Cineclub Cineclub Facebook Twitter
Cineclub - Kino und mehr

leer Verschwörung - der Film


Länge Unterhaltung Spannung Action Musik Erotik Anspruch Eindruck Gesamt
*** **** *** **** **** **** *** **** 77%
 

 
Verschwörung ist der 1. Teil der Millennium Reihe, der nicht mehr vom Erfinder und Autor Stieg Larsson geschrieben wurde. David Lagercrantz wurde von der Familie des Verstorbenen ausgesucht, die Fortsetzung zu schreiben. Der Film, im Original „The Girl in the Spider’s Web“, diente als Aufhänger fürs Kino und ist eine Action basierte Adaption des Buchmaterials.

The Girl in the Spider's Web


Lisbeth Salander, gespielt von Claire Foy, ist das Sinnbild eines erfolgreichen Charakters: Eigensinnig, wie sie ist, kann sie nur als Einzelgängerin funktionieren; hierin oder dadurch ist sie in jeder Hinsicht, auch sexuell, erfolgreich. Sie gibt nichts auf die Meinung anderer, ist verschlossen, wortkarg und verschafft sich mühelos zu jedem Computer Zugang. Als sie im Auftrag Frans Balders sein Computerprogramm stehlen will, ruft sie damit nicht nur den amerikanischen NSA-Agenten (Lakeith Stanfield), sondern auch den schwedischen Geheimdienst, verkörpert durch Synnove Macody Lund auf den Plan.

Es beginnt eine actionreiche Jagd auf ein Computerprogramm, dass das Ende der bekannten Zivilisation sein könnte, und den Sohn des Programmierers (Christopher Convery), der der Schlüssel zur atomaren Vernichtung der Welt ist.

The Girl in the Spider's Web


Anders als im Buch, in dem die Menschheit nur durch den immer wieder aufkeimenden inneren Konflikt der Antagonisten überlebt, gestattet der Film keinerlei dergleichen; die andere Seite ist skrupellos, maßlos und sadistisch mit einem Fable fürs Makabre. Dabei legt der Regisseur Fede Alvarez für den Geschmack des Rezensenten ein wenig zu viel Wert aufs Schockierende.

Die Stimmung erinnert eher an alte Marvel-Verfilmungen oder Filme wie Matrix – die Wirklichkeit ist nebelhaft, konstruiert und geradezu ätherisch, flüchtig. Der Streifen selbst wabert eher wie Schwaden über die Leinwand: Die Konzeption bleibt puzzlehaft, die Rollen mechanisch, ihre Befreiung funktioniert nur auf der Ebene einer leidenschaftslosen Demaskierung.

Dies macht aber auch seinen Reiz aus – es wimmelt nur so von Widerwärtigkeiten einer Gesellschaft, deren Überleben nur auf der Basis einer Erniedrigung, der eigenen oder der der Anderen, stattfindet. Die Helden sind moralisch ebenso fragwürdig, wie es die Frage nach einer allgemeinen Moral schon dem Grunde nach ist.

The Girl in the Spider's Web

Traurig wirken die Landschaften, desillusioniert die Protagonisten, ob in rot oder schwarz daherkommend. Es gibt keine Liebe, außer man glaubt an die Liebe der Androiden.

Eine durchaus interessante Positionierung von Rollen – am Schluss bleibt als Eindruck: die Unvollständigkeit des (Er-)Fahrbaren;
für alle, die von einem Film keine Auflösung oder einen Abschluss erwarten, hat das Werk durchaus Reizbares – für sich genommen ist es eine Collage einer Gesellschaft, die sich über Voyeurismus und Selbstzerfleischung erfährt, die im Kontext nicht wirkt, weil sie keinerlei wirklichen Gemeinsinn entwickelt.

Vielleicht erfolgt die Auflösung über die Absichten des Regisseurs in späteren Teilen. Für den Anfang bleibt ein Gefühl von Unvollständigkeit. Durch den „Peng-Puff-Faktor“ auch durchaus oberflächlich unterhaltsam.

The Girl in the Spider's Web

The Girl in the Spider's Web

Jetzt the girl in the spiders web (sofern schon verfügbar) auf DVD übers Internet ausleihen
oder die DVD bei momox.de verkaufen.





 

 
Fakten
Originaltitel:
The Girl in the Spider's Web
 
deutscher Kinostart am:
22.11.2018
 
auf DVD/Blu-ray/VoD ab:
06.06.2019
 
Genre:
Action / Thriller
 
Regie:
Fede Alvarez
 
Dieser Film wurde bewertet von:
Marcus(77%)
 
Texte:
Marcus
 
Diesen Film bewerten! 
 


Links

Millenium-Reihe
Buch: Verschwörung
(von David Lagercrantz)
Buch: Verfolgung
(von David Lagercrantz)
Film: The Girl in the Spider's Web (Verschwörung)



Newsletter: So wird keine neue Kritik verpasst! eMail-Adresse:

[Film bewerten]

zurück zum Filmarchiv
zurück zur Wertungsübersicht
zurück zur Cineclub-Homepage

(c) 2019 Cineclub, Bochum für alle Texte, die Rechte an den Bildern liegen beim jeweiligen Filmverleih.