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La Mala Educación


Länge Unterhaltung Spannung Action Musik Erotik Anspruch Eindruck Gesamt
***** ***** **** *** ***** **** ***** ***** 100%
 

 
Pedro Almodovar hat es mal wieder allen gezeigt: So macht man gute Filme. Tabubruch mit Gael Garcia Bernal in düsterem Film-Noir-Stil.

La Mala Educación
Gefangen zwischen Religion und Begierde: Ignacio.


Ignacio (Gael Garcia Bernal) ist Schauspieler. Auf der Suche nach einer neuen Rolle sucht er seinen Schulfreund Enrique (Fele Martínez) auf. Nach Enriques Aussage war Ignacio seine erste Liebe. Doch Ignacio hat sich verändert und Enrique ist sich seiner Gefühle nicht sicher.

Abgesehen von seinem schauspielerischen Talent bietet Igancio dem Filmproduzenten Enrique gleich auch noch den Stoff für einen neuen Film. Die Kurzgeschichte erzählt die Kindheit der beiden Jungen an einer Klosterschule. Enrique sieht sich mit seiner Vergangenheit konfrontiert. Mit verbotenen Spielen und mit Pater Manolo. Die Geschichte endet in der nahen aber fiktiven Zukunft. Ignacio arbeitet als Transvestit und trifft Enrique wieder. Erneut haben sie eine Liaison. Doch das Ziel ist ein anderes. Ignacio will Pater Manolo erpressen, da dieser ihm nach eigener Ansicht noch einiges schuldig ist.

Der echte Enrique will die Geschichte verfilmen und Ignacio die Hauptrolle geben, wenn auch mit Zweifeln.

Und so wird aus „La Mala Educación“ ein betörendes Verwirrspiel mit drei Erzählebenen. Als erstes kommt das Hier und Jetzt (wenn das auch in den 80er Jahren stattfindet), zum zweiten die Ebene des zu drehenden Films, der einmal in der Kindheit von Ignacio spielt und dann in der fiktiven Gegenwart der Figuren.

La Mala Educación
Enrique (Fele Martínez) ist skeptisch.

Pedro Almodovar festigt mit diesem neuen Meisterwerk erneut seinen Ruf als Regie-Genie. Nach den letzten beiden „Alles über meine Mutter“ und „Sprich mit ihr“ bricht er hier erneut gesellschaftliche Tabus und lässt sich von seinem eigenen Leben inspirieren. Doch wie zuvor wird er radikaler als im letzten Film. Waren die beiden Vorgänger noch relativ gefällig, so ist hier hinter der Fassade des Films im Film nichts mehr so wie es scheint. Die Wahrheit wird dem Zuschauer nur häppchenweise vorgeworfen.

Der Tabubruch geschieht in mancherlei Hinsicht: Die Kindheit von Ignacio in der Klosterschule ging mit Missbrauch einher. Dieses ist vielleicht auch der Grund für die spätere sexuelle Verwirrtheit von Ignacio. Er möchte sich zur Frau umoperieren lassen und erpresst daher seinen früheren Peiniger.

La Mala Educación
Was hat Ignacio (Gael Garcia Bernal) vor?

Gael Garcia Bernal beweist hier in einer schwierigen Rolle erneut sein außerordentliches Talent. Bereits in „Amores Perros“, „Y Tu Mama Tambien“, „Die Versuchung des Padre Amaro“ und „Die Reise des jungen Che“ konnte er begeistern. In „La Mala Educación“ spielt er über weite Teile einen Transvestiten und die Illusion ist perfekt. Halb Mann, halb Frau, sogar der Gang ist so, als könne er sich nicht für eines entscheiden.

Almodovars Werk besitzt allumfassende Aussagekraft. Der Film lässt einfach nichts aus: Liebesgeschichte, Tragödie, Thriller - und Almodovar zeigt sich erneut als einer der besten Geschichtenerzähler unserer Zeit. Grandioses spanisches Kino!

La Mala Educación

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Fakten
Originaltitel:
La Mala Educación
 
deutscher Kinostart am:
30.09.2004
 
Genre:
Drama
 
Regie:
Pedro Almodóvar
 
Dieser Film wurde bewertet von:
hope(100%)
 
Texte:
hope
 
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TV-Termine

DatumUhrzeitSender
04.11.2014 23:15 WDR
10.10.2012 ²) 01:55 ARD
²) Sendezeiten bis 05:00 Uhr sind in der Nacht zum Folgetag.


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