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Wall-E - Der Letzte räumt die Erde auf


Länge Unterhaltung Spannung Action Musik Erotik Anspruch Eindruck Gesamt
**** **** *** *** **** - **** **** 76%
 

 
Vor über 700 Jahren verließen die Menschen die Erde, da das Ökosystem zu kollabieren drohte. Um dem entgegen zu wirken, baute man Roboter, die die Erde sauber hielten. WALL-E ist einer von ihnen und durch seine Liebe zu einer Roboterdame hilft er unwissend mit, die Erde neu zu bevölkern. Oscar 2009 in der Kategorie "Bester Trickfilm" und ein gelungener Appell an den Umweltschutz.

WALL•E - Der Letzte räumt die Erde auf


Im Jahre 2800 werden keine Skylines mehr gebaut, sondern nur noch Müllberge fein säuberlich gestapelt. Dafür verantwortlich ist der kleine Roboter WALL-E, der nebenbei ein Sammler ist und dabei unwissend den Schlüssel zu einer Neubevölkerung der Erde einsammelt. Seine routinierte Arbeit wird unterbrochen, als man den Roboter EVE auf der Erde absetzt. Der sensible WALL-E verliebt sich Hals über Kopf in das wunderschöne Wesen. Doch die ersten Anährungsversuche scheitern.

WALL-E folgt EVE auf Schritt auf Tritt und rettet sie somit vor einem nahenden Sandsturm. Beide sind nun eingesperrt in WALL-E’s kleiner Elektrowerkstatt und kommen sich etwas näher. Als WALL-E ihr jedoch sein neuestes Sammlerstück - eine Pflanze - zeigt, schnappt EVE sich dieses und schaltet sich ab. Dem einsamen Roboter bleibt nichts anderes übrig, als sich um die erstummte Begleiterin zu kümmern. Doch sein Glück wird zerstört, als EVE von einem Raumschiff abgeholt wird. WALL-E folgt spontan seiner mechanischen Liebe und somit widerfährt ihm kurz darauf nicht nur ein galaktisches Abenteuer, sondern er muss auch feststellen, dass es immer noch Menschen gibt.

WALL•E - Der Letzte räumt die Erde auf
Mein linker (linker) Platz ist leer, ich wünsche mir die "Eeevaaaa" her!


.. von rAm (46%): Nach “Cars“ spendiert Pixar einer zweiten Blechkiste einen eigenen Film und versucht dabei, die Herzen von Jung und Alt im Sturm zu erobern. Aus technischer Sicht konnte Pixar nicht viel anders machen. Was vorher schon perfekt war, ist jetzt noch einen Tick besser. Die einzigen Ausnahmen bilden erneut die Menschen, die man hier mit einem Comic-Stil zu realisieren versucht hat. Das Ergebnis kann sich jedoch abermals nicht besonders sehen lassen - hier hätte endlich wirklich einmal eine Verbesserung eintreten können...

“WALL-E - Der Letzte räumt die Erde auf“ kommt zu geschätzten 90 Prozent ohne Dialoge aus. Langeweile ist also vorprogrammiert. Wenn die beiden Roboter mal miteinander kommunizieren, dann einzig und allein um ihre Namen zu wiederholen – dies nervt bei einer Spielzeit von über 90 Minuten. Wobei WALL-E es nicht einmal richtig kann, denn er sagt ständig EVA. Da die Menschen recht kindlich dargestellt werden, halten sich auch deren Dialoge in Grenzen. Auch die Verbindung zum sozialen Hintergrund fällt bisweilen holprig aus und dürfte an manch jüngerem Zuschauer vorbeigehen, dabei war die Idee der beiden Themen (Zerstörung des Ökosystems und die Verfettung der Menschheit) nicht schlecht.

WALL•E - Der Letzte räumt die Erde auf
EVE scheint Wall-E völlig zu verzaubern...

Alle dargestellten Menschen sind stark übergewichtig, ernähren sich nur von Flüssignahrung und starren den ganzen Tag auf den Monitor ihrer schwebenden Liegen. Gegen Sozialkritik ist natürlich nichts einzuwenden, aber sie sollte von Jung und Alt gleichermaßen begriffen werden können und humorvoll in den Film eingearbeitet sein, doch dieser Versuch geht hier blind unter. Auch die Botschaft, um das zu kämpfen, woran man glaubt, rettet dann nichts mehr. Einzig für Abwechslung sorgt eine durchgeknallte Robterclique, ein kleiner Putzteufel und die kindlichen Menschen.

“WALL-E“ ist ein Familienfilm, der nur wenige spaßige Momente mit sich bringt und sich mit seinen unzureichenden Mitteln an ein zu großes Thema herangewagt hat. Alles in allem erinnert der Film an eine halbherzige Kinderversion von “Nummer 5 lebt“ und „Nummer 5 gibt nicht auf“. Überzeugen kann Wall-E nur durch seine Optik.

WALL•E - Der Letzte räumt die Erde auf
Nach getaner Arbeit gönnt sich Wall-E gerne mal ein Sonnenbad.

.. von Conway (88%): Anders, als mein Kollege rAm, der den Film eher aus technischer Sicht und in Bezug auf Einfallsreichtum im Vergleich mit anderen Animationsfilmen wertete, hatte ich die filmische Unterhaltung bei "Wall-E" nach etwa 25 Minuten Lauflänge definitiv gefunden und kann daher Folgendes zu diesem Film sagen:

Für die kleinen Zuschauer bieten die Filmemacher mit "Wall-E" einen Streifen, der ihnen sowohl auf einfallsreiche, wie auch unterhaltsame Weise das Thema des Umweltschutzes näher bringt. Die niedlichen Geräusche der Hauptfigur (erzeugt von Soundesigner Ben Burtt, der schon bei E.T. und Darth Vader ("Star Wars") für die Akustik sorgte) und das absolut menschliche Verhalten im Umgang mit Neugier sorgen dafür, dass Dialoge für das weitere Verständnis nicht von Belang sind. Vielmehr ist es die Umgebung und die Reaktion des einsamen Wall-E auf die Umstände seines Seins, die den Film vorantreiben.

WALL•E - Der Letzte räumt die Erde auf

Auch der Ausflug ins All und das dortige Antreffen menschlichen Lebens sprechen für sich. So ist die Qualität der animierten Menschen nicht das Beste, jedoch sind diese eh durch Verfettung so gut wie bewegungsunfähig. Das Ziel war es eher, das Wesen Mensch ganze 700 Jahre nach unserer Zeit als unwissendes Etwas aufzuzeigen, das einst die Erde nur nutzte und nichts zurückgab. Die dortige Generation, die nun in einem überdimensionalen Raumschiff sein Leben fristet, ist längst unwissend über die Geschichte ihrer Vorfahren und deren Ausbeutung der Erde. Und eben auf witzige und einfache Art und Weise wird mit "Wall-E" nun auch den jüngeren Zuschauern klar gemacht, was sie für eine Verpflichtung gegenüber der Welt und ihrer Nachfahren haben werden.

Mit all dem typischen Pixar-Humor, durch den Hauptfigur Wall-E sich ähnlich ungeschickt verhält, wie das Eichhörnchen Scrat (das bei den "Ice Age"-Filmen bekanntlich seine Nuss verfolgt), sowie der nötigen Tiefe an Menschlichkeit und der absolut gut verständlichen Darstellung von der Wirkung der aktuellen Umweltverschmutzung, ist dieser Film ein Muss für jeden Kinogänger mit Familie und auch für jeden, der die Animationsfilme von Pixar mag. Und vielleicht hilft es auch dem einen oder anderen Zuschauer, die Gefahr, welche die derzeitige Umweltvernichtung in den nächsten Jahrzehnten auf jeden Fall anrichten wird, besser zu begreifen und dem Unheil absofort sinnvoll vorzubeugen.

WALL•E - Der Letzte räumt die Erde auf
Wieder einmal bestätigt: Kakerlaken überleben die Menschen.


Animationsfilme von Pixar:

  • 1995: Toy Story (Wikipedia Infos)
  • 1998: Das große Krabbeln (Cineclub-Filmkritik)
  • 1999: Toy Story 2 (Cineclub-Filmkritik)
  • 2001: Monster AG (Cineclub-Filmkritik)
  • 2003: Findet Nemo (Cineclub-Filmkritik)
  • 2004: Die Unglaublichen (Cineclub-Filmkritik)
  • 2006: Cars (Wikipedia-Infos)
  • 2007: Ratatouille (Wikipedia-Infos)
  • 2008: WALL-E
  • 2009: Oben (Wikipedia-Infos)
  • 2010: Toy Story 3 (Cineclub-Filmkritik)
  • 2011: Cars 2 (Cineclub-Filmkritik)
  • 2012: Merida - Legende der Highlands (Cineclub-Filmkritik)
  • 2013: Die Monster Uni (Cineclub-Filmkritik)

    • WALL•E - Der Letzte räumt die Erde auf
      Was die Zukunft wohl wirklich bringt?

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Fakten
Originaltitel:
WALL•E
 
deutscher Kinostart am:
25.09.2008
 
Genre:
Animation
 
Regie:
Andrew Stanton
 
Dieser Film wurde bewertet von:
rAm (46%),
Conway (88%)
 
Texte:
rAm
&
Conway
 
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Synchronsprecher

SchauspielerSynchronsprecher
Ben BurttTimmo Niesner
Ben BurttBernhard Völger
Elissa Knight Luise Helm



TV-Termine

DatumUhrzeitSender
13.11.2016 09:55 Disney
11.11.2016 20:15 Disney
²) Sendezeiten bis 05:00 Uhr sind in der Nacht zum Folgetag.


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