsteller Adele Haenel und Vincent Rottiers geben alles und überfordern den Zuschauern fast mit ihrer rigorosen Konsequenz und Beharrlichkeit. Sie wollen ein Zuhause, aber wo ist Platz für sie?

Dabei empfindet man nicht nur plumpes und undifferenziertes Mitleid für die beiden. Es entwickelt sich zugleich ein wenig Unverständnis, warum sich die Geschwister nicht helfen lassen wollen. So lässt der Film einen Blick auf einen kaum beachteten Teil der Gesellschaft zu, wirft aber natürlich auch ein großes Diskussionspotential auf. Es stellt damit ein gewisses Wagnis dar, sich auf einen solchen Film einzulassen; es lohnt sich aber auf jeden Fall.

Kleine Teufel

„Kleine Teufel“ wusste zu begeistern. Auf dem Avignon Film Festival und dem Chicago International Film Festival konnte er schon punkten. Beim Filmfestival Mannheim Heidelberg bekam er den Preis für den besten Newcomer-Spielfilm.


51. internationales Filmfest Mannheim-Heidelberg

Kleine Teufel

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Fakten
Originaltitel:
Les Diables
 
ohne Kinostart in:
15.11.2002
 
Genre:
Drama
 
Regie:
Christophe Ruggia
 
Dieser Film wurde bewertet von:
hope(92%)
 
Texte:
hope
 
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