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V wie Vendetta


Länge Unterhaltung Spannung Action Musik Erotik Anspruch Eindruck Gesamt
***** ***** **** *** **** *** **** ***** 90%
 

 
Der maskierte Held „V“ (Hugo Weaving) will das in der Zukunft zur Diktatur verkommene England retten, indem er das Parlament in die Luft sprengt, wie es einst Guy Fawkes tun wollte.

V wie Vendetta (by Alan Moore)


Evey (Natalie Portman) ist als Waise in der Arbeiterklasse aufgewachsen. Am Abend des 4. November gerät die beim staatlichen Radiosender Arbeitende während der Ausgangssperre auf der Straße in eine brenzlige Situation. Die Spitzel der von Creedy (Tim Pigott-Smith) angeführten britischer Geheimpolizei, greifen sie auf. Als sie gerade die ihr vom System verliehene Macht ausnutzen wollen, greift ein unbekannter maskierter Mann (Hugo Weaving) ein und rettet Evey.

Schon bald staunt Evey nicht schlecht. Der Maskierte stellt sich ihr als "V" vor und macht, auch als die Gefahr vorbei ist, nicht die geringsten Anstalten, ihr sein wahres Gesicht zu zeigen. "V" scheint im Gegensatz zu den meisten Engländern keine Angst vor dem totalitären Regime zu haben, sondern versucht im Gegenteil England von Kanzler Sutler (John Hurt) zu befreien. Sein erstes Ziel ist dabei zunächst, die nötige Bekanntheit zu erlangen, damit dann ein Jahr später, am Guy Fawkes Day, dem 5. November, die Engländer vor das Parlament ziehen und zusehen, wie er es in die Luft sprengt und damit den 1605 von Guy Fawkes ausgedachten Plan vollendet.

V wie Vendetta (by Alan Moore)
Kanzler Sutler (John Hurt) spricht nur über die Videowand mit seinem Kabinett.

Um seine Botschaft unter das Volk zu bringen, bringt "V" kurzerhand den staatlichen Sender in seine Gewalt und nutzt Kanzler Sutlers Sprachrohr gegen seinen Erfinder. Doch beim Rückzug aus dem Gebäude wird er von der Polizei gestellt. Das ist die Gelegenheit für Evey, die auch in dem Gebäude ist, sich für die Rettung zu revanchieren. Damit rückt Evey allerdings noch mehr ins Blickfeld von Chief Inspektor Finch (Stephen Rea). Um sie zu schützen, verschleppt "V" Evey in sein Versteck, in dem er sich ein Jahr lang auf seinen großen Tag vorbereiten will. Und diese Vorbereitung hat es in sich: Wie Dominosteinchen bringt er jeden in Position, damit am Ende nur noch ein kleiner Anstoß ausreicht, um die finale Handlungskette in Bewegung zu setzen...

V wie Vendetta (by Alan Moore)
Ein kleiner Stoß und das Spiel beginnt...


Dass hier mit Hauptdarsteller Hugo Weaving und den Wachowski-Brüdern, die hier für Produktion und Drehbuch verantwortlich sind, ein Teil des erfolgreichen Teams der "Matrix"-Trilogie am Werke war, merkt man gleich im ersten Auftritt von "V". Die Perfektion mit der Zeitlupen, Beschleunigungen und Kamera-Positions-Wechsel bei den Nahkampfszenen – aber auch bei einem einfachen Regenschauer – eingesetzt werden, ist unverwechselbar und erzielt maximale Wirkung. Deutlich sticht natürlich auch die Parallele zu "Matrix" im religiösen Aspekt hervor: Ein gesichtsloser Erlöser muss durchs Feuer gehen, Jünger um sich scharen und sich schließlich für die Menschen opfern... Allerdings vermengt sich dieses Bild mit dem an das Nazi-Regime angelehnten, fiktiven, britischen Staatsapparat zu einem nicht ganz sauberen Gemenge...

V wie Vendetta (by Alan Moore)
Eine Idee ist kugelsicher!

Hugo Weaving zeigt nicht ein einziges Mal sein Gesicht. Die starre Maske erlaubt "V" keine Regung jeglicher Gesichtsmuskeln. Und dennoch gelingt es ihm, bei der Darstellung des zielsicheren und gleichzeitig verletzlichen "V" mehr Emotionen zu erzeugen, als viele der „normal erkennbaren“ Schauspieler um ihn herum es bei ihren Charakteren schaffen. Einen großen Teil davon muss er natürlich durch seine Stimme und gut abgestimmte Dialoge rüberbringen, was auch in der deutschen Synchronisation sehr gut gelingt. Der Rest wird durch die Gesichtshaltung, kurze Bewegungen von Körper und Kopf und unterschiedliche Beleuchtungen erreicht. Einen Kontrast hierzu stellt Natalie Portman dar, die von der Tiefe ihres Charakters stark gefordert wurde und nur selten so glaubwürdig wie am Anfang des Films und während der Gefangenschaftsszenen wirkt. Zum Glück punkten die restlichen Nebendarsteller durch überzeugende Leistungen, wobei man insbesondere Sinead Cusack hervorheben muss, die in dem kurzen Auftritt, den sie als Gerichtsmedizinerin hat, einen mehr als deutlichen Eindruck hinterlässt.

Sinead Cusack agiert in einer dieser Szenen, die den Stil des Films prägen: Während der Film etwa 20 Jahre in der Zukunft spielt, erscheinen in Rückblenden Ereignisse, die sich aus Sicht des Zuschauers in den nächsten 1 bis 2 Jahren ereignet haben sollen. So entfaltet sich nach und nach das gesamte komplexe Bild jener Gesellschaft. Dabei wird bewusst auf aktuelle Anlässe der Gegenwart Bezug genommen. Es hat zwar nicht die mutierte Vogelgrippe, sondern eine biologische Waffe eine Pandemie ausgelöst. Trotzdem kann man sich die Frage stellen, welches Chaos ein solches Ereignis heute verursachen könnte... Es ist nicht Deutschland sondern England, das hier einen nationalsozialistischen Staat errichtet. Die gezeigten Mittel sind jedoch ähnlich. "V" stellt somit, da er an die Figur Guy Fawkes angelehnt ist, gleichzeitig auch noch die Verkörperung der Geschichte, des Erinnerns dar, die neutrale Menschen wie den Chief Inspektor zum Umdenken bewegen kann...

V wie Vendetta (by Alan Moore)
Das große Ziel: Der Big Ben flieg in die Luft...

Doch "V" ist kein weißer, strahlender Held. Ebenso wie Bischoff Lilliman, der in seinen perversen sexuellen Neigungen überführt wird, muss auch "V" zu unlauteren Mitteln greifen: Obwohl er später selbst daran fast zerbricht, benutzt er Folter und Gehirnwäsche bei Evey, um sie für seine Ziele benutzen zu können. Shakespeare - erzeugt wird. Dazu kommen das hervorragende Spiel des „gesichtslosen“ Hugo Weaving. Insgesamt ein Cineclub-Filmtipp!


Der Film basiert auf einem Comic vom britische Autor Alan Moore,
welcher ebenfalls die Vorlage zu folgenden Filmen lieferte:


  • From Hell (Cineclub-Filmkritik, 2001)
  • Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen (Cineclub-Filmkritik, 2003)
  • Constantine (Cineclub-Filmkritik, 2005)


  • V wie Vendetta (by Alan Moore)
    Regisseur James McTeigue und Hugo Weaving bei den Dreharbeiten.

    V wie Vendetta (by Alan Moore)

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    Fakten
    Originaltitel:
    V for Vendetta
     
    deutscher Kinostart am:
    16.03.2006
     
    Genre:
    Comic-Adaption / Thriller
     
    Regie:
    James McTeigue
     
    Dieser Film wurde bewertet von:
    RS (90%),
    Conway (86%)
     
    Texte:
    RS
     
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    DatumUhrzeitSender
    29.01.2017 22:50 Pro 7
    15.05.2016 23:00 Pro 7
    ²) Sendezeiten bis 05:00 Uhr sind in der Nacht zum Folgetag.


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