entertainweb Cineclub Facebook Twitter
Cineclub - Kino und mehr

The Wrestler


Länge Unterhaltung Spannung Action Musik Erotik Anspruch Eindruck Gesamt
**** ** ** **** ** ** ***** *** 66%
 

 
Keine Sportart spaltet die Menschen so sehr wie Wrestling. Doch hier geht es um das Leben eines ehemaligen Profis nach seiner eigentlichen Karriere. Mit viel Bezug zur Realität definitiv ein Mahnmal für das Wrestlinggeschäft, aber dennoch nur ein mittelmäßiger Film mit Ex-Preisboxer Mickey Rourke...

The Wrestler (mit Mickey Rourke)


Randy 'The Ram' Robinson (Mickey Rourke) ist abgehalftert und lebt in einem beengten Van. Man könnte meinen, es mit Trailerparktrash zu tun haben, doch Randy ist seit über 20 Jahren Profi-Wrestler. Vor allem in den 80ern war er die Wrestlingikone schlechthin. Seine Kämpfe waren legendär, genauso wie Randy selbst. Doch inzwischen ist der einstige Athlet nur noch ein Schatten seiner selbst: Vollgepumpt mit Schmerz- und Aufputschmitteln besucht der alleinstehende Hörgerätträger seine Stammtänzerin Cassidy (Marisa Tomei) in einer Table-Dance-Bar, zockt mit den Nachbarkids uralte Wrestlinggames auf Nintendo und nimmt für ein paar lumpige Dollar beinahe jedes Wochenende Wrestlingkämpfe in mittelprächtigen Hallen vor Livepublikum an.

Doch das Glück scheint ihm schon längst nicht mehr hold. Die Familie hat sich schon vor Jahren von ihm abgewandt und seine inzwischen erwachsene Tochter (Evan Rachel Wood) will nichts von ihm wissen. Zu sehr hat Randy seine Liebsten schon enttäuscht, als dass er noch eine Chance verdient hätte. Auch Cassidy scheint seine Gefühle nicht zu erwiedern. Der neue Job scheint ihm auch nicht zu liegen und als er nach einem Hardcore-Match einen Herzanfall erleidet, muss Randy einsehen, dass seine größte Leidenschaft nicht mehr möglich ist.

Doch außer die Erinnerungen an glanzvolle Zeiten hat Randy nichts mehr, wofür es sich zu leben lohnt. Und obwohl er sich geschworen hat, nicht mehr anzutreten, hat er am Ende gar keine andere Wahl. Denn sein wahres "Glück im Leben" ist der Ring und seine "Familie" sind die Fans...

The Wrestler (mit Mickey Rourke)


Wenn auch nicht mitreißend insziniert, ist "The Wrestler" defintiv tiefgründig. Die Schwächen eines alternden Mannes, der seine besten Jahre einem Sport gewidmet hat, dessen Ergebnis körperlicher Verschleiß und menschliche Opfer bedeuten, sind hier mehr als authentisch dargestellt. Somit war es für Mickey Rourke sicherlich nicht schwer, diese Rolle anzunehmen, hat der ehemalige Preisboxer doch selbst eine ähnliche Vergangenheit hinter sich. Ob jemand einen Oscar verdient hat, nur weil er eine Rolle verkörpert, die ihn fast selbst repräsentiert, ist allerdings die Frage. Die Meinungen gehen jedenfalls außeinander, wenn auch nicht weit. Viele Kritiker loben den Film und Rourke in höchsten Tönen, doch die Frage bleibt, was das breite Publikum dazu sagt.

Jedenfalls fühlt man sich oft an Streifen wie "8 Mile" oder "Rocky Balboa" erinnert. Die Mischung aus der Unterschicht und dem Karriereende einer Sportlegende machts. Und wie gesagt: Die Darstellung eines alternden Wrestlers, dem nur noch Erinnerungen an bessere Zeiten geblieben sind, ist gelungen. Auch die inhaltlichen Momente dieses Streifens sind gut gewählt. Doch die Umsetzung der Geschichte ist für einen Kinofilm definitiv zu schlicht ausgefallen. Schließlich guckt man Filme vor allem, um unterhalten zu werden. Und so sehr der bis weilen farblose Realismus der Gesellschaft in diesem Werk von Darren Anorofsky auch eine Rolle spielt - man hat als Regisseur bedeutend mehr Möglichkeiten, alle Glaubwürdigkeit der Story besser zu verpacken.

The Wrestler (mit Mickey Rourke)
Nach einen extremen Hardcore-Match bricht Randy (Mickey Rourke)
in der Umkleide bewusstlos zusammen...

Fans dieses Sports oder Wrestlinginteressierten im Allgemeinen sei "The Wrestler" dennoch empfohlen. Auftritte von bekannten Wrestlern wie Ron 'R-Truth' Killings oder dem ehemaligen WCW-Comedy-Athleten Ernest 'The Cat' Miller als eine Art "Iron Sheik" sprechen für sich. Und das Thema des Alters im Profiwrestling ist immer aktuell. Man denke an die Legende Ric Flair, der letztes Jahr seinen Abschied vom aktiven Geschehen gab. Inzwischen hat der 'Nature Boy' wieder Auftritte bei Ring Of Honor (ROH) angenommen - genauso wie der Wrestler in diesem Film... Es scheint also einige alte Stars zu geben, denen es ähnlich bedauernswert geht wie der Hauptfigur. Daher ist es sicherlich auch kein Wunder, dass Ric Flair den Streifen über alle Maßen lobte. Hier also noch die Filmwertung für Zuschauer, die das Wrestling zu ihren Hobbys zählen:

The Wrestler - Filmwertung für Wrestlingkenner

Schließlich ist auch das Thema des Steroidenmissbrauchs und das der Schmerzmitteleinnahme Teil des Films. Und wenn man die ansteigenden Todesfälle aktiver oder ehemaliger Athleten dieses Sports (bis hin zu Mord der eigenen Familie - Kenner wissen, welches Ereignis gemeint ist) kennt, dann hat so etwas durchaus seine Berechtigung in solchen Filmen.

Was am Ende alle Cineasten betrifft, so sollte man sich gut überlegen, ob man sich diesen Film im Kino anguckt, oder auf die DVD wartet. Manch einer mag vielleicht die zumeist positiven Kritiken der Filmpresse nachvollziehen. Doch manch einer riskiert, enttäuscht zu werden. Geschmackssache. (Diese Kritik wurde von einem seit 1993 begeisterten Wrestling- und Filmfan verfasst. Jeglicher Versuch, beide Seiten zu bedienen, ist daher beabsichtigt.)

The Wrestler (mit Mickey Rourke)The Wrestler (mit Mickey Rourke)
Randy versucht, nach Jahren des Schweigens wieder Kontakt zu seiner Tochter (Evan Rachel Wood) aufzubauen.
Rechts: Cassidy (Marisa Tomei) hält von Randys Gefühlen anfangs nicht viel...

The Wrestler (mit Mickey Rourke)

Jetzt the wrestler (sofern schon verfügbar) auf DVD übers Internet ausleihen
oder die DVD bei momox.de verkaufen.





 

 
Fakten
Originaltitel:
The Wrestler
 
deutscher Kinostart am:
26.02.2009
 
Genre:
Drama / Sport
 
Regie:
Darren Aronofsky
 
Dieser Film wurde bewertet von:
Conway(66%)
 
Texte:
Conway
 
Diesen Film bewerten!
 


Synchronsprecher

SchauspielerSynchronsprecher
Mickey RourkeClaude-Oliver Rudolph
Marisa TomeiSabine Jaeger
Evan Rachel WoodAnne Helm



TV-Termine

DatumUhrzeitSender
03.09.2017 23:45 MDR
27.12.2015 20:15 1 plus
²) Sendezeiten bis 05:00 Uhr sind in der Nacht zum Folgetag.


Links



Newsletter: So wird keine neue Filmkritik verpasst! eMail-Adresse:

[Film bewerten] - [Synchronsprecher]

zurück zum Filmarchiv
zurück zur Wertungsübersicht
zurück zur Cineclub-Homepage

(c) 2017 Cineclub, Bochum für alle Texte, die Rechte an den Bildern liegen beim jeweiligen Filmverleih.