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TKKG


Länge Unterhaltung Spannung Action Musik Erotik Anspruch Eindruck Gesamt
**** *** *** ** **** - ** *** 64%
 

 
Die vier Freunde Tim, Karl, Klößchen und Gabi lösen ihren neuesten Fall - dies allerdings auf relativ langweilige und somit irgendwie unpassende Art und Weise...

TKKG 2006


Willi „Klößchen“ Sauerlich (Lukas Eichheim) kann es nicht fassen: Da muss er doch tatsächlich mit seinen Freunden, dem coolen Sportler Tim (Jannis Niewöhner), dem überaus intelligenten Mathematikgenie Karl (Jonathan Dümcke) und der bezaubernden Polizeitochter Gabi (Svea Bein) auf einem Pferd zum Zelten in den Wald reiten und darf dabei nicht einmal seine geliebte Schokolade mitnehmen! Doch die ist wirklich unwichtig, denn es geht beim neusten Fall der vier Freunde nicht nur um entführte Kinder, sondern auch um eine rätselhafte Mindmaschine, erfunden vom scharfsinnigen aber sehr leichtgläubigen Internatsschüler und Vollwaisen Kevin Sudheim (Hauke Diekamp).

TKKG 2006
Die TKKG-Bande ist auch bei der Lösung ihrer Fälle stets mit dem Rad unterwegs.

Der schüchterne Hobbywissenschaftler hat nämlich nach dem Tod seiner Eltern mit der Entwicklung eines intelligenzfördernden Apparates begonnen, welcher allerdings nicht nur vollen Erfolg bei den entführten Testpersonen zeigt, sondern auch schreckliche Alpträume hervorruft. Und während die TKKG-Bande nun versucht, die verschollen Waisenkinder zu finden, geraten sie bei ihren Ermittlungen an den eigentlich coolen Lehrer Herrn Manek (Ulrich Noethen), welcher offenbar von Allem mehr zu wissen scheint, als er anfangs preisgibt. Auch Karl, der auf Kevin ziemlich eifersüchtig zu sein scheint, weiß offenbar mehr. Und als TKKG dann auch noch das verlassene Haus von Kevin durchstöbert und Klößchen eine Kostprobe der Mindmaschine zu spüren bekommt, gerät die Situation mehr als einmal außer Kontrolle und Gabis Vater, Kommissar Glockner (Jürgen Vogel), muss retten, was noch zu retten ist.

TKKG 2006
Die Mindmaschine als Massenproduktion - wer ist nur dafür verantwortlich?


TKKG im Kino? Das muss man gesehen haben – oder? Nun, die deutsche Schauspielriege ab 30 aufwärts überzeugt auf ganzer Linie. Vor allem Ulrich Noethen als cooler Lehrer lässt dank seiner schauspielerischen Leistung bis zum Schluss offen, ob er nun zu den Bösen gehört oder nicht. Und Jürgen Vogel als Kommissar Glockner kann ebenfalls überzeugen. Dass der sonst so gutherzige Kommissar und eigentliche Freund der Vier diesmal etwas ruppiger rüberkommt, ist sicherlich der schwachen Drehbuchvorlage zu verdanken. Und um die eigentlichen Hauptakteure bezeichnend kritisieren zu können, muss man diese einmal mit den bekannten Hörspielrollen vergleichen:

Film-Karl ist eher wie Hörspiel-Tim und umgekehrt. Es kommt einem nämlich von Anfang an so vor, als wäre "Computerkarl“ der heimliche Anführer der vier Freunde. Und Tim ist total ruhig und verbal zurückhaltend, was dem Hörspielcharakter in keinster Weise entspricht. Und die anderen Zwei? Also Klößchen jammert weniger als in den Hörvorlagen, was sicherlich erleichternd ist, dem Filmcharakter aber somit etwas an Detailtreue fehlen lässt. Einzig Gabi ist so süß, wie man sie kennt, – bis auf die Tatsache, dass sie etwas dreister ist, wenn es darum geht, einfach mal nicht auf ihren vorsichtigen Vater zu hören. Auch die optische Umsetzung der Vier ist unpassend. Denn eigentlich ist Klößchen der Kleinste und Karl ist eigentlich eine Bohnenstange. Mal abgesehen von Tim, der im Original schwarze Locken hat.

TKKG 2006
Lehrer Manek (Ulrich Noethen) und Kommissar Glockner (dahinter, Jürgen Vogel)
bei der Verhaftung der Verbrecher.

Schön ist allerdings, dass bekannte TKKG-Charaktere wie Kommisar Bienert alias „Wespe“ (George Lenz) und Sauerlichs Chauffeur Georg (Heinrich Schafmeister) mit von der Partie sind. Auch ist es sicherlich eine gelunge Abwechslung, mal nicht die Familie von Willie aufzuzeigen, sondern endlich mal einen kleinen Einblick auf die Eltern von Karl zu erhalten. Hund Oscar macht seiner bellenden Vorlage ebenfalls alle Ehre und ist in den entscheidenen Momenten ruhig. Und die “Millionenstadt“ sowie das Internat und die kurze Darstellung des Schulbusses sind durchaus gut gewählt. Das “Adlernest“, Wohnort von Tim und Klößchen allerdings ist nicht ganz stimmig – denn dass das Zimmer auf einem Dachboden liegt und es dort einen Fernseher gibt, war bisher doch eher nicht der Fall...

Alles in Allem muss man hauptsächlich die wenig gelunge Detailtreue des Filmteams an der Hörspielvorlage kritisieren. Insbesondere die Umsetzung vom TKKG-“Häuptling“ und die teilweise langweiligen Abläufe enttäuschen hier auf ganzer Linie. Und somit ist der Streifen für die jungen Hörer möglicherweise zu langatmig und für die inzwischen in die Jahre gekommenen Fans der Europa-Reihe einfach zu schwach. Es wirkt so, als wären hier keine TKKG-Kenner am Werke gewesen... Und damit dürfte auch die Hoffnung ausbleiben, mit diesem Streifen noch ein paar Fans mehr an die Hörspielreihe heranzuführen – womit eine große Chance vertan ist, dieses Prinzip der Unterhaltung noch weiter salonfähig zu machen. Man darf nun also gespannt sein, ob die US-Verfilmung der Hörspielreihe “Die Drei Fragezeichen“ da mehr punkten kann...

TKKG 2006
Klößchen und Gabi in Gefahr! Doch Held Tim weiß Abhilfe...


  • Die Jugendkrimiserie TKKG ist eine deutsche Buchserie von Stefan Wolf (Pseudonym von Rolf Kalmuczak † 2007). Besonders erfolgreich ist dabei die Umsetzung der Geschichten als Hörspielreihe (Europaverlag). Außerdem entstanden noch eine Fernsehserie, zwei Kinofilme, Comics, eine Fernsehshow und eine Reihe von Computerspielen über die Abenteuer von TKKG.
  • TKKG ist ein Akronym und steht für Tim (früher „Tarzan“), Karl, Klößchen und Gaby. Als TKKG-Bande lösen die vier Jugendlichen Kriminalfälle. Unterstützt werden sie dabei von Gabys Hund Oskar und Gabys Vater Kommissar Glockner. Weitere Infos findet ihr hier.

  • TKKG 2006

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Fakten
Originaltitel:
TKKG - Das Geheimnis um die rätselhafte Mindmaschine
 
deutscher Kinostart am:
28.09.2006
 
Genre:
Jugendabenteuer
 
Regie:
Tomy Wigand
 
Dieser Film wurde bewertet von:
Conway(64%)
 
Texte:
Conway
 
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DatumUhrzeitSender
21.03.2015 07:15 MDR
07.03.2015 15:00 KiKa
²) Sendezeiten bis 05:00 Uhr sind in der Nacht zum Folgetag.


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